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Offizielle Eröffnung der Ladesäule vor der Firmenzentrale von Honda R&D.
© Stadt Offenbach, Bernd Georg
Offenbach ist Standort der ersten öffentlichen Ladesäule mit neuester 940V-Hochvolttechnologie, an der gleichzeitig bis zu vier Fahrzeuge mit unterschiedlichen Steckertypen laden können. Die Firma Honda R&D Europe baut und betreibt die Ladesäule in einem der modernsten Photovoltaik-Carport am eigenen Firmensitz in Bieber. Die Anlage gehört zum Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Smart Company“. Die Stadt Offenbach mit dem Amt für Umwelt, Energie u. Klimaschutz und die regionale Projektleitstelle „Modellregion Elektromobilität Rhein-Main“, die bei der Stadtwerke-Gruppe angesiedelt ist, unterstützen das Forschungsprojekt.
Der Betrieb an der neu entwickelten Ladestation in Kombination mit Photovoltaik-Technik ist am Montag, 29. Mai, mit einer Eröffnungsfeier gestartet. Bernhard Maßberg Abteilungsleiter für Mobilität im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMVEL) begrüßte die Maßnahme zur Förderung der Elektromobilität. Der Offenbacher Oberbürgermeister reiste mit einem wasserstoffbetriebenen Fahrzeug an und gratulierte zur Einrichtung des eigens für die Ladesäulen entwickelten Carports.

„In Offenbach gibt es derzeit rund 80 Elektrofahrzeuge – das müssen noch viel mehr werden, um die Umwelt zu entlasten. Dazu leistet die neue Ladestation einen guten Beitrag. Die Stadt Offenbach spielt damit bei der Erprobung und Einführung innovativer Technik rund um die umweltfreundliche Elektromobilität in der Rhein-Main-Region weiter eine große Rolle. Die Stadtverwaltung setzt ebenso wie die städtischen Gesellschaften schon länger Elektrofahrzeuge ein – und unsere Entsorgungsbetriebe nutzen ein Müllhybrid-Fahrzeug“, erklärt der Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider.

Anlage dient der Forschung

Honda R&D wird die Anlage auch für interne Forschungsaktivitäten nutzen, um die Entwicklung seiner globalen Aktivitäten im Bereich „Elektromobilität“ voranzutreiben. Für Forschungszwecke werden Daten der Ladevorgänge an der Ladestation erhoben und ausgewertet. „Wir wollen alle aus dem Projekt lernen“, erklärt Honda Projektleiter Martin Stadie. „Das Projekt ist langfristig angelegt. Wir wollen die Elektromobilität weiter voranbringen und neue Synergien für unsere Kunden entwickeln.“ Für die Anlage, die den Anforderungen der aktuellen Ladeinfrastrukturverordnung des Bundes entspricht, hat Honda keine öffentliche Förderung in Anspruch genommen.

Im weiteren Projektverlauf will Honda R&D die Einbindung einer Wasserstofftankstelle mit integrierter Wasserstofferzeugung verwirklichen. Die „Smart Hydrogen Station“ ist eine hochkompakte Anlage zur Wasserstofferzeugung mittels Elektrolyse, integriertem Hochdruckspeicher und Betankungsanlage. Sie wird am Standort Offenbach in das „Smart Company“-Projekt integriert und kann ausschließlich über erneuerbare Energien mit Strom versorgt werden. Sie kann weiterhin als Energiespeicher für den Strommarkt dienen und zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Der Wasserstoff wird zur Betankung der Brennstoffzellenfahrzeugflotte von Honda genutzt. Im Bereich „Wasserstoffinfrastruktur“ sind ebenfalls zusätzliche Forschungsaktivitäten geplant. Honda erhofft sich davon die europäische Zulassung für den Betrieb im öffentlichen Raum sowie technische Weiterentwicklungen wie beispielsweise schnellere Betankungsmöglichkeiten oder die Integration von neuen, standardisierten Betankungsprotokollen.

Ladevorgang
© Stadt Offenbach/georg-foto.de

Vier öffentliche Lademöglichkeiten

Vier Elektrofahrzeuge können zur gleichen Zeit mit insgesamt maximal 150 Kilowatt geladen werden. Ein dynamisches Lademanagement sorgt für die Energieverteilung. Kostenlos können auch Elektrofahrräder und Elektroroller an der Station geladen werden. Die Leiterin der Regionalen Projektleitstelle Modellregion Elektromobilität Rhein-Main, Anja Georgi, begrüßte die neue Initiative als Unterstützung für die E-Mobilität als Teil der Offenbacher Identität.

„Damit der Umstieg auf elektrisch betriebene Fahrzeuge gelingt, müssen infrastrukturelle Voraussetzungen geschaffen werden. Daher begrüßen wir den Ausbau öffentlicher Ladesäulen im Stadtgebiet, der dank der Initiative von Honda R&D Europe, neuen Auftrieb gewinnt. Die Regionale Projektleitstelle der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main, angesiedelt bei der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe, setzt wichtige Impulse, um Rahmenbedingungen für unternehmerisches Engagement zu schaffen. Ziel ist es nicht nur, in Offenbach Emissionen zu reduzieren, sondern auch die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand und die bestehende Zusammenarbeit mit Land und Bund im Bereich Elektromobilität zu stärken. Zusammengefasst werden die Offenbacher Maßnahmen unter dem kommunikativen Dach „e-wie-Offenbach“. Mit dem Slogan wollen wir die Vorbildfunktion der Stadt auch außerhalb der Region verdeutlichen und das „E“ in E-Mobilität als Teil Offenbacher Identität hervorheben“, sagt Anja Georgi, Leiterin Regionale Projektleitstelle Modellregion Elektromobilität Rhein-Main.

Vorausschauendes Energiemanagement

Ziel des Projektes ist die effiziente und intelligente Nutzung der Energieressourcen. Derzeit werden 35 Prozent der Energie in Deutschland mit Windkraft und Solarfeldern erzeugt. Das Forschungsprojekt will Energie aus Photovoltaik und Kraft-Wärme-Kopplung zu den Verbrauchern wie Heizung, Kühlung und Labore bringen. Die Ladesäule ist Teil des gesamten Energiekonzeptes und wird über erneuerbare Energie aus Photovoltaik Anlagen von Honda und anderen alternativen Energiequellen versorgt. Mit einer zentralen Steuerung wird ein vorausschauendes Energiemanagement angestrebt, das zur Stabilisierung lokaler und überregionaler Netze beitragen kann – daher werden auch Informationen der Stromversorger und Netzbetreiber eingebunden.

29.05.2017


Weitere Zitate

Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz

„Die Stadt Offenbach am Main fördert bereits seit 2009 die Elektromobilität als Bestandteil der multimodalen Mobilitätskonzepte. Wir freuen uns über das vorbildliche Engagement der Firma Honda ihr Vorzeigeprojekt hier in Offenbach am Main durchzuführen. Bei uns ist Elektromobilität zentral bei allen Maßnahmen zur Luftreinhaltung, zum Klimaschutz, zur Stellplatzsatzung und Stadtplanung und natürlich auch zur Klimaanpassung der Stadt Offenbach. Das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz fördert die konkrete Umsetzung. E-Mobilität ist ein wichtiger Baustein im Ballungsraum Rhein-Main“.

H. Hayashi, President, Honda R&D Europe

„Hondas langfristiges Ziel ist die Reduzierung der CO2-Emissionen und die Förderung einer emissionsfreien Gesellschaft. Die Forschung und Entwicklung im Bereich elektrifizierter Antriebe ist entscheidend. Honda war und bleibt ein Pionier in diesem Sektor. Bis 2030 sollen zwei Drittel aller global verkauften Honda Fahrzeuge über einen Elektroantrieb verfügen"

Y. Oku, Executive Vice President, Honda R&D Europe

„Wir sehen Europa und vor allem Deutschland als eine der bedeutendsten Regionen für die Expansion und den Fortschritt auf dem Gebiet der Elektromobilität. Daher erwarten wir, dass zwei von drei Honda Fahrzeugen bis 2025 über einen elektrischen Antrieb verfügen. Wir intensivieren unsere Forschungsaktivitäten in unserem Standort in Offenbach kontinuierlich und leisten mit der Eröffnung der modernsten Ladestation in Europa einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der öffentlichen Infrastruktur".

J. Böttcher, Vice President, Honda R&D Europe

„Mit der Eröffnung der 940V-Ladestation geht Honda R&D Europe einen weiteren wichtigen Schritt, seine Forschungsaktivitäten am europäischen Standort Offenbach zu erweitern. Die Bereiche Elektromobilität und Energiemanagement rücken im Rahmen des Forschungskonzepts ‚Smart Company‘ zunehmend in den Mittelpunkt und werden in den kommenden Jahren weiter ausgebaut. Der Standort Offenbach wird damit zu einem globalen Kompetenzzentrum für Honda"