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Infostand des SOH-Geschäftsfelds Stadtservice zum Thema Biomüll.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtwerke-Geschäftsfelds Stadtservice haben auf dem Wochenmarkt Fragen rund um das Thema Biomüll beantwortet und Behälter für den Biomüll verteilt. © SOH
Was passiert mit meinem Apfelkrotzen, wenn ich ihn in die Biotonne werfe? Was mache ich, wenn es rund um deren Deckel im Sommer krabbelt? Und warum hat mein Mietshaus keine Biotonne? Es waren Fragen wie diese, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Geschäftsfeld Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe am Infostand auf dem Wochenmarkt beantworteten.

Die Zukunft ist im Eimer

Im Rahmen der neuen Kampagne mit dem Slogan „Die Zukunft ist im Eimer“, mit dem in Offenbach für die bessere Nutzung der Biotonne geworben wird, verteilten sie auch praktische Gefäße, in denen in der Küche die Essensreste und Kartoffelschalen gesammelt werden können. Insgesamt rund 3000 feuchtigkeitsresistente Papiertüten für Bioabfall und einen Flyer in 14 Sprachen, der über das Thema informiert, wurden dazugegeben – damit die Bananen- und Eierschalen sowie beispielsweise die Außenblätter des Blumenkohls vom Einkauf auf dem Wochenmarkt gleich richtig entsorgt werden können.

Es waren auch erfreulich viele junge Offenbacher, die sich für das Thema interessierten. Einige kannten auch schon den eigens für die Kampagne kreierten Biotonnen-Rap des Offenbacher Künstlers Tao, der auf Youtube inzwischen knapp 8000 Klicks erzielt hat.

Rap "Die Zukunft ist im Eimer", Tao feat. Biobabo © SOH

5000 Biotonnen werden bisher nicht genutzt

„Ich würde ja gerne den Bioabfall trennen, aber wir haben in unserem Mietshaus keine Tonne dafür“, bedauerten einige. Doch dies stimmt nur zum Teil: Denn jede Offenbacher Liegenschaft hat bei Einführung der Biotonne im April 2014 ein solches Gefäß zur Verfügung gestellt bekommen, für das auch Gebühr gezahlt werden muss. Allerdings werden 5000 dieser Behälter aus den unterschiedlichsten Gründen nicht genutzt, beziehungsweise nicht mit den anderen Tonnen den Mietern zur Verfügung gestellt.

Es gab aber auch den umgekehrten Fall: Hausbesitzer gaben dem Standteam des Stadtservices die Rückmeldung, dass ihre Mieter die Biotonne ignorieren oder falsch befüllen würden. Für beide Seiten sind Mailingaktionen vorbereitet, die in der nächsten Zeit umgesetzt werden. Mit umfangreichem Informationsmaterial sollen Vermieter, Hausverwalter und Hausmeister gewonnen werden, die Biotonne nicht nur zur Verfügung zu stellen, sondern auch ihre Mieter und die Hausbewohner über die richtige Befüllung zu informieren. Wird die Biotonne gut ausgelastet, können gerade auch größere Hausgemeinschaften eine kleinere Restmülltonne bestellen und damit Geld bei den Umlagen sparen.

Wochenmarkt-Besucher stellten Detailfragen

Viele Offenbacher Kunden des Wochenmarktes gaben sich am Informationsstand als überzeugte Abfalltrenner zu erkennen, hatten aber noch Detailfragen, was in die Biotonne gehört. Oder sie ärgerten sich über Larven, die im Sommer über den Tonnenrand schauen. Hier gaben Gabriele Siegfart, Abfallberaterin beim Stadtservice, Oliver Gaksch von der Qualitätssicherung sowie die beiden Auszubildenden Kirina Piesoldt und Juliano Janssen den Tipp, Essigwasser auf Rand und Deckel zu sprühen. Die Säure hält Fliegen fern und vermeidet auch ihren Nachwuchs in der Tonne. Gegen den Geruch von Lebensmittelresten und Pfützen auf dem Tonnenboden empfahl das Team den Standbesuchern, die Abfälle dick in Zeitungspapier einzupacken und am besten zusätzlich eine speziell für Biomüll erhältliche Papiertüte zu verwenden.

Zahlreiche Leute zeigten sich im Gespräch mit dem Team des Stadtservices interessiert am weiteren Werdegang ihres Bioabfalls: Daraus wird in einer Biovergärungsanlage Biogas gewonnen, aus dem Strom erzeugt wird. Der Rest wird als Dünger genutzt. Die als kompostierbar beworbenen Plastiktüten, die im Handel für Bioabfälle erhältlich sind, dürfen aber in Offenbach nicht eingesetzt werden, erklärte das Team am Stand immer wieder auf Nachfragen: In der Vergärungsanlage verrotten die verschimmelten Brotkanten und das verfaulte Obst schneller als die nur sehr langsam abbaubaren Tüten.

Rund 500 kleine Vorsortiergefäße für Bioabfall waren zum Schluss des Wochenmarktes an Besucher am Infostand verschenkt, zahlreiche Flyer verteilt worden. Der Stadtservice wird die Kampagne mit verschiedenen Aktionen fortsetzen.