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Martin Jäger setzt sich für die alten Grabstätten auf dem Bieberer Friedhof ein. Im RUHEPUNKT-Interview spricht er über seine Tätigkeiten, Beweggründe und Ziele.
Grabpate Martin Jäger
Martin Jäger setzt sich für die Restaurierung der Christusfigur in Bieber ein. © Stadtwerke Offenbach

Herr Jäger, wie kam es zu Ihrem ehrenamtlichen Engagement auf dem Friedhof in Bieber?
Heimat- und Familiengeschichte hat mich schon immer fasziniert – vielleicht, weil ich hier im Ort in einem Vier-Generationen-Haus aufgewachsen bin. Ein Friedhof erzählt immer auch Geschichten und strahlt dabei tatsächlich etwas Friedliches aus. Gerade die alten, halb verwilderten Gräber haben einen besonderen Charme.

Was genau machen Sie vor Ort?
Als Pate kümmere ich mich um alte Gräber, die sonst abgeräumt worden wären. Die Grabstätte meiner Ur-Urgroßeltern gehört ebenso dazu wie die der Opfer des Luftangriffs von 1944. Ich schneide Gestrüpp zurück, setze neue Pflanzen und räume im Herbst das Laub weg. Außerdem habe ich zweimal Führungen über den Friedhof angeboten. Es berührt mich, wenn ich dabei an Gräbern von Menschen vorbeikomme, die ich gekannt habe.

Welche Themen oder Grabmale liegen Ihnen besonders am Herzen?
Es gibt hier Grabstätten, die mehr als 100 Jahre alt sind. Von einigen wurden die Engelfiguren entfernt und umgesetzt – diese möchte ich wieder auf ihre ursprünglichen Sockel zurückbringen. Insgesamt ist es mein Herzensanliegen, alte Grabsteine zu erhalten. Wie vielen Leuten in Bieber ist es mir außerdem wichtig, die stark beschädigte Christusfigur am Grab des Pfarrers Eugen Sommer aus dem Jahr 1900 wiederherzustellen. Hier bringen die Menschen bis heute frische Blumen und Kerzen vorbei.

Was könnte bei der Restaurierung der Christusfigur helfen?
Es gibt ein Foto von 2006, das die Statue noch mit Kopf zeigt. Von der gesamten Figur, mit Händen und auf ihrem ursprünglichen Standort auf dem Grabstein, konnten wir aber kein Bild finden. Daher haben wir nun einen Aufruf gestartet, ob jemand noch Fotos der intakten Statue besitzt oder kennt. Die Aufnahme müsste bestimmt 30 Jahre alt sein, denn die Hände sind schon lange verschwunden – aber einen Versuch ist es wert.

Haben Sie alte Aufnahmen von dem Pfarrergrab und der Christusfigur, die Sie für deren Rekonstruktion zur Verfügung stellen möchten? Dann melden Sie sich gerne unter 069 / 84 00 04-594 oder gabriele.schreibereso-ofde.