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Das Geschäftsfeld Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe verabschiedet Mitarbeiter Franz Tietz nach 31 Jahren in den Ruhestand.
Franz Tietz zwischen parkenden Autos
Franz Tietz zwischen einem kleinen Teil des Fuhrparks des Geschäftsfeldes Stadtservice, für den er viele Jahre verantwortlich war. © SOH

Fuhrparkmanager: mit Wehmut in den Ruhestand

Es war die Frau von Franz Tietz, die ihren Mann 1988 drängte,  sich auf eine Anzeige der Stadtwerke für die Werkstatt der Omnibusbetriebe zu bewerben. Bis dahin war der Karosseriebau-Meister in der freien Wirtschaft und sah häufig seine beiden Kinder nach den Überstunden erst spät abends. Die Einstellung bei den Stadtwerken ging dann sehr schnell – „und ich habe es nie bereut“, sagt Franz Tietz. 31 Jahre später ist er der Fuhrparkmanager des Geschäftsfeldes Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe und bereitet sich auch mit etwas Wehmut auf den Ruhestand ab März  vor. „Ich bin ein Werkstatt-Mensch und habe immer gerne gearbeitet“, erzählt er rückblickend.

Zunächst musste er in der Werkstatt vor allem die Linienbusse nach Unfällen verarzten: Beulen und abgerissene Außenspiegel waren das Tagesgeschäft, er übernahm die Steuerung  der Arbeiten.  2002 wurde er „für ein paar Monate“, so hieß es,  an die damalige ESO, das heutige Geschäftsfeld Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe, kommissarisch ausgeliehen: Die Werkstatt in der Daimlerstraße sollte geschlossen werden,  es war geplant, alle Arbeiten in der Buswerkstatt in der Hebestraße zusammenzuführen. Die Übergabe sollte Franz Tietz mit einem Kollegen von der ESO koordinieren. Die beiden kamen aber nach einiger Zeit zu dem Ergebnis, dass eine eigene Werkstatt für die weit mehr als 200 Fahrzeuge in der Daimlerstraße effektiver sei und überzeugten davon auch die Geschäftsführung.
Die Werkstatt blieb, Franz Tietz ebenfalls. „Unsere Aufgabe war es vor allem, defekte Fahrzeuge schnell wieder auf die Straße zu bringen. Gerade für die sehr teuren Müllautos haben wir nur eine geringe Reserve. Würden wir da mehr vorhalten, müssten die Gebühren steigen.“ Also wurde und wird mit Hochdruck gearbeitet, wenn eines der Fahrzeuge nicht mehr fährt – damit keine Abfalltonnen stehen bleiben. Besonders der Winter war und ist für die Werkstattmitarbeiter Stress, berichtet Tietz: Kälte, Nässe und Salz setzen vor allem auch den Räumfahrzeugen zusätzlich zu.

Viele Pläne für die Rente

Fünf Jahre nach seiner Ankunft, im Jahr 2007, wurde aus dem kommissarischen Koordinator ein fest angestellter Werkstattmeister und Franz Tietz blieb beim Stadtservice. 2011 übernahm er das Management für den rund 240 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark des Stadtservices. Zulassungen, die Freigabe von teuren Reparaturen, die Abnahme neuer Fahrzeuge, die Betreuung von Mietfahrzeugen, das Abarbeiten von Schadensfällen, die Kontrolle von Tankkartenabrechnungen und die Strafzettelverfolgung gehörten seither unter anderem zu seinen Aufgaben. Auch diese Arbeit, die er vor allem am Schreibtisch erledigt hat, machte ihm viel Spaß. Vor allem die Kollegen in der Werkstatt werden ihm fehlen, sagt er. Der Ruhestand ist aber gut vorbereitet: Einen Vhs-Kursus zum Auffrischen der Englisch-Kenntnisse hat er schon belegt, um häufiger Verwandtschaft in den USA zu besuchen, er will noch häufiger ins Sportstudio gehen sowie an der Frankfurter Universität Vorlesungen in Innerer Medizin belegen. Außerdem wird er seinem Interesse an Astronomie intensiver nachgehen. Seine drei Enkel will er häufiger sehen und auch die übrige Verwandtschaft bietet Anlass für viele Besuche: Er entstammt einer Patchwork-Familie, ist der jüngste von 14 Geschwistern und Halbgeschwistern und 38-facher Onkel.

08.02.2019