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Mit seinen vielen historischen Schätzen und seiner Tier- und Pflanzenvielfalt zählt der Rumpenheimer Schlosspark zu Offebachs attraktivsten Grünanlagen. Seit Jahrzehnten zieht die Parkanlage Besucher aus Offenbach und Umgebung an. Die Pflege des Baumbestandes und die damit verbundene Verkehrssicherungspflicht fällt in das Aufgabengebiet der ESO GmbH aus dem SOH Geschäftsfeld Stadtservice. Die Mitarbeiter aus dem Bereich Grünwesen überwachen regelmäßig den Baumbestand, organisieren Kontrollen und behandeln, soweit möglich, Verletzungen, Pilzbefall und sonstige Schäden. Mit ihrer Arbeit sorgen sie für die Sicherheit der Besucher des Parks und den langfristigen Erhalt des vorhandenen Baumbestandes.
Schlosspark Rumpenheim
© SOH
Baumstamm mit Pilz im Schlosspark Rumpenheim
© SOH
Im Zuge der letzten Kontrollen im Januar wurden Schäden an insgesamt 171 Bäumen festgestellt. Neben verschiedenen pflegerischen Maßnahmen wie dem Einbau von Kronensicherungen oder der Beseitigung von abgestorbenen Ästen müssen insgesamt 23 Bäume gefällt werden. Grund für die Fällungen sind Schäden und Faulstellen im Stamm-, Kronen- sowie Wurzelbereich und die daraus resultierende fehlende Standsicherheit. So entdeckten die Baumkontrolleure an zwei großen Bergahörnern nahe des Mausoleums am Stamm den Befall von holzzersetzenden Pilzen. Ein ähnliches Gefahrenpotential birgt ein Ahorn an der Schloßmauer. Der Baum weist Pilzbefall im Stamm- und Kronenbereich auf. Er wurde bereits 2012 in der Krone eingekürzt, um durch die so entstandene Entlastung die Standfestigkeit zu gewährleisten. Die in den darauffolgenden Jahren vorangeschrittenen Schäden führen nun dazu, dass der Baum gefällt werden muss. Sämtliche Schnitt- und Fällmaßnahmen werden sowohl mit einem Vertreter des Naturschutzbeirates als auch mit der Unteren Naturschutzbehörde bei einer Begehung abgestimmt. Die Arbeiten sind aus Sicherheitsaspekten dringend notwendig und dienen letztlich der Pflege des übrigen Baumbestandes im Rumpenheimer Schlosspark. Zur Abstimmung der Maßnahmen laden ESO und Stadtverwaltung am Mittwoch den 18. Februar um 9:00 Uhr zu einer Begehung ein. Treffpunkt ist am (Haupt)Eingang Breite Straße.

Bäume als Lebensraum für unterschiedliche Tierarten
In den alten Bäumen im Schlosspark Rumpenheim finden nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Fledermaus- und Vogelarten, die auf Baumhöhlen angewiesen sind, ihren Lebensraum. Grünspecht, Buntspecht und der seltene Grauspecht bauen diese Höhlen und ziehen dort ihre Jungen auf. Anschließend folgen „Nachmieter“ wie beispielsweise Meisen, Baumläufer oder Stare, die gerne die komfortablen Nistplätze nutzen. Auch Fledermäuse suchen in ihnen Schutz. In der Regel sind es solche Höhlenbäume, die zur Gewährleistung der Verkehrssicherung eingekürzt oder gefällt werden müssen, denn Spechte klopfen ihre Höhlen lieber in morsches- als in gesundes hartes Holz. Um die Baumhöhlen dennoch soweit wie möglich zu erhalten, können die geschädigten und nicht mehr standsicheren Bäume in manchen Fällen als „Torso“ in 5 bis 15 Metern Höhe gekappt werden. Die Spechte finden so weiterhin zum Höhlenbau geeignetes, sog. „stehendes Totholz“. In diesen Fällen bleiben Teile des Stammbereichs, in dem beispielsweise Spechtlöcher entdeckt wurden, auch nach der Fällung als Behausung erhalten, soweit vom Stamm keine Gefahr ausgeht.

Um die Eingriffe in die Wohnquartiere zu kompensieren, werden vom Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz für den unvermeidbaren Verlust von Baumhöhlen Fledermauskästen an gesunden Bäumen angebracht.

Über die ESO Baumkolonne
Rund 24.000 Bäume befinden sich im Öffentlichen Raum, d.h. in Parkanlagen, auf Friedhöfen und entlang der Straßen und Gehwege. Bedingt durch Abgase, Anfahrtschäden durch einparkende Autos und andere Fremdeinwirkungen wird die Vitalität der städtischen Bäume häufig auf eine harte Probe gestellt. Unterstützt werden Offenbachs Schattenspender bei ihrem Widerstand gegen Fremdeinwirkungen und Schädlinge durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ESO aus dem SOH Geschäftsfeld Stadtservice. Ein siebenköpfiges Team aus Baumspezialisten ist täglich im Stadtgebiet unterwegs und achtet auf den gesamten Städtischen Baumbestand. Rechtzeitig erkannt können viele verletzungen und Krankheiten behandelt- und die Bäume so gerettet werden. Die Fällung ist stets das letzte Mittel für die Teams der ESO.

Februar 2015