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Es war ein durchweg geglückter Start: Jakob Ziems war der erste Bewerber, den die Stadtwerke Unternehmensgruppe zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft ausgebildet und auch gerne übernommen hat – und er hat jetzt für seinen hervorragenden Abschluss mit der Note 1,2 eine besondere Anerkennung vom Land Schwaben, ein Regierungsbezirk in Bayern, und eine Belobigung seiner Berufsschule im bayrischen Lauingen erhalten. Die räumliche Distanz zu den Gratulanten sagt schon viel über die Exotik, die dieser aus dem Beruf des Ver- und Entsorger hervorgegangenen Ausbildung noch anhaftet: Die Berufsschule für die duale Ausbildung war die nächste zu Offenbach und ist zuständig für Schüler aus ganz Süddeutschland.
Jakob ZIems in einer Halle des Stadtservice
Jakob Ziems ist jetzt auf dem Wertstoffhof in der Siemensstraße angestellt. © SOH

Doch die erfolgreichen Absolventen sind auf dem Stellenmarkt stark nachgefragt und im Zuge des steigenden Interesses des Nachwuchses für Umweltschutz wächst auch die Nachfrage nach Ausbildungsstellen. Das Geschäftsfeld Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe hatte sich im Jahr 2016 zur Ausbildung des eigenen Nachwuchses entschlossen, nachdem sie keine adäquaten Bewerber auf dem freien Markt gefunden hatte.

Als Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft ist Jakob Ziems dafür verantwortlich, dass aus den beim Stadtservice angelieferten Abfällen möglichst viele Stoffe recycelt werden. So wird beispielsweise der Grünschnitt, den Bürger auf dem Wertstoffhof in der Dieselstraße anliefern, von einer Firma zum Kompostieren abgeholt. Das von Firmen stammende Altpapier auf dem Betriebshof in der Daimlerstraße 8 wird zur Wiederverwertung als Druck- oder Toilettenpapier weiterverkauft.

Umweltschutz durch Ressourcenschonung

Der Umweltschutz durch Ressourcenschonung hat Ziems besonders interessiert, als er seine dreijährige Ausbildung beim Stadtservice begonnen hat. Er hat diese Entscheidung nie bereut, sagt er jetzt, „ich durfte alles selbst machen und habe viele Erfahrungen gesammelt“. Sein Arbeitsplatz ist sowohl im Büro als auch auf dem Wertstoffhof: Am Schreibtisch stimmt er unter Anwendung von Umweltgesetzen die Entsorgung mit Behörden und Kunden ab, ist für den Vertrieb von Containern und die Logistik der Fahrzeuge zuständig und leitet die Abfallfraktionen weiter. Draußen zwischen den Abfallcontainern überwacht er die Abläufe und fährt dabei auch mal selbst den Gabelstapler.

Dass er der erste Auszubildende seiner Art war, habe die Qualität der praktischen Ausbildung aber nicht behindert, sagt er rückblickend. Er war unter anderem im Wertstoffhof, an der Waage, wo die Abfälle angeliefert werden und in der Werkstatt, wo er die Funktion des Fuhrparks kennenlernte. Es habe manchmal vielleicht etwas länger gedauert, bis man gemeinsam die sinnvollsten Aufgaben oder auch geeignete, auf die Anforderungen beim Stadtservice zugeschnittene außerbetriebliche Schulungen gefunden habe – ein gemeinsamer Lernprozess für alle Beteiligten.

Berufsbegleitende Weiterbildungen angestrebt

Jakob Ziems hat dabei so viele Erfahrungen gesammelt, dass ihm von der Stadtwerke Unternehmensgruppe eine Fortbildung zum Ausbilder angeboten wurde. Denn die nächste Auszubildende als Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft hat am 1. August bei den Stadtwerken angefangen und wurde im Rahmen des unternehmensinternen Paten-Projektes Ziems zugeteilt. Und er hat noch weitergehende Ziele: Derzeit sucht er in Kooperation mit der Personalabteilung der Stadtwerke nach einer berufsbegleitenden Weiterbildung zum Umweltschutztechniker sowie in Fachkunde zur Errichtung und den Betrieb von Sammelstellen für gefährliche Abfälle.

14. August 2019