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Brückenkontrolle von einem schwimmenden Podest aus
© Monika Müller
Ein ungewöhnliches Gefährt schipperte jetzt unter den beiden Brücken am Hafen: Die beiden Passagiere gingen auf dem einem schwimmenden Gerüst ähnlichen Boot aber keiner neuen Freizeitaktivität nach, sondern hatten ein wichtige Aufgabe. Sie kontrollierten im Auftrag der Straßenunterhaltung des Stadtservices der Stadtwerke Offenbach die beiden Bauwerke auf Mängel und Schäden.

Die Verbindungen Elisabeth-Selbert-Steg für Fußgänger und die Walter-Spiller-Brücke für Fahrzeuge, die die Hafeninsel mit dem Nordring verbinden, sind bereits seit vier Jahren geöffnet. Deshalb stand nun kurz vor Ende der Gewährleistung der Baufirma die zweite Hauptprüfung an. Die erste war bei der Übernahme der Bauwerke abgenommen worden.

Bei einer Hauptprüfung muss „handnah“ untersucht werden, ob das Material reißt, bröckelt, rostet – auch an schwer zugänglichen Stellen. Dafür wird gemessen, angefasst, mit Werkzeug in Ritzen gestochert. Jede kleine Auffälligkeit wird dokumentiert, damit hier gegebenenfalls noch einmal nachgebessert wird.

Die Prüfung ist auf der Oberseite von Brücken kein Problem. Unterhalb der Bauwerke und oberhalb des Wassers hat der Stadtservice auf das eigens für diese Aufgabe konstruierte Spezialboot aus Wittenberg zurückgegriffen, das auf zwei Pontons eine Arbeitsbühne trägt. „Brückenuntersichtgerät“ heißt das im Fachjargon. Die beiden Mitarbeiter des vom Stadtservice beauftragten Ingenieurbüros standen bequem unterhalb des Brückenkörpers, der Bootsführer steuerte sie an jeden gewünschten Punkt, den sie in Augenschein nehmen oder eben per Hand prüfen wollten.

Die nächste Hauptprüfung für beide Brücken steht nun wieder in sechs Jahren an. Dazwischen liegen aber weitere Prüfungen, für die allerdings kein extravagantes Boot zum Einsatz kommt.

11. August 2020