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Gefällte Esche im Schlosspark
© SOH
Im Rumpenheimer Schlosspark musste die Baumkolonne aus dem Geschäftsfeld Stadtservice der Stadtwerke-Gruppe eine marode Esche fällen. Der Stamm bleibt für Insekten liegen.
Baumfällen ist normalerweise ein hartes Geschäft, vor allem, wenn es sich um einen Baum handelt, der an die hundert Jahre auf der Rinde haben dürfte. Die alte Esche im Schlosspark war aber sehr nachgiebig: Der schon seit mehreren Jahren marode Baum wurde gestern von Mitarbeitern der Baumkolonne ohne größeren Aufwand mit Hilfe einer Seilwinde umgeworfen, weil die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet war. Die Arbeiten waren zuvor mit dem Amt für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und der Bürgerinitiative Rumpenheim nach einer Ortsbegehung im Dezember abgesprochen worden und mussten vor Beginn der Brut- und Setzzeit im März beendet sein.

Fäulniss machte Baum zu Sicherheitsrisiko

Die Esche war ein sogenannter Habitatbaum, das heißt, hier fanden Insekten und Vögel ihren Lebensraum und Nahrung. Deshalb wurde jahrelang versucht, sie trotz zahlreicher Faulstellen zu erhalten. Der ehemals mehr als 20 Meter hohe Baum mit einem Stammumfang von mehr als 250 Zentimetern wurde im Jahr 2012 aus Sicherheitsgründen auf sechs Meter zurückgestutzt. Doch auch diese Höhe ließ sich nun nicht mehr erhalten, zu weit war die Fäulnis fortgeschritten, der Reststamm war nicht mehr standsicher. Der Baum unweit der Einzäunung des Schlossparks stand immer mitten im Gebüsch. Doch soll nun die in der Nähe stehende Zarenlinde der Öffentlichkeit mit einem Flanierweg zugänglich gemacht werden. Die Zarenlinde soll von Zar Nikolaus I im Jahr 1844 während eines Besuchs bei seiner mit Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen-Rumpenheim verheirateten Tochter Alexandra gepflanzt worden sein.

Gefällte Esche im Schlosspark
© SOH
Da nach Fertigstellung des Flanierwegs Fußgänger auch in der Nähe der Esche vorbeigehen und damit zu rechnen ist, dass sich nicht nur Kinder auch abseits der ausgewiesenen Wege aufhalten, war auch der Reststamm ein Sicherheitsrisiko und wurde jetzt umgelegt. Nach Angaben von Horst Limberger, Leiter der Baumkolonne der Stadtwerke Unternehmensgruppe/Geschäftsbereich Stadtservice, war es höchste Zeit für den Einsatz: Wäre seine Krone nicht vor sechs Jahren entfernt worden, wäre er längst umgestürzt, sagt Limberger, nachdem er mühelos den Baum umgeworfen und die Faulstellen in den freiliegenden Wurzeln gesehen hatte. Beseitigt wird der Stamm nicht: er bleibt liegen, kann dort verrotten und dient jetzt in der Vertikalen weiter Insekten und anderen Lebewesen als Lebensraum.

Weiterer Habitatbaum wird erhalten

Mit der Esche sind die Arbeiten im Schlosspark zunächst beendet: Neben der Fällung von insgesamt 11 Bäumen wurden vor allem abgestorbene Äste aus Bäumen entlang der Wege entfernt. Etwa Mitte Februar werden die Arbeiten an den Bäumen auf der Wiese im Schlosspark fortgesetzt.

Ein anderer Baum im Schlosspark, ein Ahorn, der ebenfalls zur Fällung anstand, wird dafür noch eine Weile erhalten. Er ist ebenfalls ein von Vögeln und Insekten besiedelter Habitatbaum mit zahlreichen Faulstellen. Auch er wird zunächst nur gekürzt, aber nicht beseitigt, solange die Standfestigkeit und damit die Verkehrssicherheit für Passanten gewährleistet ist.

27.01.2018