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Feuerwehrübung in der Kettelerstraße
© Bernd Georg
Freiwillige Feuerwehr Mühlheim probt an der Baustelle in der Kettelerstraße die Rettung eines verschütteten Menschen bei Nacht.

Kanalbaustelle als Schauplatz für wichtige Übung

Der Kanalschacht unterhalb der Kettelerstraße ist halb eingestürzt, das Opfer wartet etwa 90 Meter vom Einstieg entfernt, also etwa in Höhe des Aldi-Marktes, auf Rettung. Dabei ist ungewiss, ob die Luft dort unten für die Retter zum Atmen reicht. Leicht haben es die Organisatoren Daniel Haupt und Michael Ruths ihren Mühlheimer Feuerwehrkameraden nicht gemacht, als sie am Montagabend zur Alarmübung Kanalrettung in die Kettelerstraße ins benachbarte Offenbach gefahren sind. Die Kanalbaustelle in der Kettelerstraße war Schauplatz des Szenarios, bei dem eine verschüttete Person aus einem teilweise eingestürzten Kanal gerettet werden muss. Dafür ist inzwischen Platz, weil die Vortriebstechnik zum unterirdischen Verlegen der riesigen Kanalrohre seit gut einer Woche abgebaut ist.

Die verschüttete Person war in diesem Fall eine geduldige Puppe, die bereits am Nachmittag tief im Kanal abgelegt wurde. Nach Feierabend auf der Baustelle lief dann die Rettungsaktion an, bei der es das Opfer unter Einsatz von 25 Frauen und Männern und sechs Fahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr Mühlheim zu retten galt. Die Genehmigung und die Absprache sowohl mit der für die Baustelle verantwortlichen Abteilung Entwässerung des Geschäftsfeldes Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe als auch mit der ausführenden Baufirma sei unkompliziert gewesen.

Übungsziel erreicht: die Bauarbeiten laufen weiter

„Die Kanalbaustelle ist für uns ein besonderer Glücksfall, weil wir hier die Rettung einer verschütteten Person aus einem Kanal unter weitestgehend realistischen Bedingungen üben konnten“, sagt Michael Ruths. „Außerdem ist eine solche Baustelle ein ungewöhnlicher Ort, in den wir nicht so oft Einblick haben und auch bei völliger Dunkelheit, unter beengten Platzverhältnissen und mit weiten Wegen üben konnten.“ Und so mussten in der abendlichen Szenerie zunächst die Baugrube und der Kanal professionell ausgeleuchtet, der Sauerstoffgehalt im Kanal gemessen und Abstützmaterial die rund zehn Meter tiefe Baugrube gebracht werden. Einige Schaulustige sammelten sich an den Bauzäunen, während die Rettungskation auf Hochtouren lief. Nach rund zwei Stunden war das Übungsziel erreicht: Die Puppe war erfolgreich zurück in die kalte Abendluft geholt, das Material wieder eingesammelt worden. Heute laufen die Bauarbeiten schon wieder ohne Begleitung von Blaulicht weiter.

27.03.2019