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Kinder zu Besuch auf dem Wertstoffhof
Am Container für den Grünschnitt auf dem Wertstoffhof in der Dieselstraße: Jannis, Emmy, ihre Mama und Abfallberater Oliver Gaksch. © SOH
Stadtservice lädt Achtjährigen ein, der ehrenamtlich mit seiner Familie Müll aus dem Wald entsorgt hat.

Mülltrennung ist kinderleicht

Was in die Biotonne gehört und was nicht, unterscheidet Jannis seit der Krabbelgruppe, er informiert sich über Mülltrennung, weiß, was zu Bauschutt zählt und dass man Glas nach Farben getrennt in die Glascontainer wirft. Und natürlich weiß der junge Offenbacher auch, dass Abfälle nichts auf der Straße und schon gar nicht im Wald verloren haben. Deshalb hebt der Achtjährige herumliegenden Müll auf, wenn er ihn auf der Straße findet und entsorgt ihn in die richtige Tonne. Und als er beim Spaziergang im Wald auf einen großen Müllhaufen stieß, hat er ihn zusammen mit seiner Mutter und Freunden getrennt nach Sorten in große Abfallsäcke verstaut und zum Wertstoffhof in der Dieselstraße gefahren.

Das für die Abfallsammlung zuständige Geschäftsfeld Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe hat durch einen Pressebericht von dem Engagement und großen Interesse des ehrenamtlichen jungen Kollegen für die richtige Abfallentsorgung erfahren. Und die Mitarbeiter waren sich einig: Jannis wollen wir kennenlernen. Also wurde der Grundschüler mit seiner jüngeren Schwester Emmy und seiner Mama von Oliver Gaksch, dem Abfallberater des Stadtservices, zu einem Besuch eingeladen.

Besuch beim Wertstoffhof

Los ging es mit einem Rundgang über den Betriebshof in der Daimlerstraße. Dort rüstete zunächst der beim Stadtservice ausgebildete Jakob Ziems, Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, die Besucher mit der auf dem Gelände vorgeschriebenen Warnweste aus und zeigte, wie aus Papierverpackungen aus der Industrie und Großmärkten in einer riesigen Presse große Ballen werden. Diese werden dann von Spezialfirmen zur Wiederverwertung abgeholt. Auch der Kollegin Marion Mothes, die an der Waage für die anliefernden Lastwagen sitzt, stattete Jannis mit seiner Familie einen Besuch ab. Hier schaute er mit Emmy beim Wiegen zu und wie die Fahrer nach dem Abladen ihren Lieferschein für die Rechnung in Empfang nahmen.

Nächste Station war der nahegelegene Wertstoffhof. Den Weg hätten Jannis und Emmy locker auch zu Fuß geschafft, aber Klaus Dworak und Igor Kowalski von der Abteilung Entsorgung hatten als Service für den Gast schon einen Müllwagen für den Shuttle bereitgestellt. Jannis entleerte per Knopfdruck erst mal einen Container, dann nahmen die Geschwister vorne in der Fahrerkabine Platz, die Gurte wurden erheblich enger gestellt und dann startete die Tour in die Dieselstraße. Dort empfing Abfallberater Oliver Gaksch die Besucher und führte sie zwischen den einzelnen Abfallstationen herum. „Wusstest du, dass wir hier Korken getrennt sammeln?“ wollte er von dem Achtjährigen wissen. „Ja“, sagte Jannis selbstverständlich, „machen wir daheim auch.“

Aber auch Neuigkeiten konnte ihm Gaksch zeigen: Beispielsweise die Tonne mit den alten CDs. „Da wusste ich bisher nicht, wie die entsorgt werden müssen“, sagte Jannis. Zunächst aber wurden Mutter und Kinder von der stellvertretenden Wertstoffhofleiterin Ayla Sauer auf die Waage für die Fahrzeuge der Privatleute und kleingewerblichen Anlieferer gebeten und bekamen ihren Familien-Wiegeschein.

Abfallberatung für Schulklassen & Kitas

Wie bestellt wurde gerade ein großer Container mit Bauschutt abgeliefert und ausgeleert. Ein Kollege vom Wertstoffhof stand mit Wasserschlauch daneben und verhinderte, dass eine große Staubwolke über den Wertstoffhof zog. Kaum waren die letzten Brocken aus dem Container auf den großen Haufen gefallen, ging Jannis schon hin und zog Metallstücke heraus. „Das gehört nicht hier rein“, sagte er kritisch und hätte am liebsten gleich weiter mitgeholfen, als ein Mitarbeiter mit dem Aussortieren anfing. Der Sammelcontainer mit dem Grünschnitt wurde ebenso inspiziert wie der Sperrmüllhaufen, überall glänzte Jannis mit großem Fachwissen über die korrekte Entsorgung, erfuhr aber von Oliver Gaksch auch noch viel Neues.

Zum Schluss des Rundgangs bekamen die Besucher noch je eine Greifzange geschenkt, falls sie wieder mal ehrenamtlich Abfälle aus dem Wald holen. „Wir finden alle toll, was Du gemacht hast“, sagte Abfallberater Gaksch, „es ist wichtig, dass es Leute wie Dich und Deine Familie und Freunde gibt, die das einsammeln, was andere verantwortungslos einfach in die Gegend werfen. Wir können nicht überall sein, aber wenn Ihr uns informiert, kommen wir auch und räumen das weg.“ Der Ausflug in die Welt der Abfallentsorgung endete für Jannis und Emmy mit der Einladung, mit ihren Schulklassen für eine weitere Führung wiederzukommen.

Kontakt zur Abfallberatung: Oliver Gaksch, Telefon 069 84 00 04 549 oder oliver.gaksch@eso-of.de

18.12.2019