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In Offenbachs Boden werden weiter neue Kanäle verlegt. Während die Arbeiten in der Mühlheimer Straße bis voraussichtlich Ende Januar beendet sind, beginnt am 18. Januar die Verlegung neuer Rohre in Bieber.
Kanalbauarbeiten in der Mühlheimer Straße
© Bernd Georg

Start ist an der Ecke der Erschließungsstraße des Baugebietes Bieber Nord, der künftigen Philipp-Ulrich-Straße, und der Dietesheimer Straße. Von dort aus wird der neue Sammler für das Abwasser etwa parallel zur Dietesheimer Straße unter den S-Bahn-Gleisen hindurch bis zur Poststraße/Linzerstraße geführt. Er soll zum einen das neue Wohngebiet entwässern, zum anderen aber auch eine Entlastung für Teile des Stadtteils Bieber bringen.

Bürger werden kaum Auswirkungen spüren

Acht bis zehn Monate wird die Verlegung dauern. Die Bürger werden davon meistens wenig mitbekommen. Lediglich an der Stelle, wo der neue Kanal die neue Erschließungsstraße kreuzt, ist kurzfristig mit Behinderungen zu rechnen. Mit der Ausführung wurde eine Firma beauftragt, die ein neues, patentiertes Verfahren anwendet, mit dem die Arbeit deutlich schneller verläuft: Statt die gesamte Strecke auf rund 500 Metern so aufzugraben, dass die Baugrube begehbar ist und Arbeiter die Rohre per Hand verlegen müssen, wird in Bieber in einem schmalen, offenen Graben ausschließlich von oben gearbeitet.

Den sonst vor allem aus dem Operationssektor bekannten Begriff „minimalinvasiv“ verwendet das Unternehmen selbst für dieses Verfahren. Möglich wird diese mannlose Rohrverlegung durch einen Bagger, der mit den herkömmlichen Vorstellungen von einem solchen Arbeitsfahrzeug fürs Grobe nur noch wenig zu tun hat. Das High-Tech-Gerät hat ein besonderes Schild, das elektronisch gesteuert nur wenig mehr Aushub aus der Baugrube produziert als für den Außendurchmesser des Rohres notwendig ist.

Neues Verfahren funktioniert nur auf der grünen Wiese

Wird rechts und links bei einer bemannten Baustelle für die Verlegung eines 2,30 Meter dicken Rohres schon mal noch jeweils ein Meter mit ausgegraben, reichen mit dem patentierten Verfahren einige zusätzliche Zentimeter. Der Haken ist, dass es nur auf der grünen Wiese eingesetzt werden kann. Wo zahllose Kabel und Leitungen durch den Boden geführt werden, also fast überall innerhalb von bebauter Fläche, müssen weiter Arbeiter in der Baugrube stehen.

Für die neuen Kanalmeter in Bieber verschwindet die eigentliche Baustelle dann erst in Höhe der S-Bahnlinie wie in der Mühlheimer Straße unter der Erde: Dann kommt die sogenannte Vortriebstechnik zum Einsatz, bei der ein Bohrer unterirdisch einen Tunnel für das neue Kanalrohr gräbt.

17.01.2018