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Gras ist robust und hartnäckig. Das macht es nicht nur zu einer Zierde für den heimischen Garten, sondern in einigen Fällen auch zu einem Ärgernis: Lässt man es zu lange gewähren, erobert es sich städtisches Terrain. So ist es in der Vergangenheit mit vielen sogenannten wassergebundene Wegedecken in Offenbach geschehen, meist einfach nur Kieswege genannt.
Erneuerter Kiesweg an den Obstgärten in Rumpenheim
Statt Wildwuchs eine schöne Wegeoberfläche: In den Obstgärten in Rumpenheim wurde die wassergebundene Wegedecke vom Stadtservice erneuert © SOH
Am besten helfen gegen den Wildwuchs jeglicher Art regelmäßige knirschende Passantentritte und Fahrradreifen, die einen solchen Weg wurzelunfreundlich verdichten. Deshalb bricht der unerwünschte Bewuchs erst mal vorsichtig am Rand zwischen dem Kies hervor und breitet sich von dort aus. Fußgänger suchen in der Regel den Weg des geringsten Widerstandes und laufen angesichts von ersten Gras halt eben etwas mehr in der Mitte, das Grünzeugs breitet sich weiter aus – so lange, bis in extremen Fällen vom einstigen Weg nur noch ein Trampelpfad übrig bleibt.

Flächen werden aufgearbeitet

Gegen diese schleichende Einschränkung für Fußgänger gehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Geschäftsfeldes Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe jetzt gezielt vor: Seit dem Frühjahr sind sie damit beschäftigt, an verschiedenen Kieswegen im Stadtgebiet aus den schmalen Pfaden wieder einen auf voller Breite begehbaren Weg herzustellen.

Mit einfachem Abmähen ist es dabei nicht getan: Im schlechtesten Fall werden damit nur die Grassamen weiter verbreitet. Diese Flächen müssen richtig aufgearbeitet werden: Mit einer Maschine werden nach der Mahd die Wege aufgeraut, neuer Schotter wird aufgefüllt, anschließend wird planiert und obenauf kommt neuer Kies. Zum Schluss wird der Weg nass – daher der Name wassergebundene Wegedecke – verdichtet. Der Kies gleicht den Schotter aus und schützt im Winter vor Glätte.

Ökologische Wegbefestigung

Kieswege haben mehrere Vorteile: Sie sind eine ökologische Wegbefestigung, weil sie das Wasser wieder im Boden versickern lassen, heizen sich unter Sonneneinstrahlung weniger auf als Asphalt, Regenwasser läuft ab, weil sie gewölbt angelegt werden, sie gleichen Unebenheiten im Boden besser aus und passen optisch besser in Parks. Außerdem sind sie in der Herstellung viel günstiger als asphaltierte Wege. Nachteile haben sie bei der Reinigung: Besen oder gar Kehrmaschinen würden ihnen schaden.

Das Team, das beim Stadtservice die wassergebundenen Wegedecken erneuert, besteht übrigens nicht aus Straßenbauern, sondern aus Gärtnern. Denn ein gut angelegter Kiesweg macht nicht nur eine Oberfläche begehbar, sondern ist auch schön anzuschauen und wird deshalb häufig im Landschaftsbau angelegt.

07. August 2019