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Müllfahrzeug an einer zugeparkten Kreuzung
Wenn in Kurven geparkt wird, wird es für die Müllfahrzeuge eng. © Monika Müller
Die Leerung der Abfallbehälter in Anwohnerstraßen wird für Müllwagenfahrer immer häufiger zur Herausforderung. Mehrmals täglich sind sie mit zugestellten Kurven oder Autos, die zu weit auf der Fahrbahn parken, konfrontiert. Mit einer Informationskampagne will der Stadtservice der Stadtwerke Offenbach jetzt Anwohnerinnen und Anwohner darauf aufmerksam machen, dass sie mit falsch geparkten Fahrzeugen gegebenenfalls die Müllabfuhr vor ihrer Haustür verhindern.
Flyer an der Windschutzscheibe machen auf das Problem aufmerksam.
Die Flyer zum Anhängen werden ab kommender Woche dort verteilt, wo die Müllfahrzeuge wegen zu weit auf der Straße stehenden Autos nicht mehr durchpasst. © SOH
Verteilt werden die auffälligen orangefarbenen Flyer zum Aufhängen mit der Aufschrift „Lasst uns durch – wir sind breiter als ihr denkt“ ab nächster Woche auf den ersten Touren. Sie informieren auch darüber, warum eine bestimmte Fahrbahnbreite frei bleiben muss. Der Tonnenkontrolleur des Stadtservices, der vor der jeweiligen Tour herfährt, hängt sie an zu weit in die Fahrbahn ragende Fahrzeuge. Sollte der Appell nicht helfen, zieht das Ordnungsamt mit Strafzetteln nach oder lässt abschleppen.

Drei Meter Fahrbahnbreite müssen freigehalten werden

Laut Straßenverkehrsordnung dürfen Autos nur so geparkt werden, dass noch drei Meter Fahrbahnbreite frei bleiben. Die 2,55 Meter breiten und gut zehn Meter langen Müllfahrzeuge hätten dann noch auf jeder Seite etwas mehr als 20 Zentimeter Platz. Auch das ist sportlich, für die Fahrer aber täglich geübte Routine. Das Abbiegen mit einem Müllfahrzeug in eine Straße braucht neben Übung ebenfalls viel freien Raum: Etwa fünf Meter im gesamten Wendebereich sind dafür erforderlich und auch nach der Kurve ist der große Lastwagen erst nach etwa zehn Metern wieder auf gerader Spur.

Doch dieser Spielraum wird immer häufiger zugeparkt. Oft passen die Müllwagen dann auch mit noch so viel Fingerspitzengefühl der Fahrer nicht mehr durch und müssen an der Kreuzung anhalten. Dann laufen die Müllwerker zu den Häusern und ziehen die Behälter bis zum Fahrzeug. Je nachdem, wie häufig das an diesem Tag schon passiert ist, lassen sie die geleerten Tonnen dann aber an der Kreuzung stehen. Nicht, weil sie keine Lust für den Rückweg haben, sondern weil der Zeitplan der Kollegen aus der Entsorgung zusätzliche Fußwege nicht zulässt.

"Wo unsere Müllwagen nicht durchpassen, kommt auch kein Löschfahrzeug durch"

„Unser Tourenplan ist genau durchgetaktet und muss eingehalten werden, weil sonst die Kalkulation unserer Abfallgebühren nicht mehr stimmt“, sagt Christian Loose, stellvertretender Leiter des Eigenbetriebs der Stadt Offenbach. „Wenn unsere Mitarbeiter immer alle Tonnen, die wir wegen zugeparkter Straßen händisch zum Fahrzeug schieben, auch zurückbringen würden, könnten wir aus Zeitmangel am Ende der Tour ganze Straßen nicht mehr anfahren.“

Müllfahrzeug in einer engen Straße
Hier wird es nicht nur für die Müllabfuhr sondern auch für die Löschfahrzeuge der Feuerwehr eng. © Monika Müller

Damit dies auch in Zukunft nicht passiert, werden die Autofahrer jetzt mit den Flyern um Einsicht, Rücksicht und verantwortungsvolles Parken gebeten. Nicht nur wegen der Mülltonnenleerung, sondern weil im Ernstfall damit auch Menschenleben gefährdet werden: „Wo unsere Müllfahrzeuge nicht durchpassen, kommt auch kein Löschfahrzeug der Feuerwehr durch“, sagt Christian Loose.

12. November 2020