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Bioabfall-PLakat
© SOH
Die Bewohner der Offenbacher Innenstadt haben in diesen Tagen Post bekommen, in der sie um ihre verschimmelten Käsescheiben und harten Brotkanten gebeten werden. „Vielen Dank für Ihren Bioabfall“, heißt es in dem Schreiben, „wir können gar nicht genug davon bekommen.“ Absender ist der für die Abfallsammlung zuständige Stadtservice der Stadtwerke Offenbach.

Kampagne zur Nutzung der Biotonne

Seit im April 2014 jeder Haushalt im Stadtgebiet eine Bioabfalltonne bekommen hat, werden zwar viele der Gefäße mit braunem Deckel sehr zuverlässig genutzt – viele andere aber werden nie zum Leeren bereitgestellt. Das will die Stadt ändern und wirbt seit vergangenem Herbst mit dem Slogan „Die Zukunft ist im Eimer“ dafür, die Bioabfalltonne zu nutzen.

Denn der Inhalt hilft Ressourcen zu schonen: Welke Wirsingköpfe, verschrumpelte Äpfel und matschige Tomaten werden in eine Biogasanlage gefahren und dort vergoren. Dabei wird Strom gewonnen und der organische Rest dient noch als Dünger. Dies wird in einem mehrsprachigen Flyer mit Infos rund um das Thema Bioabfall erklärt, den der Stadtservice den Schreiben beifügt. Mit diesem Trennverhalten kann jeder – zumindest ein bisschen – zum Weltretter werden, heißt es da.

Bioabfall in der Entsorgung günstiger als Restabfall

Und es geht auch ums Geld. Denn Kartoffelschalen, Kaffeepads und verfaultes Obst kosten als Restmüll mehr Geld bei der Entsorgung als der getrennt gesammelte Bioabfall. Nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Bürger: Wer die Biotonne konsequent nutzt, kann vermutlich auf eine kleinere und damit günstigere Restabfalltonne umsteigen.

Deshalb schreibt der Stadtservice nun die Zielgruppen einzeln an, die nach einer Erhebung ihre Tonnen mit dem braunen Deckel noch besser nutzen könnten. Dies sind zunächst die Bewohner der Innenstadt, die aktuell Brief und Flyer erhalten und im nächsten Schritt Großwohnanlagen. Dort werden zunächst die Eigentümer und die Hausmeister als Multiplikatoren informiert und mit Material zum Thema Bioabfall versorgt, damit sie bei den Bewohnern das Interesse für die getrennte Sammlung wecken können. Denn gerade in solchen großen Liegenschaften kann sich das richtige Befüllen der Biotonne lohnen, wenn gleichzeitig das Volumen der Restmüllbehälter reduziert wird. Dies würde sich für jeden in einer geringeren Nebenkostenabrechnung niederschlagen.

Jeder kann zum Weltretter werden

Bis zu den Sommerferien sollen auch die Hauseigentümer eine Mail erhalten – nicht nur diejenigen, die ihre Tonne nicht nutzen, sondern auch solche, die den Behälter zuverlässig füllen. Ihnen wird dafür gedankt und sie werden gebeten, auch bei ihren Nachbarn für die Nutzung der Bioabfalltonne zu werben.

Gemeinsam mit weiteren Aktionen in den kommenden Monaten sollen die Offenbacher immer wieder daran erinnert werden, dass Bioabfall eine wichtige Ressource ist, mit der jeder zum Weltretter werden kann – zumindest ein bisschen.

17.02.2018

Rap "Die Zukunft ist im Eimer" © Tao feat. Biobabo