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Sunddielen werden in das Flussbett gerammt.
Am Mainufer gehen die Arbeiten für den Mainauslass weiter: Hier werden Spunddielen mit Hilfe eines „freireitenden Rüttlers“ in das Flussbett gerammt. © Monika Müller
Am Main in Höhe der Bildstockstraße ist es derzeit laut: Dort werden im Auftrag des Stadtservices der Stadtwerke Spunddielen in das Flussbett gerammt, beziehungsweise gerüttelt. Entsprechend lautmalerisch heißt das Gerät, das an den langen Bauteilen mittels eines Krans angebracht ist, freireitender Rüttler.

Er schafft es bei sieben Tonnen Eigengewicht, dass 240 Tonnen Fliehkraft auf die 18 Meter langen Spundwände einwirken. Sitzen die alle fest im Boden, bilden sie im Main in Ufernähe eine undurchlässige Grube, die noch mit Dalben gegen einen eventuellen Schiffsanprall gesichert und leergepumpt wird. Im geschützten Bereich innerhalb der gerammten Dielen wird im Anschluss eine Bodenplatte betoniert.

Mehrere Meter unter dem Wasserspiegel bauen Arbeiter dann im Auftrag der Abteilung Entwässerung im Trockenen ein sogenanntes Auslassbauwerk, das Endstück des neuen Entlastungskanals. Dieser entlastet bei heftigem Regen das Offenbacher Abwasserkanalnetz. Er leitet den Niederschlag und das Wasser aus dem Regenüberlaufbauwerk in der Kettelerstraße direkt in den Main. Damit soll vermieden werden, dass das Wasser an anderen Stellen aus dem Kanalnetz austritt und sich beispielsweise in den Straßen verteilt.

Das Regenüberlaufbauwerk entstand im Jahr 2019 im Zuge der dortigen Kanalerneuerung. Jetzt folgt der Anschluss der Rohre an den Mainauslass, der im Frühjahr 2022 beendet wird. Der Auslass selbst liegt so tief und ist so geformt, dass das später ausströmende Wasser die Schifffahrt nicht beeinträchtigt und auch nicht das Ufer beschädigt. Die Spundwände, die derzeit in den Main gerüttelt werden, werden nach Fertigstellung der Arbeiten wieder gezogen.

Eine weitere Baugrube für den Anschluss des letzten Stücks des Entlastungskanals befindet sich auf der anderen Seite der Mainstraße auf dem Parkplatz am ehemaligen Clariant-Areal, das heute von der Stadtwerke-Tochter INNO GmbH entwickelt wird. Dabei handelt es sich um eine Doppelstartgrube für einen großen Bohrkopf. In der einen Richtung bohrt er unterirdisch unter dem Maindeich hindurch zum Main. Damit macht er Platz für die neuen Rohre mit einem Durchmesser von zwei Metern, die an das Auslassbauwerk anschließen. In der anderen Richtung werden die Rohre zum Anschlussschacht in der Kettelerstraße verlegt, um den Abfluss von dort zu gewährleisten.

07. Mai 2021