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Gärtnergepflegte Grabanlage auf dem Neuen Friedhof
Gärtnergepflegte Grabanlage auf dem Neuen Friedhof © Andrea Egerer
Die Verwaltung der Städtischen Friedhöfe unter dem Dach der Stadtwerke Unternehmensgruppe in Offenbach plant in Kooperation mit der Treuhandstelle Hessen-Thüringen eine weitere gärtnergepflegte Grabanlage auf dem neuen Friedhof.

Das Interesse an gärtnerbetreuten Grabanlagen wächst in Offenbach ständig. In dem erst im November freigegebenen Memoriam-Garten auf dem Rumpenheimer Friedhof sind bereits fast alle Grabstellen verkauft. Auch auf einem entsprechenden Feld auf dem Neuen Friedhof sind nur noch wenige Beisetzungen möglich. Deshalb plant die Verwaltung der Städtischen Friedhöfe unter dem Dach der Stadtwerke Unternehmensgruppe in Offenbach in Kooperation mit der Treuhandstelle Hessen-Thüringen dort eine weitere Anlage, die bisher größte dieser Art in Offenbach. Auf 1.350 Quadratmetern im Eingangsbereich des Friedhofs soll als Blickfang ein Memoriam-Garten mit Beeten, einem mit Glasgranulat oder richtigem Wasser angelegten Bachlauf als zentralem Element, einem schwebenden Steg, Illumination und Bänken entstehen. Erhalten bleiben sowohl das Kriegerdenkmal als auch ein Teil der dort stehenden Bäume.

Für eine Beisetzung in einem solchen Gräberfeld ist ein Vertragsabschluss mit der Treuhandstelle Hessen-Thüringen notwendig. Dafür wird die Anlage für die festgelegte Zeit von Gärtnern professionell gepflegt, in den Kosten ist auch die integrierte Grabstele samt Beschriftung enthalten. Erstmals sollen in einem solchen Memoriam-Garten in Offenbach auch Erdbestattungen möglich sein.

Weil die Anlage selbst Besucher zum Verweilen einlädt, könnten dort auch kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen stattfinden, beispielsweise in Kooperation mit dem Verein Treffpunkt Friedhof.

Informationsveranstaltung zum Thema

Die Treuhandstelle hat jetzt Gärtner, Steinmetze und Bestattungsunternehmen zu einer Informationsveranstaltung zu dem Thema auf den Neuen Friedhof eingeladen. Gesucht werden ein oder mehrere Vertragspartner, die den Memoriam-Garten im Rahmen der bestehenden Pläne anlegen, pflegen und den Jahreszeiten gemäß bepflanzen. Die Friedhofsverwaltung übernehme viele Kosten für die Anlage, lobte Virginia Taschner von der Treuhandstelle Hessen-Thüringen und nannte die Baukosten für den Holzweg, die Wegedecke, die als Sitzgelegenheiten dienenden Findlinge und den Bachlauf. Für die oder den ausführenden Gärtner würden nach einer groben Schätzung 28.000 bis 35.000 Euro Materialkosten zu tragen sein. Angesichts der Größe des Projektes wird die Option freigehalten, dass mehrere Gärtner und Steinmetze sich als GbR, ARGE, Verein oder in einer anderen Organisationsform zusammenschließen. Damit würden nicht nur das Risiko und die Arbeit verteilt, eine Gemeinschaft biete auch die Möglichkeit mehr zu leisten und Erfahrungen und Know-how auszutauschen, sagte Taschner. Es sei auch möglich, die Anlage in mehreren Bauabschnitten fertigzustellen. Ziel ist, dass bereits im kommenden Jahr dort die ersten Beisetzungen stattfinden können.

„Ich finde das Konzept toll und sehr durchdacht, da kann man sich als Gärtner richtig ausleben“, sagte ein Teilnehmer der Veranstaltung und schwärmte von dem Standort mit Sonneneinstrahlung und Halbschatten, der beste Voraussetzungen für eine abwechslungsreiche Bepflanzung biete. Ein weiterer Besucher wies auf den Werbecharakter der Fläche hin: „Angesichts des Wandels in der Friedhofslandschaft sollten wir hier mitgehen und haben damit die Chance, die Leute mit der Anlage eines solchen Gartens von unserer Leistungsfähigkeit zu überzeugen.“

Während einer zweiten Veranstaltung am Mitte Februar soll die Planung mit Gärtnern, Steinmetzen und Bestattern detaillierter besprochen werden. Dazu sind auch noch weitere Interessenten willkommen. Wer dazu eingeladen werden möchte, meldet sich unter Telefon 069/84 00 04-590.

21. Dezember 2017­