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Schmal, wendig, leise, acht Stunden im Einsatz und nach rund vier bis fünf Stunden auftanken an der Steckdose schon wieder fit für die nächste Schicht: Da konnte der Stadtservice der Stadtwerke Offenbach nicht widerstehen.

Zwei Kehrmaschinen mit dem Namen Urban -Sweeper S2 der Firma Küpper Weisser fegen jetzt nahezu geräuschlos vor allem durch die Innenstadt. Und das Beste: Dank ihres Elektromotors verursachen sie keine Emissionen. Passantinnen und Passanten werden nicht mehr mit Abgasen eingenebelt, Gespräche müssen nicht mehr verstummen, weil ein Motor dröhnt. Bürgermeister und Stadtservice-Dezernent Peter Freier zeigte sich von der emissionsfreien Erweiterung des Stadtwerke-Fuhrparks bei einem Termin in der Innenstadt sehr angetan: „Es ist mir wichtig, dass unser Stadtservice seinen Teil dazu beiträgt, dass unsere Bürgerinnen und Bürger gerade in der besonders dicht besiedelten und frequentierten City durchatmen können. Jedes zusätzliche Fahrzeug, das in der Stadt abgasfrei und geräuschlos unterwegs ist, ist ein Gewinn an Lebensqualität.“

Das leise Wischen der elektrisch betriebenen Besen kann mit dem Geräusch eines mechanischen Gerätes mithalten. „Damit könnten wir auch nachts in einem Wohngebiet kehren, ohne den Schlaf der Anwohner zu stören“, sagt Heiko Linne, Betriebsleiter der ESO Stadtservice GmbH. „Vor allem aber sollen die beiden elektrischen Nutzfahrzeuge des Stadtservices ein weiterer Beitrag der Stadtwerke sein, den Luftreinhalteplan der Stadt Offenbach einzuhalten.“ Laut Hersteller spart jede der neuen Kehrmaschinen täglich gut 80 Kilo CO² gegenüber einer Dieselmaschine ein.

eine neue elektrische Kehrmaschine in der Innenstadt
© Monika Mueller

Die beiden elektrischen Maschinen wurden als Ersatz für zwei Modelle mit Verbrennungsmotor gekauft. Mit ihrem Einsatz kommt der Stadtservice seinem Ziel näher, seine Leistungen vor allem in der Innenstadt emissionsfrei zu erbringen. Dafür nutzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Grünwesens und der Straßenreinigung bereits zwei elektrische Streetscooter sowie zwei VW E-ups. Auch die Gluttonsauger, mit denen Kleinabfälle in der Innenstadt und im Hafengebiet aufgesaugt werden, laufen elektrisch. In Sachen Effizienz muss bei den Neuanschaffungen kein Abstrich gemacht werden: Die beiden elektrischen Kehrmaschinen passen durch enge Gassen und auf Bürgersteige, können dank ihres geringen Wenderadius‘ auch unter Arkaden sowie in Tiefgaragen eingesetzt werden. Bis zu 600 Kilo Kehricht können sie aufnehmen, bevor die Mitarbeiter auf das Gelände des Stadtservices zum Abladen fahren müssen. Auch für die Fahrer ist das neue Modell eine Erleichterung, nicht nur, weil der Arbeitsplatz ruhiger geworden ist. Sie sitzen in einer Panoramakabine, haben unter anderem eine Rückfahrkamera sowie eine Klimaanlage und durch ein Bodenfenster können sie sehen, was der Saugmund der Maschine vom Boden aufnimmt.

Immer mehr Hersteller haben inzwischen elektrische Kehrmaschinen im Angebot, da ein Fördertopf des Bundes bis zu 90 Prozent der Mehrkosten gegenüber einem Modell mit Verbrennungsmotor finanziert. Damit bleibt der Anschaffungspreis vergleichbar. „Dank dieser Förderung ist es uns möglich, unseren Fuhrpark nach und nach auf Fahrzeuge mit Akkuantrieb umzustellen. Voraussetzung ist aber, dass sie uns mit ihrer Leistung überzeugen“, sagt Christian Loose, stellvertretender Leiter des Eigenbetriebs. Bevor der Stadtservice sich für die beiden neuen Modelle entschieden hat, mussten im vergangenen Jahr einige Anbieter mit ihren Geräten zum Probekehren antreten. Zwei Tage Leihe machten es möglich zu testen, ob die Maschinen auch den Anforderungen in der Innenstadt genügen und eine ausreichende lange Akkulaufzeit haben. Der Stadtservice behält auch weiterhin den Markt mit elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen im Blick.

19. März 2021