Neue grüne Orte auf dem Neuen Friedhof
08.08.2025 – Der Neue Friedhof wird für immer mehr Menschen neben dem Ort des Gedenkens auch zu einem Ort der Erholung und der Entspannung. Die Verwaltung Städtischer Friedhöfe unter dem Dach der Stadtwerke Offenbach hat deshalb in den vergangenen Jahren immer mehr Wert auf schön gestaltete Flächen und Ruhezonen gelegt. Jetzt ist der letzte Teil einer Abfolge von blühenden und begrünten Abschnitten sowie Orten zum Nachdenken und Erholen über das Friedhofsareal abgeschlossen.
Die Gestaltung und Ausführung hat die Abteilung Grünwesen des Stadtservices der Stadtwerke Offenbach übernommen, unterstützt von den Auszubildenden für Garten- und Landschaftsbau der Stadtwerke.
„Die sich wandelnde Bestattungskultur bietet uns die Chance, unsere Flächen für die Lebenden nutzbar zu machen, ohne die Würde des Friedhofes als Ort der Verstorbenen und der Trauer zu verletzen“, sagt Gabriele Schreiber, Leiterin der Städtischen Friedhöfe. „Da wir immer mehr Urnenbestattungen auf unseren Friedhöfen haben, die weniger Platz benötigen, können wir die freien Flächen zum Gedenken, Erinnern und Erholen gestalten. Für unsere Angebote im Grünen haben wir schon viel Zuspruch von Friedhofsbesucherinnen und - besuchern erhalten.“
Begonnen wurde die grüne Kette 2019 mit dem „Garten der Erinnerung“, einem harmonisch bepflanzten Gräberfeld nahe der Trauerhalle. Das räumliche Ende bildet das Sternenkinderfeld. Daran schließt sich das Kindergräberfeld an. An ihm entlang verläuft der 40 Meter lange Pflanzenpfad, der in Form eines Bachlaufes im vorigen Jahr fertiggestellt wurde. In dem Bachlauf liegen Steine, die Eidechsen als Platz zum Sonnen und Insekten als Versteck dienen. Auf dieser Zierfläche wachsen aber vor allem 44 verschiedene Büsche, Stauden und Gehölze. Ihre Namen verraten von der Grafikerin Manuela Olten liebevoll gestaltete Steckschilder. Auf diesen sind auch die Insekten vorgestellt, die diese Pflanzen besonders gerne zur Nahrungsaufnahme anfliegen. Zusätzlich stehen hier jeweils am Anfang und Ende des Lehrpfades zwei große Pflanzkübel in Wabenform. In ihnen wurden weitere Stauden gesetzt, die Insekten Nahrung bieten.
Den Lückenschluss in der Kette an besonderen Orten bildet ein Areal für die Sinne, das jetzt zwischen dem Lehrpfad und dem Garten der Erinnerung fertiggestellt wurde. Hier windet sich ein Barfußpfad, der von den Gärtner-Auszubildenden der Stadtwerke geplant und gestaltet wurde. Die verschiedenen Felder laden ein, sie mit nackten Fußsohlen zu erspüren.
An den Pfad schließt sich ein Rondell rund um eine Trauerweide an, umgeben von einer runden Bank und Blumen. Dahinter steht ein hölzerner Bücherschrank in Form einer Vogelvoliere, aus dem sich Interessierte einen Band aussuchen kann. Gerne darf die Lektüre auch mit nach Hause genommen werden. Aktuell ist der neu aufgestellte Schrank allerdings noch mäßig bestückt. Wer anderen Friedhofsbesuchern mit gut erhaltenen und nicht mehr benötigten Büchern eine Freude machen möchte, kann sie gerne dort zur Verfügung stellen. Dabei gilt wie bei anderen öffentlichen Bücherschränken auch: keine jugendgefährdenden oder anstößigen Inhalte.
Neben dem Leseangebot wurde ein Summstein aufgestellt. Er soll Menschen dafür sensibilisieren, die Umwelt und sich selbst mit allen Sinnen bewusste wahrzunehmen. In den Ecken des Areals wurden Naschhecken angepflanzt, an denen sich Passantinnen und Passanten zur Reifezeit der Früchte bedienen dürfen. Außerdem stehen auch hier die großen Pflanzkübel in Wabenform mit insektenfreundlichen Stauden.