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Trauerhalle auf dem Neuen Friedhof
© Alex Habermehl
Schimmel im Gebäude, ein undichtes Dach, defekte Abwasserkanäle, eine schlechte energetische Bilanz, marode Sozialräume: An der Trauerhalle und Teilen des Krematoriums auf dem Neuen Friedhof besteht dringender Handlungsbedarf. Jetzt hat der Magistrat einer Vorlage von Bürgermeister Peter Freier zugestimmt, nach der der öffentlich zugängliche Trauerbereich abgerissen und neu gebaut sowie das Krematorium mit den Sozialräumen kernsaniert werden sollen. Das Vorhaben ist mit sechs Millionen Euro kalkuliert. Die Stadtverordnetenversammlung stimmt darüber am Donnerstag, 3. Dezember, ab.
Wie das neue Gebäude aussehen soll, zeigt ein Film, der zur Information für die Bürgerinnen und Bürger gedreht wurde und im Internet zu sehen ist. Darin erklären Bürgermeister und Dezernent Peter Freier, der stellvertretende Leiter des ESO Eigenbetriebs der Stadt Offenbach, Christian Loose und die Leiterin der Städtischen Friedhöfe, Gabriele Schreiber, welche Vorteile und Chancen die neue Trauerhalle bringt und welche gravierenden Mängel der bestehenden Bau hat.

Veränderte Gesellschaftsstruktur bei Planung im Blick

„Abgesehen von den bautechnischen Mängeln erfüllt die bestehende Trauerhalle auch nicht mehr die aktuellen Anforderungen an ein solches Gebäude: Sie ist nicht barrierefrei, hat eine sehr schlechte Energiebilanz und entspricht nicht den Voraussetzungen für eine sich ändernde Trauerkultur“, sagt Bürgermeister Peter Freier. „Wir planen jetzt mindestens für die kommenden 25 Jahre und haben dabei auch die veränderte Gesellschaftsstruktur in unserer Stadt im Blick.“

Dabei wird auch berücksichtigt, dass wegen der gestiegenen Mobilität heute die allermeisten Trauerfeiern deutlich kleiner sind als 1968, dem Baujahr des jetzigen Gebäudes. „Entsprechend ist unsere bestehende Trauerhalle für die meisten Veranstaltungen überdimensioniert“, sagt Christian Loose, stellvertretender Leiter des ESO Eigenbetriebs. Die neue Halle ist so konzipiert, dass sie für große und kleine Feierlichkeiten geeignet ist. Außerdem werden wir sie so einrichten, dass sie für unterschiedliche Religionen und Konfessionslose einen würdigen Rahmen bietet.“

Die Leiterin der Städtischen Friedhöfe, Gabriele Schreiber, verweist auf die schwierigen Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter in Trauerhalle und Krematorium. Hier sind die Sanitär- und Sozialräume marode. „Wir wollen hier nicht nur würdige Arbeitsbedingungen für die Kolleginnen und Kollegen schaffen. Die Sanierung ist auch wichtig, um die Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung und der Unfallkassen umzusetzen.“ Ferner sollen auch die Büros der Friedhofsverwaltung sowie ein Informationsbüro als Service für die Friedhofsbesucher im Gebäude der Trauerhalle untergebracht werden.

Dem jetzt gefällten Magistratsbeschluss ging eine intensive Diskussion in den politischen Gremien voran, ob nicht eine Kernsanierung aller Bereiche möglich und kostengünstiger wäre. Beide Optionen wurden eingehend betrachtet, das beauftragte Architekturbüro hat für beide Varianten die Kosten kalkuliert, die der Betriebskommission des ESO Eigenbetriebs und auch den Fraktionen der im Stadtparlament vertretenen Parteien in den vergangenen Wochen vorgestellt wurden.

Im Anschluss signalisierten die Mitglieder des Aufsichtsgremiums und die politischen Vertreter nahezu einhellig Zustimmung zu der jetzt zur Abstimmung vorliegenden Variante mit Teilabriss. Auch die Offenbacher Pietäten sowie Vertreter der religiösen Gemeinschaften wurden über das Vorhaben informiert und sehen in dem Vorhaben eine große Verbesserung. Die in der Trauerhalle integrierten Fenster von Bernd Rosenheim sollen ausgebaut und ihm, wenn er es möchte, zurückgegeben werden.

An den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung schließt sich die Ausführungsplanung an, bei der der Offenbacher Gestaltungsbeirat sowie konfessionelle und konfessionslose Vertreter der Trauerkultur einbezogen werden. Dies wird inklusive dem Antrag auf Baugenehmigung und Ausschreibung der Bauleistung bis Ende 2021 dauern. Der Bau soll Anfang 2022 beginnen.

25. November 2020