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Mit jeweils rund 20 Tonnen schweren Schläuchen und UV-Licht lässt der Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe aktuell ein defektes Abwasserrohr mit 1,50 Meter Durchmesser am Nordring reparieren. Auf 1,4 Kilometer Länge ist der Kanal kaputt. Statt das defekte Teilstück jedoch in offener Bauweise auszutauschen, wird ein neues Rohr in das alte hineingebaut.
Mitarbeiter des Stadtservice verlegen ein neues rohr am Nordring.
Riesige Schläuche verschwinden in einem Kanalschacht im Nordring und werden dort zu einem neuen Rohr. © Bernd Georg

Das funktioniert mit einem zusammengefalteten Schlauch aus Glasfasern, der mit flüssigem Harz getränkt ist. Der wird durch den Abwasserschacht gezogen und dann so weit aufgeblasen, dass er sich an das bestehende Rohr anschmiegt.

Anschließend kommt ein Gerät zum Einsatz, das viele Kinder unter dem Weihnachtsbaum in helle Begeisterung versetzen würde: Ein kleiner, mit hellen UV-Lampen bestückter Zug, der langsam durch das Rohr gezogen wird. Die UV-Strahlen härten das Material aus, so dass ein neues Rohr im alten entsteht. Eine Folie schützt den Schlauch beim Durchzug vor dem Kontakt mit Luft –andernfalls könnte das Material unter den UV-Strahlen nicht mehr aushärten.

Schlauchlining heißt das Verfahren, das am Nordring in Höhe des Kohlelagers auf zwei Mal 300 Metern im ersten Abschnitt angewendet wurde. Eine so lange Strecke kann bei einer Renovation nur selten bearbeitet werden und ist am Nordring nur deshalb möglich, weil der Kanal hier gerade verläuft. Jede Biegung würde bedeuten, dass das schwere Stahlseil, das den Zug mit dem UV-Licht durch das Rohr zieht, mit der Folie in Berührung kommt und sie beschädigt.
Die unterirdische Kanalerneuerung ist günstiger und schneller als die offene Bauweise und erfordert oft nur auf einem kurzen Streckenabschnitt eine Straßensperrung. Am Nordring wird aber die Straße ohnehin gerade hergestellt und die Kanalarbeiten des Stadtservices laufen mit dem Baufeld mit. Ein weiterer Kanalbauabschnitt folgt im November.

27.09.2018