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Bei der Entfernung von Grafittis im Stadtgebiet setzt der Stadtservice jetzt auf neue Methoden: Mit der Kraft von beispielsweise Walnussschalen und eines Tornados werden unerwünschte Schmierereien ebenso gründlich wie umweltschonend entfernt.
Mit einer neuen Methode entfernen Mitarbeiter des Stadtwerke-Geschäftsfelds Stadtservice Grafitti schonend auf allen Oberflächen - mit Materialien wie Nussschalen oder Glaspartikeln und ganz ohne Chemikalien. © SOH

Mit Glas und Walnussschalen gegen Schmierereien:

Tornado ist ein an einen Staubsauger erinnerndes Gerät, das seit einiger Zeit im Einsatz ist. Dieses arbeitet ohne Chemie, Wasser oder Hochdruck. Stattdessen lädt das System Material wie Glaspartikel, das synthetische Asilit oder eben Nussschalen.

Bisher wurden Graffitis im öffentlichen Raum durch eine Firma entfernt, die das zuständige Geschäftsfeld Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe beauftragte. Rund 30.000 Euro wurden dafür im vergangenen Jahr eingesetzt. Jetzt können die eigenen Mitarbeiter mit dem neuen Gerät vollgesprayte Flächen selbst reinigen.

Beim Einsatz ist Fingerspitzengefühl gefragt: Ein mit Sichtscheiben versehener Kasten wird auf beispielsweise ein störendes Graffiti gesetzt, das Reinigungsmaterial wird mit einer Düse gezielt auf die Schrift oder Gemälde geschleudert und schmirgelt diese ab. Gleichzeitig werden die zurückprallenden Teilchen und Farbpartikel innerhalb des Aufsatzes wieder eingesaugt. Wie lange der Einsatz dauert, hängt von der Verschmutzung und vom Untergrund ab. Da nicht jede Fläche gleich und eben ist, gibt es auch verschiedene Aufsätze, beispielsweise auch für Kanten. Oft dauert der Aufbau des Systems länger als die minutenschnelle Entfernung beispielsweise eines Graffitis. 

Mann mit Reinigungsgerät an Tor
Der Tornado wurde jetzt zur Reinigung eines Trafohäuschens der EVO-Tochter ENO von den Kollegen vom Stadtservice eingesetzt. © SOH

Das wieder eingesaugte Material kann mehrfach wiederverwendet werden, bis es zu stumpf für die Reinigung geworden ist. Die Mitarbeiter des Stadtservices, die oft jahrzehntelange Erfahrung mit Reinigungsarbeiten aller Art mitbringen, sind von dem Einsatz überzeugt, zumal die Arbeit ohne Chemie erledigt wird und der Geräuschpegel gering ist. Durch die Arbeit mit einem geschlossenen System fliegen keine Partikel umher, es läuft nichts in den Boden und die zu reinigende Stelle muss nicht für den Fußgänger abgesperrt werden. 

Die Skulptur im Leonhard-Eißnert-Park oder das Kreuz am Memoriam-Garten auf dem Neuen Friedhof wurden damit bereits gereinigt. Welches Material dabei eingesetzt wird, hängt vom Untergrund ab: Asilit beispielsweise wird zur Reinigung von Fassaden und Naturstein eingesetzt. Auch Schmutz, Rost oder Salpeter werden mit dem Gerät entfernt, es entfernt Beläge auf Klinker und Beton ebenso wie auf Naturstein oder Putz.  

Einsatz auch auf Privatgrundstücken

Inzwischen bietet die ESO Dienstleistungsgesellschaft mbH aus dem Geschäftsfeld Stadtservice die Reinigung von Fassaden auch für Privat- und Gewerbekunden an. Informationen dazu finden Sie auf folgender Seite: