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Tempel im Schlosspark
Unter den Hauptwegenetz könnte eine Ringwasserleitung verlegt werden. Der Stadtservice könnte dort dann Wasser entnehmen, um die Bäume zu gießen. © Alexander Habermehl / Stadt Offenbach
Die trockenen Sommer der vergangenen Jahre hatten zur Folge, dass im Schlosspark Rumpenheim rund 450 Bäume gefällt werden mussten. Ein Großteil dieser Bäume waren jüngere Ahornbäume, die der Rußrindenkrankheit zum Opfer fielen. Getroffen hat es aber auch eine erhebliche Anzahl alter Exemplare unterschiedlichster Baumarten. Gemeinsam arbeiten derzeit das Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement mit dem Stadtservice der Stadtwerke Offenbach und dem Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz ein Gehölzentwicklungskonzept aus.
„Durch die Abgänge der Altbäume einerseits und das wilde Wachsen von Ahornbäumen in den entstandenen Lücken ist die historische Vielfalt im Park in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen“, teilt Umwelt- und Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß mit. „Mit dem Baumkonzept wollen wir den historischen Gehölzbestand, der altersbedingt nach und nach verloren gegangen ist, wiederherstellen und dabei denkmalpflegerische und klimatische Aspekte berücksichtigen. Wichtig ist dabei vor allem, die ursprüngliche Vielfalt wiederherzustellen.“ Die Neupflanzungen sind abschnittsweise für die kommenden Jahre vorgesehen.

Nachpflanzung von 120 Bäumen im Herbst

In einem ersten Schritt sollen im Herbst 2020 rund 120 Bäume nachgepflanzt werden. Um diese regelmäßig mit Wasser versorgen zu können, prüft das Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, ob eine Wasserringleitung unter dem Hauptwegenetz angelegt werden kann. Diese wird rund 1.000 Meter lang sein. Benötigt werden mindestens elf Wasserentnahmestellen in Form von Unterflurhydranten.

Mitarbeiter des Stadtservice sollen dort Wasser zum Gießen der Bäume entnehmen können. Von einer automatischen Bewässerung wird abgesehen, weil diese als störanfällig und damit reparaturintensiv gilt sowie zusätzlich eine teure Entwässerung eingebaut werden müsste. Derzeit werden die Rahmenbedingungen zur Planung und Realisierung der Wasserleitung geklärt. Die Kosten werden auf rund 150.000 Euro geschätzt. Im Zuge der Neupflanzungen im Herbst sollen auch die Parkwege saniert werden – eine dringliche Maßnahme, die weitere 50.000 Euro kosten wird.

Bewässerung aufgrund der örtlichen Begebenheiten

Der historische Schlosspark ist derzeit die einzige Grünanlage in Offenbach, für die eine solche Bewässerung vorgesehen ist. Notwendig ist sie aus Sicht des Stadtservice durch die örtlichen Begebenheiten: Der Park liegt auf künstlich aufgeschüttetem Gelände. Bäume müssen mit ihren Wurzeln einen deutlich weiteren Weg zur wasserführenden Bodenschicht zurücklegen. Hinzu kommt, dass nach dem Rückbau der Rumpenheimer Schleuse Anfang der 1980er Jahre der Grundwasserspiegel gesunken ist.

Durch die Trockenheit der vergangenen Jahre und den dadurch weiter abgefallenen Grundwasserspiegel starben zuletzt insbesondere alte Bäume, deren Wurzeln nicht mehr in die Tiefe wachsen können.

15. Juli 2020