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Sandreinigung auf einem Spielplatz in Rumpenheim.
Heiko Stepan reinigt Sandflächen in Offenbach mit dem Sandmnaster. © SOH
Im Frühjahr wird der Sand auf den Spielplätzen bis in 40 Zentimeter Tiefe gereinigt und als Fallschutz aufgelockert. Dabei tauchen bisweilen unerwartete und unappetitliche Fundstücke auf.

Es gehört beim Buddeln auf dem Spielplatz zur kindlichen Standardphantasie, dass sich mit der roten Lieblingsschaufel aus den Tiefen der Sandgrube eine Schatzkiste hervorgraben ließe. Wenn Heiko Stepan anfängt, auf den städtischen Spielplätzen im Sand zu buddeln, sucht er nach weniger wertvollen Fundstücken. Was er mit seinem Arbeitsgerät „Sandmaster“ zutage fördert, ist Erwartbares wie Wurzeln, Steine, Laub und Kastanien, Unappetitliches wie Tierkot, Zigarettenkippen und Taschentücher oder Gefährliches wie Scherben.

Der Mann mit der grün-gelben Spezialmaschine arbeitet in diesen Tagen im Auftrag des Geschäftsfeldes Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe: Er soll zu Saisonbeginn auf 49 der insgesamt 67 städtischen Spielplätze den Sand reinigen und lockern.

8000 Quadratmeter Sandfläche werden gereinigt

Wo die Maschine nicht zum Einsatz kommen kann, etwa weil die Fläche zu klein oder schwer zugänglich ist, wird der Sand ausgetauscht. In diesem Jahr werden etwa 80 Kubikmeter Sand entsorgt und mit rund 200 Kubikmetern ersetzt – damit ist dann auch der jährliche Schwund ausgeglichen. Insgesamt investiert die Stadtwerke Unternehmensgruppe für Reinigung und Wechsel in diesem Jahr rund 33000 Euro.
Sandreinigung auf einem Spielplatz in Rumpenheim.
Professionelles Buddeln im Sand: Das auf Offenbachs Spielplätzen aktuell eingesetzte Gerät reinigt und lockert in einem Arbeitsgang. © Soh

Knapp 8000 Quadratmeter Sandfläche in bis zu 40 Zentimeter Tiefe durchpflügt der Sandmaster in Offenbach bis Ende April. Die Maschine, die aussieht wie eine Mischung zwischen Rasenmäher und Traktor, nimmt mit einem internen Förderband den Sand auf und wirft ihn gegen ein senkrecht stehendes Steilsieb am vorderen Teil des Gerätes. Der Sand fällt durch das Sieb wieder auf die Spielfläche zurück, Fremdkörper prallen ab und fallen in einen Auffangkorb, von dem aus sie fachgerecht entsorgt werden.

Mit dem Verfahren werden mehrere Ziele erreicht: Zum einen wird der Sand, der unter Klettergeräten und Schaukeln als Fallschutz dient, deutlich lockerer und puffert besser den Aufprall von springenden oder abgerutschten Kindern ab. Zum anderen wird durch die Säuberung und Belüftung schädlichen Keimen der Nährboden entzogen. Die vor allem bei Kleinkindern oft zu beobachtende Handvoll Sand im Mund wird dadurch zwar nicht leckerer, aber immerhin weniger eklig. Und die Methode ist nachhaltig: Der Sand muss nicht mit einem Lastwagen weggefahren und entsorgt werden, neuer nicht angefahren werden. „Nach der Reinigung hat er jetzt die gleiche Qualität wie neuer Sand“, sagt Stepan.

GBM sorgt für Sicherheit der Spielgeräte

Für die Sicherheit und Qualität der Spielgeräte selbst ist eine andere Tochter der Stadtwerke-Unternehmensgruppe zuständig: Die Mitarbeiter der GBM aus dem Geschäftsfeld Immobilien kontrollieren regelmäßig die Spielplätze, prüfen Wippen, Schaukeln und andere Geräte und achten auch darauf, dass genügend Sand als Fallschutz darunter vorhanden ist.

Für Heiko Stepan ist die Arbeit mit dem Sandmaster ein Knochenjob: Das Arbeitsgerät ist schwer, wird vor allem im Sommer sehr heiß und nach dem Pflügen muss in der Sandkiste und unter den Spielgeräten wieder per Hand eine einigermaßen ebene Fläche hergestellt werden. Jetzt hat er gerade den Spielplatz am Rumpenheimer Pfortengraben bearbeitet. Den Eindruck, dass die Flächen viel höher geworden sind, bestätigt Sophie Siebel, Mitarbeiterin des Geschäftsfeldes Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe: Bis zu 20 Prozent Volumenverlust entstehen pro Jahr durch die Setzung des Sandes, also durch das Hüpfen und Laufen der kleinen Nutzer oder auch den Regen, erklärt sie.

Schatzsuche im Sand

Im Korb des Sandmasters finden sich nach dem aktuellen Durchgang Am Pfortengraben vor allem Steine, aber auch Tierkot. Früher waren es auch immer wieder Handys, die aus der gelben Masse wieder an das Tageslicht befördert wurden. Seit die Geräte eine Ortungsfunktion haben, ist dies aber die Ausnahme. Auch Förmchen sind erstaunlich selten im Auffangkorb, dafür immer wieder Murmeln. Ab und an findet er auch ein verstorbenes Haustier, das in einem Plastikbeutel an einem vermeintlich geschützten Platz, etwa unter der Wippe, „beerdigt“ wurde.

Außerdem klingeln regelmäßig Geldmünzen in dem Abfallbehälter. Je nach Ausstattung eines Spielplatzes können bis zu 40 Euro pro Reinigungstour zusammenkommen, erzählt der Reinigungsprofi. „Am meisten liegt unter den Vogelnestschaukeln, aber auch unter den Klettergeräten kommt einiges zusammen, wenn die Münzen vorher lose in den Hosentaschen gesteckt haben“, erklärt er und nährt damit doch wieder Schatzphantasien. Man muss eben nur mit dem richtigen Arbeitsgerät suchen.

18.04.2018

Sandreinigung auf einem Spielplatz in Rumpenheim. SOH
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