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Wer regelmäßig die Mühlheimer Straße befährt, hat sich inzwischen fast an die Spurverengung und die manchmal nötigen Spursperrungen gewöhnt: Dort lässt seit Mai das Geschäftsfeld Stadtservice der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe zwischen Karl-Herdt-Weg und der Ulmenstraße einen neuen Abwasserkanal bauen.

Aktuell sind die Arbeiten im Karl-Herdt-Weg nicht zu übersehen und zu überhören: Dort werden die Rohre im Gleitschienenverbau verlegt. Dazu rammen die Bauarbeiter mit schwerem Gerät und heftigen Schlägen seitliche Stützwände in den Boden. Diese verhindern, dass beim Ausschachten seitlich Boden in die Baugrube nachrutscht. „Dadurch kann die Baustelle schmal gehalten werden und der Verkehr kann weiter fließen“, erklärt Projektleiterin Melanie Gessner, stellvertretende Abteilungsleiterin Kanalbau und Sanierung im Geschäftsfeld Stadtservice.

Die Rohre werden zwischen der Einmündung Im Eschig bis zur Mühlheimer Straße verlegt. Auf der vierspurigen Hauptverkehrsstraße laufen die Bauarbeiten unterirdisch weiter. „Wir arbeiten dort mit der sogenannten Vortriebstechnik, wie sie ähnlich auch beim Bau des St. Gotthardt-Tunnels angewendet wurde“, sagt Gessner. Die Vorbereitungen laufen bereits: In Höhe der Fußgängerampel von Manroland wird auf der abgesperrten Baustelle in der Mitte der Straße die Startgrube ausgehoben und mit einer runden Bewehrung abgestützt. Hier verschwindet dann der Bohrer und schafft unter der Asphaltdecke in rund vier Meter Tiefe Platz für den neuen Sammelkanal mit 1,50 Meter Durchmesser. Er ersetzt die alte Leitung mit geringerem Fassungsvermögen. Auf rund 400 Metern Länge wird dieses Verfahren angewendet, bis der Anschluss an den vom Karl-Herdt-Weg kommenden neuen Kanal erreicht ist.

Verkehrsfluss durch Verfahren weniger beeinträchtigt

Für die Autofahrer bedeutet dieses Verfahren, dass der Verkehrsfluss weniger gestört wird. Allerdings bleiben bis Ende November die Fahrspuren weiter verengt, der Radweg entfällt auf dem gesamten Bauabschnitt.

Das rund 100 Jahre alte Kanalsystem muss erneuert werden, weil neue Baugebiete wie Bieber Nord und An den Eichen angeschlossen werden und es die Abwässer der wachsenden Großstadt nicht mehr fassen kann. Vier Millionen Euro kostet das Projekt, das Teil des Generalentwässerungsplanes ist.

14.08.2017