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Elektro-Kehrmaschine auf dem Aliceplatz
Einen Tag lang hat der Stadtservice die elektrisch angetriebene Kehrmaschine in der Innenstadt getestet. © SOH
Eine neue Kehrmaschine surrte am Dienstagvormittag leise durch die Offenbacher Innenstadt: Der Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe hatte das elektrisch betriebene Gerät von einem Hersteller ausgeliehen, um den Einsatz einen Tag lang zu testen.

Leise und umweltfreundlich

1,5 Stunden Schnellladezeit, sechs bis acht Stunden im Normalmodus, zehn Stunden Betrieb bei normaler Witterung – der Mitarbeiter des Unternehmens spult routiniert die Daten des „Urban Sweepers“ herunter.

Für den Stadtservice sind aber auch andere Werte interessant: Null Emissionen und sieben Dezibel weniger Geräusch als eine herkömmliche Kehrmaschine mit Verbrennungsmotor. Damit, so versichert der Vertreter, könnte man mit den entsprechenden geräuscharmen Besen auch nachts in Wohngebieten kehren.

„Wir möchten drei Elektrokehrmaschinen in der Innenstadt einsetzen“, sagt Heiko Linne, Geschäftsführer des Geschäftsfeldes Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe. „Voraussetzung ist, dass wir einen Zuschuss aus einem Fördertopf des Bundes erhalten.“

Beitrag zur Luftreinhaltung in Offenbach

Mit diesem Fördergeld könnten bis zu 90 Prozent der Mehrkosten des Neuanschaffungspreises gegenüber einer herkömmlichen Kehrmaschine finanziert werden. Da immer mehr Hersteller mit elektrisch betriebenen Geräten für den kommunalen Einsatz auf den Markt gehen, möchte der Stadtservice noch weitere Geräte dieser Art testen, bevor es zu einer Kaufentscheidung kommt. Auch weitere emissionsarme Elektrofahrzeuge stehen auf dem Wunschzettel, um zur Einhaltung des Luftreinhalteplans für Offenbach beitragen zu können. Doch beispielsweise elektrisch betriebene Müllfahrzeuge, die den Anforderungen des Stadtservices gerecht werden, sind derzeit noch in der Erprobungsphase der Hersteller.

Ziel ist es, dass der Stadtservice seine Leistungen vor allem in der Innenstadt emissionsfrei absolviert. Dafür sind bereits zwei elektrische Streetscooter seit Herbst im Einsatz, mit dem die Mitarbeiter des Grünwesens und der Straßenreinigung unterwegs sind. Auch die Gluttonsauger, mit denen Kleinabfälle in der Innenstadt und im Hafengebiet aufgesaugt werden, laufen elektrisch.

Klein und wendig

Die elektrische Kehrmaschine ist nur 1,90 Meter und damit auch für die Arbeit unter Arkaden, Schirmen und in Tiefgaragen geeignet und passt mit 1,15 Meter Breite auch durch Absperrungen. Mit einer sogenannten Knicklenkung hat sie einen geringen Wenderadius und passt auch durch die Bänke am Rande des Aliceplatzes. Dort sorgt das leise Gerät für große Aufmerksamkeit bei den Passanten.

Und auch für die Mitarbeiter des Stadtservices bietet die elektrisch betriebene Maschine neue Erkenntnisse: „Seit 15 Jahren fahre ich Kehrmaschinen“, sagt Disponent Fabio Messena nach einer Probefahrt mit leisem Antrieb, „und zum ersten Mal habe ich die Besen laufen hören.“

22. Januar 2020