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Konfetti zu werfen ist sicher unterhaltsam, aber, ohne den Narren gegenüber despektierlich sein zu wollen, keine große Kunst. Konfetti richtig zu entfernen dagegen, das können sicherlich auch Eltern nach einer Karnevalsfeier des Nachwuchses in den eigenen vier Wänden bestätigen, ist schon eher die hohe Schule des Saubermachens. Die beherrscht der Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe so gut, dass viele Kommunen aus der Umgebung ihn mit der Straßenreinigung nach ihrem Karnevalsumzug beauftragen.
Symbolbild Fasching
© pixabay

Und so sind die Kollegen in der Karnevalszeit oft im Einsatz um aufzukehren, was vom Feiern übrig bleibt. Bei den Heimspielen, den Umzügen in Bieber und Bürgel sowieso, aber auch in Mühlheim, Lämmerspiel, Rodgau, Seligenstadt, Rödermark sowie Niederissigheim sind die Offenbacher Stadtservice-Leute diejenigen, die die Straßen nach den Motivwagen wieder tauglich für den regulären Verkehr herrichten.

„In den meisten Kommunen kehren wir schon seit vielen Jahren nach den Umzügen, und es hat sich herumgesprochen, dass wir gute Arbeit machen“, sagt Fabio Messena, Disponent bei der zuständigen Abteilung Service öffentlicher Raum.

Bis zu 4 Tonnen Konfetti und anderer Abfall

Ob der Abfall-Anfall ein Indikator für die gute Stimmung ist, soll hier nicht entschieden werden. Die größte Menge fällt aber in Seligenstadt und Mühlheim an: Jeweils zwischen 3,5 bis 4 Tonnen vornehmlich Konfetti, vermengt mit Sekt- und Bierflaschen, Kartonagen und diversem Plastik, vor allem zerknüllte Becher, kommen da zusammen. Knollen sind übrigens kaum enthalten – da sind die Besucher der Umzüge in allen Kommunen gleich zuverlässig.

Was aber sonst vor dem Zug noch zur guten Vorbereitung für einen vergnüglichen Nachmittag zählte, ist später beim Abladen in der Sortierhalle auf dem Betriebshof des Stadtservices in der Daimlerstraße nur noch AZV – Abfall zur Verwertung. Tatsächlich werden aus den Konfettimengen noch die Glas- und Plastikflaschen heraussortiert, ebenso die Kartonagen und andere große Verpackungsteile.

Als letzte Zugnummer gefeiert

Je nach Kommune wird der Abfall mit großer und kleiner Kehrmaschine entfernt, unterstützt von Handmannschaften, also Leuten, die mit dem Reisigbesen unterwegs sind. „In manchen Orten werden wir als letzte Zugnummer behandelt“, erzählt Messena. Da wird dann den Teams in der neongelben Arbeitskleidung wegen ihrer gelungenen Kostüme ausgelassen zugejubelt, die Kollegen in den Kehrmaschinen haben schon viele Bonbons zugesteckt bekommen.

Dabei halten die Stadtservice-Teams deutlichen Abstand zum Zug: „Wir warten, bis die letzte Nummer 50 bis 100 Meter entfernt ist, damit wir den Zug mit den Geräuschen der Turbinen und Blasgeräte nicht stören.“

Arbeit erfordert Konzentration und gute Nerven

Dann aber lassen die jeweiligen Ordnungskräfte meist schon wieder den regulären Verkehr fließen, zudem springen noch viele feucht-fröhliche Besucher vor die Kehrwagen – nach den Umzügen brauchen die Mitarbeiter besonders hohe Konzentration und gute Nerven bei der Arbeit.

Und auch sonst ist es kein Einsatz wie jeder andere. „Konfetti ist heftig, weil es bei Nässe auf der Straße kleben bleibt“, erklärt Messena. Die Feuchtigkeit kommt hier nicht nur von Bier und Sekt, sondern auch von den Kehrmaschinen selbst: Die arbeiten prinzipiell mit Wasser, damit sie keine riesige Staubwolke hinter sich herziehen. Entsprechend kann in den Straßenfugen durchaus noch ein Konfettirest kleben bleiben und auch die Kollegen in der Sortierhalle finden selbst einige Zeit nach Aschermittwoch noch bunte Schnipselreste.

05.03.2019