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ESO Schneeschiebefahrzeug im Einsatz
Winterdienst © Bernd Georg
Viele Menschen trifft der erste Schneefall unvorbereitet und sie sehen ihn als eine Form von persönlichem Schicksalsschlag, der spontan bewältigt werden muss. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke Offenbach dagegen bereiten sich schon länger auf die für Verkehrsteilnehmer potenziell gefährliche Wetterlage vor. Der für den Winterdienst verantwortliche Disponent Fabio Messena bekommt schon seit einiger Zeit jeweils um 6 und um 12 Uhr vom Deutschen Wetterdienst auf das Handy eine Prognose, ob Schneefälle oder Glatteis zu erwarten sind. Wenn diese Wetterlage sich ankündigt, wird auch häufiger informiert.
Ein Team von 180 Leuten aus dem Stadtservice der Stadtwerke Offenbach kann Fabio Messena im Schneefall für seinen bereits fertig als Datei abgespeicherten Einsatzplan einteilen. Die Truppe setzt sich zusammen aus den Mitarbeitern der Straßenreinigung, den Gärtnerinnen und Gärtnern sowie ihren Kollegen aus der Straßenunterhaltung und der Entwässerung. Ihnen steht ein Fuhrpark von sechs Lastwagen, vier Mehrzweckfahrzeugen, und vier Traktoren zur Verfügung. Die Fahrzeuge sind bereits mit Schneeschiebern versehen, außerdem können sie Splitt, Sand und Salz streuen.

Vorrangige Räumung von Haupteinfallstraßen und die Hauptstraßen

Vorrangig werden die Haupteinfallstraßen und die Hauptstraßen samt den dortigen Fahrradwegen sowie deren Kreuzungen geräumt und gestreut. Für die Fahrradstraße gibt es eine eigene Tour mit einem Kleinfahrzeug. Alle Touren zusammen sind insgesamt gut 220 Kilometer Straße. Außerdem stehen die Fußgängerüberwege, die Bushaltestellen und öffentlichen Treppen auf dem Einsatzplan der Schneekolonne. Diese Flächen für die Fußgänger werden von den sogenannten Handmannschaften geräumt, die mit Besen und Schneeschiebern unterwegs sind.

In der vergangenen Wintersaison 2020/21 hatte das Team der Stadtwerke zwölf Einsätze, in der milden Saison zuvor davor waren es drei.

Die beiden Silos auf dem Betriebshof sind bereits aufgefüllt: In ihnen lagern insgesamt gut 250 Tonnen Streusalz, außerdem hält der Stadtservice 50 Tonnen Splitt bereit. Falls das nicht reichen sollte, hat die Stadt weitere 1000 Tonnen Salz im interkommunalen Salzlager in Wiesbaden auf Vorrat. 

Grundstückseigentümer müssen vor ihrer Liegenschaft Räumen

Auch wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke bei Eis und Schnee im Einsatz sind, müssen die Grundstückeigentümerinnen und -eigentümer trotzdem vor ihrer Liegenschaft räumen. Wochentags muss ab 7 Uhr der Gehweg geräumt sein, samstags ab 8 Uhr und sonntags ab 9 Uhr. Von da an muss tagsüber bis 20 Uhr gewährleistet sein, dass Fußgängerinnen und Fußgänger ohne zu rutschen auf einer Breite von 1,50 Meter über die Gehwege laufen können.

Wenn es tagsüber andauernd heftig schneit, braucht allerdings niemand vor die Tür und gegen den Schnee ankämpfen. Sobald aber keine Flocken mehr herunterkommen, müssen Schneeschieber und Besen zum Einsatz kommen. Für den richtigen Einsatz hat der Schneeräumprofi Fabio Messena von den Stadtwerken folgenden Tipp: Frischer Schnee lässt sich am besten mit dem Schieber beseitigen. Haben allerdings schon mehrere Leute einen Trampelpfad auf festgetretenem Schnee hinterlassen, schruppt man den kalten Gehwegbelag am besten mit einem Besen mit festen Borsten ab.

Vereiste Flächen werden am effizientesten mit Splitt mit einer Körnung von 2 bis 5 Millimetern abgestreut. Sobald die Eiskruste abgeschmolzen ist, muss das Streugut aber wieder zusammengekehrt werden.

22. November 2021