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Ansicht SOH Gebäude von außen
© SOH
Trotz des herausfordernden Umfeldes, geprägt durch die Corona-Pandemie, erzielten die Stadtwerke Offenbach mit ihren Gesellschaften im Jahr 2020 erneut ein insgesamt positives Ergebnis: Das Geschäftsjahr schließt mit einem Konzernjahresüberschuss von 7,45 Millionen Euro ab und liegt 3,48 Millionen Euro über Plan.

Die Ergebnisse der vier Geschäftsfelder fallen aufgrund der besonderen Situation unterschiedlich aus. Während die Bereiche Immobilien und Stadtservice an die vielversprechenden Entwicklungen des Vorjahres anknüpfen konnten, verbuchten die Geschäftsfelder Mobilität und Veranstaltungen Corona-bedingt Mindereinnahmen. Zudem wurden neue Lastwagen sowie Müllfahrzeuge für den Stadtservice angeschafft. Weitere wesentliche Investitionen flossen innerhalb des Geschäftsfeldes Immobilien im Hinblick auf die zukünftige Stadtentwicklung in Grundstücke, Bauten und Bauvorbereitungen. Die Eigenkapitalquote blieb auf einem hohen Niveau von knapp 37 Prozent stabil.

Der Überschuss steht allerdings nicht vollumfänglich der Stadtwerke Holding GmbH zur Verfügung. Ein großer Anteil wurde bei der Wohnungsbaugesellschaft GBO erwirtschaftet, die das Geld für Sanierungen im Bestand sowie in Neubauten investiert. Das Ergebnis der SOH GmbH beinhaltet neben den Aufwendungen für die gewöhnlichen Holdingaufgaben auch die anteilige Verlustübernahme für den ÖPNV sowie die Ausschüttungen von Beteiligungsunternehmen. Hierbei hat die Beteiligung an der EVO AG mit einer Dividende von circa 6,6 Millionen Euro den größten Anteil. Nach Verrechnung der Aufwendungen und Einnahmen hat die Holding insgesamt einen Überschuss von 1,1 Million Euro erzielt. Nähere Informationen zu den Gesellschaften stehen auch im Beteiligungsbericht der Stadt Offenbach. Dieser befindet sich nach der Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung auf der Internetseite der Stadt.

Stadt und Stadtwerke kooperieren erfolgreich bei der Pandemie-Bekämpfung

„Nicht nur mit diesem guten Ergebnis, sondern auch mit den Leistungen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich die Stadtwerke erneut als starkes und funktionierendes Instrument der Stadt gezeigt“, sagt Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Felix Schwenke und betont: „Auch in den Wochen mit den höchsten Fallzahlen haben die Verwaltung und die kommunale Wirtschaft funktioniert. Die Bürgerinnen und Bürger konnten sich darauf verlassen, dass die Stadtwerke die von der Stadt übertragenen Aufgaben erfüllen: Von der Müllabfuhr über die Straßenreinigung und die Busverbindungen ist das tägliche Leben in der wachsenden Stadt Offenbach auch in Zeiten der Pandemie weitergegangen.“

Der Oberbürgermeister lobte auch das partnerschaftliche Zusammenspiel zwischen Stadt und Stadtwerken bei der Pandemie-Bekämpfung mit Blick auf die effektive Arbeit des Offenbacher Krisenstabs: Der Aufbau des Impfzentrums in der Stadthalle sowie die Umsetzung einer erfolgreichen Teststrategie für Offenbach gehörten ebenso dazu wie eine transparente Krisenkommunikation. Wertvolle Unterstützung für die Stadt leisteten die Stadtwerke auch bei der zeitnahen Umsetzung von Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket.

Ansicht Treppenhaus
© SOH, J. L. Valentin

So sehr die Pandemie auch Einfluss auf den Alltag und das Arbeitsleben genommen hat, sind die Stadtwerke für den Oberbürgermeister weiterhin auch ein Instrument, um wesentliche Projekte für die Zukunft der Stadt zu steuern. Nach den erfolgreichen Verhandlungen mit der Firma Clariant über den Erwerb des 36 Hektar großen ehemaligen Clariant-Geländes, entschied die Kommunalpolitik einvernehmlich, das Areal von einer GmbH unter dem Dach der Stadtwerke managen zu lassen. Die 2020 neu gegründete Projektentwicklungsgesellschaft INNO Innovationscampus GmbH entwickelt das Gelände und unterstützt den Oberbürgermeister bei der Vermarktung. Auch der strategische Umbau der Mobilität in Offenbach Richtung Nachhaltigkeit wurde durch den Kauf von sieben neuen Elektrobussen vorangetrieben. Hierfür hat die Stadt Offenbach entsprechend des Stadtverordnetenbeschlusses aus dem Jahr 2019 zwei Millionen Euro Verlustübernahme an die Stadtwerke gezahlt. Verbunden mit dem Kauf der Busse war der Bau der Ladeinfrastruktur auf dem Betriebshof in der Hebestraße. Zudem wurde die Offenbacher Stadtmarketinggesellschaft durch Anteilskauf in die Stadtwerkegruppe integriert.

„Dank eines partnerschaftlichen und leistungsstarken Geschäftsführerteams und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind die Stadtwerke wirklich gut durch die Pandemie gekommen“, stellt Geschäftsführer Peter Walther mit Blick auf den vorliegenden Geschäftsbericht fest. „Wir waren im vergangenen Geschäftsjahr von Covid-19 betroffen, aber nicht signifikant. Obwohl der öffentliche Personennahverkehr auch in Offenbach deutlich ausgebremst wurde und die Veranstaltungen in den meisten Monaten zum Erliegen gekommen sind, haben wir gemeinsam wieder einen Überschuss erzielen können. Wir werden auch weiterhin für unsere Gesellschafterin die Stadt und die Bürgerinnen und Bürger unseren Auftrag erfüllen und unsere Ziele durch die Kraft starker Partnerschaften verfolgen. Vor allem hoffen wir auch, dass sich die Fallzahlen so entwickeln, dass wir für die Menschen in Offenbach bald wieder mehr Veranstaltungen anbieten und die Lebensqualität steigern können.“

Zahl der Mitarbeiter wächst weiter

Im Berichtsjahr beschäftigen die Stadtwerke Offenbach 1089 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Bilanzstichtag 31.12.2020; im laufenden Geschäftsjahr sind es bereits 1112. Damit knackten die Stadtwerke nicht nur die 1000er Grenze, sondern gehören zu den größten Arbeitgebern in Offenbach. Auch die Anzahl der Auszubildenden steigt kontinuierlich an: Waren es im Berichtsjahr 2020 noch 40 Auszubildende, sind es im laufenden Jahr 2021 schon 46 Auszubildende in 16 Ausbildungsberufen, davon zwei Duale Studiengänge.

Für Geschäftsführer Peter Walther ist der unternehmerische Erfolg aus der Wertekultur der Stadtwerke heraus ganz klar auch mit gesellschaftlichem Engagement verbunden: „Wir sind uns unserer Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger in unserer stetig wachsenden Stadt bewusst. Weil uns das Gemeinwohl am Herzen liegt, engagieren wir uns als lokales Unternehmen auch finanziell in zahlreichen Projekten und Aktivitäten aus Kultur und Bildung, Sozialem und Sport.“ Insgesamt 315.000 Euro haben die Stadtwerke im Berichtsjahr Offenbacher Vereinen und Initiativen gespendet oder als Sponsoring übergeben. Für das Projekt „Besser leben in Offenbach“ flossen weitere 350.000 Euro. Mit den vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in vier leistungsstarken Geschäftsfeldern und gezielt eingesetzten Investitionen unterstützten, prägten und begleiteten die Stadtwerke auch im Corona-Jahr 2020 die positive Entwicklung von Gesellschaft, Wirtschaft und Gemeinwohl in Offenbach – und leisteten einen wesentlichen Beitrag für die weitere Zukunftsgestaltung der Stadt.

27. August 2021