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Nach zwei Jahren Laufzeit liegen bereits erste Erfolge des Zukunftsprogramms be one der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe vor: Das Personalkonzept ist eines davon. Es dient der strategischen Planung des Personalbedarfs, um der angespannten Arbeitsmarktsituation in den nächsten Jahren erfolgreich zu begegnen.

Infrastruktur muss mitwachsen

Der kontinuierlich anhaltende Bevölkerungsanstieg im Rhein-Main-Gebiet erfordert auch in Offenbach ein deutliches Mitwachsen der öffentlichen Infrastruktur und Daseinsfürsorge. Die Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe sieht sich dadurch immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt.

Die vier Geschäftsfelder Mobilität, Immobilien, Stadtservice, Veranstaltungen sind davon in ganz unterschiedlichem Maße betroffen: So verlangt der Bevölkerungszuwachs die Schaffung neuen Wohnraums, was in der Folge den Aufgabenbereich und das Arbeitsvolumen des Stadtservices tangiert. Aber auch das ÖPNV-Angebot muss entsprechend angepasst und ausgedehnt werden, genauso wie das kulturelle Angebot.

Auf der einen Seite bieten die daraus folgenden Investitionen Chancen zur Auslastung der Stadtwerkegruppe, gleichzeitig stellen sie hohe Anforderungen an die Finanzlage der Stadt Offenbach und in Folge an die Stadtwerke, diese Investitionen zu finanzieren.

Strategieprogramm be one

Um diese Aufgaben auch in Zukunft erfolgreich meistern zu können, haben die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der Stadtwerkegruppe Peter Walther, Heiko Linne, Anja Georgi, Daniela Matha, Annette Schroeder-Rupp, Birgit von Hellborn, Andreas Herzog und Regina Preis sowie SOH-Prokuristin Claudia Georg 2017 ein Strategieprogramm mit dem Namen be one entwickelt. Für Geschäftsführer Peter Walther war es genau der richtige Zeitpunkt für die Entstehung des Programms:

„Ein solches Projekt fängt immer an, wenn die richtigen Menschen zusammen kommen. Die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer aller Gesellschaften der Unternehmensgruppe der SOH haben sich mit der Frage der Unternehmenszukunft beschäftigt. In einer wirtschaftlich sehr positiven Phase der Hochkonjunktur, in dem die städtische Haushaltslage Offenbachs – gemessen an den letzten Jahren – stabil war und auch die Unternehmensgruppe eine stabile Ergebnissituation vorweisen konnte, war es der richtige Moment, um über die Zukunft und vielleicht auch über schlechtere Zeiten nachzudenken.“

Zukunft der Unternehmensgruppe positiv gestalten

Das Programm sieht vor, unter aktiver Beteiligung der Führungskräfte und Mitarbeiter Potentiale der Stadtwerkegruppe zu erkennen, die Zukunft der Unternehmensgruppe gemeinsam positiv zu gestalten und einen Erfolgsweg 2022 zu realisieren. Ziel ist es, ein profitables Wachstum der Unternehmensgruppe sicherzustellen, um die Leistungen der Daseinsfürsorge bei wachsenden Herausforderungen zu erhalten und zu verbessern.

Das Programm gliedert sich in die fünf Module: Personal, Kunde, Wachstum, Kommunikation, Erfolgskultur und Effizienz. Was sich konkret dahinter verbirgt, wird anhand der 24 untergeordneten Maßnahmen weit anschaulicher. So werden hier Themen wie beispielsweise „Umsetzung des SOH-Leitbilds“, „Wachstumsfelder erkennen“, „Erstellung eines gruppenweiten Kundenportfolios“, „Umsetzung von Digitalisierungsprojekten“ neben der „Einführung eines sozialen Intranets für die Unternehmensgruppe“ bearbeitet. Die Maßnahmen werden von kleinen Teams, die über Unternehmensgrenzen hinweg arbeiten bewältigt. Das lässt Kolleginnen und Kollegen innerhalb der Unternehmensgruppe deutlich enger zusammenrücken und auch inhaltlich über den Tellerrand schauen.

Unternehmensübergreifende Personalentwicklung

In der ersten Hälfte des auf vier Jahre angelegten Strategieprogramms konnten nun bereits wichtige Grundlagen gelegt werden. Als eine der ersten Maßnahmen und in logischer Konsequenz der anstehenden Herausforderungen wurde im Rahmen des Zukunftsprogramms eine unternehmensübergreifende Personalentwicklung auf den Weg gebracht: Ein gutes Beispiel für die Bündelung gleichartiger Tätigkeiten in der Unternehmensgruppe und gleichzeitig erste sichtbare Neuaufstellung, um auf die aktuelle Arbeitsmarktsituation zu reagieren.

In der Vergangenheit wurde das Thema Personalentwicklung in der Stadtwerkegruppe primär durch die einzelnen Geschäftsführer in den Unternehmen bearbeitet, dezentral und mit Fokus auf das eigene Unternehmen. Perspektivisch gute Mitarbeiter zu finden, sie im Unternehmen zu halten und qualifizieren ist jedoch für jedes Unternehmen im Jahr 2020 essentiell und überlebenswichtig. Angesichts der angespannten Marktsituation war hier Fachwissen und eine langfristige Strategie verlangt.

Hierfür wurde Silvia Vida als Personalentwicklerin beim Kompetenzcenter Personal der Gruppe eingestellt. Seit Oktober 2018 ist sie für die strategische Personalentwicklung aller Geschäftsfelder zuständig und wird gerne als erstes sichtbares Ergebnis des Zukunftsprogramms be one der Stadtwerke Unternehmensgruppe bezeichnet.

Konzept zur Gewinnung, Bindung und Entwicklung von Mitarbeitern entwickelt

Gemeinsam mit der Leiterin des Kompetenzcenters Personal Gerlinde Klos und unter der Schirmherrschaft der Patinnen Claudia Georg und Anja Georgi hat sie nun ein Konzept zur Gewinnung, Bindung und Entwicklung von Mitarbeitern für die SOH-Gruppe erstellt. Dafür wurde zunächst der aktuelle Personalbedarf der Unternehmensgruppe analysiert und zukünftige Bedarfe herausgearbeitet.

„Etwa die Hälfte der Belegschaft der Unternehmensgruppe wird in den nächsten zehn bis zwölf Jahren aus Altersgründen ausscheiden“, sagt die Personalentwicklerin. Deshalb sei es wichtig, neue und qualifizierte Mitarbeiter zu finden und den selbst ausgebildeten Nachwuchs und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten.

Bisher angewandte Methoden der Personalgewinnung wurden zusammengestellt und um neue Trends erweitert. Sie reichen nun von herkömmlichen Stellenanzeigen über Online Jobbörsen, einem verbesserten Internetauftritt, Social Reruiting-Plattformen, einer Personal-Software, Jobmessen, Tag der offenen Tür bis zu Aktionen wie „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“.

Augenmerk auf Aus- und Weiterbildung

„Wir müssen die Leute dazu bringen, uns die Tür einzurennen, weil sie für die Stadtwerkegruppe arbeiten wollen,“ sagt Silvia Vida. Gleichzeitig beschäftigt sie die Frage: „Wie können wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen halten?“ Auch dafür hat sie eine Antwort parat: In Zukunft soll verstärkt Augenmerk auf die Aus- aber auch die Weiterbildung innerhalb der Unternehmensgruppe gelegt werden. Mit Talentpools könnten bespielweise ausgewählte Mitarbeiter speziell geschult werden. Aber auch jeder einzelne Mitarbeiter erhält in Zukunft mehr Möglichkeiten, gemeinsam mit seinen Vorgesetzen seine berufliche Entwicklung aktiv zu planen und zu gestalten.

Eine Reihe der im Personalkonzept vorgeschlagenen Mitarbeiterangebote zur stärkeren Personalbindung wurden bereits im vergangenen Jahr umgesetzt. Dazu gehören flexible Arbeitszeitmodelle und mobiles Arbeiten, die seit einem Jahr intensiv genutzt werden. Im Sommer 2019 wurde eine Einkaufsplattform implementiert, auf der Mitarbeiter zu günstigen Konditionen online shoppen können. Mittlerweile gibt es OFC-Feriencamps zur Kinderbetreuung für Mitarbeiter der Stadtwerkegruppe zu ermäßigten Konditionen.

Handreichung für moderne, zukunftsorientierte Personalentwicklung

Kurzum: Mit dem Personalkonzept liegt nun eine aktuelle Handreichung vor, wie die moderne, zukunftsorientierte Personalbeschaffung, -entwicklung und Mitarbeiterbindung für die Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe aussehen soll. Es ist lebendiges Konzept, das kontinuierlich auf Aktualität und hinsichtlich seiner Wirksamkeit überprüft und angepasst werden muss. Es versteht sich vor allem als „Werkzeugkoffer“ an Maßnahmen, die jeweils beurteilt und dann zielgerichtet umgesetzt werden sollen. Und in Zukunft wird es beweisen, dass eine gute Strategie der Ökonomie der Kräfte dient.

16.03.2020