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Gruppenfoto eMiO Veranstaltung am Stdion
© Claudia Georg
Am 27. und 28. Januar 2015 war Offenbach Veranstaltungsort der Fachkonferenz „Elektromobilität vor Ort“. Veranstalter war das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), das im Rahmen der Konferenz aus seinen Fördervorhaben und insbesondere aus der Begleitforschung des Programms Modellregionen Elektromobilität berichtete.
Seit 2006 fördert das BMVI den Aufbau von Elektromobilität mit Brennstoffzelle, seit 2009 den Aufbau von Elektromobilität mit Batterie. Denn Elektromobilität – mit Batterie und Brennstoffzelle – ist notwendig, um den CO2-Ausstoß im Verkehrsbereich zu reduzieren und die Klimaziele zu erreichen. Im Rahmen der Konferenz wurden entlang einiger zentraler Leitfragen konkrete Handlungsempfehlungen für die nun anstehenden Herausforderungen vorgestellt und diskutiert: Wie können Elektrofahrzeuge erfolgreich in kommunale und gewerbliche Flotten integriert wer-den? Was wird benötigt, um Innovative Antriebe im ÖPNV zu etablieren? Welche Rolle kann Elektromobilität im städtischen Wirtschaftsverkehr einnehmen und welche Konsequenzen sind damit für den Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur in den Kommunen verbunden? Inhalte und Ergebnisse der Konferenz Starterset Elektromobilität Speziell für Kommunen, die in die Elektromobilität starten wollen, hat das BMVI die Online-Plattform „Starterset Elektromobilität“ ins Leben gerufen. Das Starterset hilft besser und einfacher in das Thema Elektromobilität einsteigen zu können. Es beinhaltet praktische Handlungsempfehlungen für Kommunen und andere nützliche Tipps wie Prozessübersichten zur Etablierung von Elektromobilität im ÖPNV oder zur Errichtung von Ladeinfrastruktur sowie einen Online-Maßnahmenkatalog zum generellen Aufbau von Elektromobilität in Kommunen. In das Starterset werden kontinuierlich neue Ergebnisse und Erfahrungen aus den Projekten und der Begleitforschung der Modellregionen Elektromobilität und darüber hinaus integriert. Webadresse: www.starterset-elektromobilität.de Elektrofahrzeuge und Innovative Antriebe im straßengebundenen Verkehr Die Ergebnisse der Begleitforschung zu Innovativen Antrieben von Pkw und Nutzfahrzeugen zeigen, dass die Umweltwirkungen der Herstellungsphase bei den batterieelektrischen Fahr-zeugen im Vergleich zu den konventionellen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor intensiv betrachtet werden. Das Batteriesystem stellt dabei die Schlüsselkomponente dar. Im Ver-gleich zum restlichen Fahrzeug werden im Batteriesystem verstärkt High-Tech Werkstoffe eingesetzt, welche mit vergleichsweise hohen Umweltwirkungen in der Herstellung verbunden sind. Andererseits lassen sich die hohen Beiträge der Herstellungsphase über den Lebenszyklus durch geringere Umweltwirkungen in der Nutzungsphase kompensieren. Durch die Nutzung von Ladestrom aus erneuerbaren Energien lassen sich insbesondere die Bei-träge zur Klimabilanz im Vergleich zu den konventionellen Fahrzeugen deutlich senken. Weiterführende Informationen sind zu finden im aktuellen Zwischenbericht der Arbeitsgruppe Pkw und Nutzfahrzeuge „Bewertung der Praxistauglichkeit und Umweltwirkungen von Elektrofahrzeugen“, http://www.now-gmbh.de/de/publikationen.html Im Bereich Innovative Antriebe im ÖPNV arbeiten die Bundesministerien für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zusammen, um die Erkenntnisse aus allen in Deutschland laufenden Vorhaben zu elektrischen Antrieben zu bündeln. Die gemeinsamen Untersuchungen zeigen u.a., dass die eingesetzten Hybridbusse im Vergleich zu konventionellen Dieselbussen rund 14 Prozent Kraftstoff eingespart haben. Über alle in der Datenerfassung der Arbeitsgruppe befindlichen Diesel-Hybridbusse konnte so eine Treibhausgasmenge von ca. 1.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Die detaillierten Ergebnisse der Arbeitsgruppe sind über den aktuellen Statusbericht „Hybrid- und Elektrobus-Projekte in Deutschland“ verfügbar, http://www.now-gmbh.de/de/publikationen.html Ladeinfrastruktur Im Bereich der Ladeinfrastruktur wird auf der Fachkonferenz „Elektromobilität vor Ort“ ein Leitfaden mit detailliert aufgeführten Prozessschritten zur normgerechten Errichtung von Ladesäulen vorgestellt. Der Leitfaden erlaubt eine Übersicht über die Vielzahl an einzuhalten-den Gesetzen, Normen und technischen Regeln. Der komplette Leitfaden ist seit heute über folgenden Link abrufbar: http://www.now-gmbh.de/de/publikationen.html Elektromobilität im Wirtschaftsverkehr und in der kommunalen Umsetzung Im Wirtschaftsverkehr liegt ein großes Potential für die Elektromobilität: Lieferketten können unter Einsatz von E-Fahrzeugen neu konzipiert werden, Lasten-Pedelecs erfahren einen Boom, Lieferzeiten können entzerrt werden. Weitere Ergebnisse stehen in der aktuellen Veröffentlichung „Elektromobilität im städtischen Wirtschaftsverkehr“, http://www.now-gmbh.de/de/publikationen.html Um die Handlungsmöglichkeiten von Kommunen zum Aufbau von Elektromobilität abzubilden, wurde im Rahmen der Begleitforschung der Modellregionen Elektromobilität ein Instrumentenkoffer erstellt, der beleuchtet, welche Maßnahmen einzelne Kommunen innerhalb ihrer Stadtentwicklungs- bzw. Verkehrsentwicklungspläne ergriffen haben: von Beschaffungsstrategien über die Festsetzung von Ladezonen und Stellplatzsatzungen zu kompletten integrierten Strategien. Mehr finden Sie seit heute in der Veröffentlichung „Elektromobilität in kommunalen Umsetzung“, http://www.now-gmbh.de/de/publikationen.html Hintergrund: Modellregionen Elektromobilität des BMVI Derzeit unterstützt das BMVI über die Strukturen der Schaufenster- und Modellregionen Elektromobilität über 200 Einzelvorhaben in mehreren Regionen in Deutschland. In Ergänzung zu den von der Bundesregierung geförderten Schaufenstern steht bei den Modellregionen Elektromobilität des BMVI der regionale Bezug insbesondere auch durch die Beteiligung von Kommunen im Vordergrund. In den einzelnen Projekten wird so — angepasst an die jeweiligen Bedingungen und Bedürfnisse vor Ort — erprobt, wie elektromobile Anwendungen im öffentlichen Raum eingesetzt werden können und welche Maßnahmen hierfür in der Raum- und Stadtentwicklung sowie in der Verkehrspolitik notwendig sind. Elektromobilität in Offenbach und in der Modellregion Rhein-Main Die Stadt Offenbach als Veranstaltungsort der Fachkonferenz ist auf dem Gebiet der Elektromobilität schon seit Jahren engagiert und dabei vielfältig unterwegs. Bereits seit 2009 ist bei der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe (SOH) die Projektleitstelle der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main angesiedelt. Hier laufen die Fäden zahlreicher vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderter Projekte in der Region zusammen. Die Stadt Offenbach selbst ist bei der Erprobung und Umsetzung der Elektromobilität bereits weit vorangekommen. Die umweltfreundliche und innovative Antriebstechnik ist hier Bestandteil des städtischen Klimaschutzkonzeptes und integriert im Maßnahmenkatalog zur Luftreinhaltung. Damit ist die Elektromobilität Baustein einer nachhaltigen und klimafreundlichen Stadtentwicklung. Elektrofahrzeuge sind in der Stadtverwaltung und bei den städtischen Gesellschaften unterwegs, bei den Entsorgungsbetrieben kommt ein Müllhybrid-Fahrzeug zum Einsatz. In der Innenstadt wird eine öffentliche Verleihstation für Elektroautos und Pedelecs betrieben. Und in dem Projekt „eMiO – Elektromobilität in Offenbach“ wird Elektromobilität in Form von „Flottenlösungen “ auf die Straße gebracht, indem Elektrofahr-zeuge an Offenbacher Unternehmen, Verbände und Gewerbetreibende vermietet werden. Zitate: Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Elektrische Fahrzeuge sind die Triebfedern zukünftiger Verkehre. Dafür gibt es zwei Haupt-argumente: die Ressourcenknappheit fossiler Brennstoffe und den Umwelt- und Klimaschutz. Viele Betreiber kommunaler und gewerblicher Flotten sind sich ihres Potentials für die Einführung von Elektrofahrzeugen noch nicht bewusst. Hier muss Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit geleistet werden. In zahlreichen Projekten fördern wir deshalb die Einführung und den Ausbau des elektrischen Wirtschafts- und Nahverkehrs. Ich bin sicher, dass sich diese erstklassige Technologie durchsetzen wird, denn ihr Mehrwert für die Zukunft ist klar erkennbar.“ Tarek Al-Wazir, Hessischer Staatsminister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung: „Als Transitland in der Mitte Deutschlands und Europas ist Hessen in hohem Maße auf nachhaltige Mobilität angewiesen. Elektrofahrzeuge bieten dafür erhebliches Potential. Hessen beteiligt sich deshalb engagiert an der Erprobung dieser innovativen Antriebsart und beherbergt eine der Modellregionen Elektromobilität. Hessen hat sich damit sehr viel Know-how auf diesem Gebiet erarbeitet und liefert starke Impulse für die weitere Entwicklung. Für Projekte zur Elektromobilität stellt die Landesregierung zwischen 2013 und 2015 rund 6,5 Millionen Euro zur Verfügung, ihr Fuhrpark umfasst inzwischen 85 E-Fahrzeuge. Damit übernimmt die Landesregierung eine Vorbildrolle beim Einsatz von E-Fahrzeugen im Alltagsbetrieb. Wir wollen unser Engagement ausbauen und dazu beitragen, dass sich die Elektromobilität möglichst schnell auf dem Markt durchsetzt.“ Horst Schneider, Oberbürgermeister der Stadt Offenbach: „Wir freuen uns, dass wir als Stadt Offenbach bei der Erprobung und Einführung der innovativen und umweltfreundlichen Elektromobilität in der Rhein-Main-Region eine führende Rolle spielen können. Offenbach ist Sitz der bei der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe (SOH) angesiedelten Projektleitstelle für die Modellregion Elektromobilität Rhein-Main. Von hier aus werden alle vom Bundesverkehrsministerium geförderten Projekte in der Region koordiniert. Offenbach selbst begreift Elektromobilität als Bestandteil einer nachhaltigen, klimafreundlichen Stadt- und Verkehrsentwicklung und ist hierbei vielfältig engagiert: Sei es beim Einsatz von Elektroautos auf Boten- und Dienstfahrten und dem Betrieb eines Hybrid-Müllfahrzeugs, sei es bei dem Betrieb einer öffentlichen Verleihstation für Elektroautos und Pedelecs oder bei der Vermietung von Elektrofahrzeugen zusammen mit einem um-fangreichen Servicepaket an Unternehmen und Gewerbetreibende.“ Peter Schneider, Bürgermeister und Mobilitätsdezernent der Stadt Offenbach: „In der Modellregion Rhein-Main ist im Bereich Elektromobilität vieles in Bewegung, seit 2009 wird hier modellhaft in einer Vielzahl von Projekten die Mobilität der Zukunft auf ihre Alltagstauglichkeit erprobt und marktfähig gemacht. Ob es sich nun um den Aufbau elektromobiler Fahrzeugflotten im kommunalen oder gewerblichen Bereich handelt oder um die Reduktion von Emissionen bei der Flugzeugabfertigung im Projekt E-PORT AN - in all diesen Projekten wird Know-how für den elektromobilen Alltag aufgebaut und vor Ort angewendet. Bei einem Gesamtvolumen der laufenden Projekte von über 31 Millionen Euro zeugt dies von wirklich großem Engagement der beteiligten Projektpartner und der fördernden Ministerien.