Capitol Classic Lounge: Saisonstart mit „Deutschen Dingen“
15.09.2025 – Ikonische „deutsche Dinge“ – nur in Offenbach gibt es sie auch kollektiv sinfonisch. Am Sonntag, 28. September, startet die Capitol Classic Lounge um 17 Uhr mit einer musikalischen Hommage an Klassiker unter den „deutschen Dingen“ in die neue Saison der Capitol Classic Lounge.
Wer kennt sie beispielsweise nicht? Die Pril-Blume, wohl häufigste Küchenpflanze der 1970er-Jahre und „deutsches Ding“ par excellence. Und sie hat ihre eigene Musik vom „Das Boot“-Komponisten Klaus Doldinger. Inspiration für das Eröffnungsprogramm der Spielzeit ist das Erfolgsbuch „Deutsche Dinge – Eine Geschichte in 75 Objekten“ des Wetterauer SPIEGEL-Bestseller-Autors Andreas Matlé, der zum 75. Geburtstag der Bundesrepublik epochale Gegenstände zu jedem Jahr seit 1949 beleuchtet. Matlé wird dazu persönlich auf der Bühne mit vielen originellen Details mit Classic-Lounge-Leiter Dr. Ralph Philipp Ziegler plaudern. Im ersten Konzertteil gibt es ebenso originelle „deutsche Dinge“ in Noten; im zweiten Konzertteil dann Klassik von Franz Schubert und Felix Mendelssohn Bartholdy, wie sie (nicht nur) in der jungen Bundesrepublik oft zu hören war.
Im Ohr hat man die Melodien der „Deutschen Dinge“ allemal, die Komponisten sind jedoch oftmals unbekannt. Dabei ist der Marimba-Klingelton, den der deutsche Arzt und Informatiker Gerhard Lengeling fürs iPhone schrieb, ziemlich sicher häufiger in der Öffentlichkeit zu hören als sämtliche Beatles-Titel zusammen. Auch der Komponist der Melodie zur Tagesschau Hans Carste ist einer, der heute als Person so gut wie vergessen ist. Er komponierte sein (Hammond-)Orgelkonzert, aus dessen Schlusstakten einst die Tagesschau-Melodie wurde, übrigens schon lange vor der Erfindung der Tagesschau, 1942 in russischer Kriegsgefangenschaft. Weitere musikalische Überraschungen wie z. B. von Nena lassen Erinnerungen an vergangene und aktuelle Zeiten wachwerden. Andreas Matlé, Bestseller-Autor und Kulturmanager, und Ralph Philipp Ziegler, Künstlerischer Leiter des Capitol Symphonie Orchesters und Leiter des städtischen Kulturmanagements, reden zwischen den Werken über deutsche Dinge und Musiken – mit reichlich „fun facts“ – also Informationen, die zum Weitererzählen anregen.
Mit Schubert und Mendelssohn erklingt zudem im zweiten Konzertteil große Klassik, wie sie (auch) die Wirtschaftswunderzeit prägte. Jan Kohl hat aus Franz Schuberts Liederzyklen „Die Winterreise“, „Die schöne Müllerin“ und „Schwanengesang“ vier Werke für Gesang und Orchester arrangiert. Felix Mendelssohn Bartholdys Konzert-Ouvertüre „Die Hebriden“ entführt klanglich auf die vor Schottland gelegene Inselgruppe und stimmt ebenfalls auf die kommende kalte Jahreszeit ein.
Solist bei den Schubert-Liedern ist Daniel Ochoa. Ochoa musizierte in so bedeutenden Konzerthäusern wie der Philharmonie und dem Konzerthaus Berlin oder dem Leipziger Gewandhaus und war darüber hinaus bei renommierten europäischen Festivals zu Gast. Er arbeitete mit Klangkörpern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, der Dresdner Philharmonie, der Radiophilharmonie des NDR, dem Bach-Collegium Stuttgart, dem Telemann Chamber Orchestra Tokyo, der Berliner Lautten Compagney sowie dem Dresdner Kreuzchor und dem Thomanerchor zusammen.
Am Dirigentenpult steht Judith Kubitz. Die in Bautzen geborene Sorbin studierte in Weimar, Paris und an der Royal Academy of Music London bei Größen wie Sir Collin Davis oder Sir Charles Mackarras. Sie wirkte in Festengagements als Chordirektorin am Staatstheater Kassel und als erste Kapellmeisterin an den Staatstheatern Cottbus und Schwerin, bevor sie 2013 als Dirigentin an die Philharmonie Baden-Baden berufen wurde, mit der sie auch heute noch eine enge musikalische Zusammenarbeit verbindet, ebenso wie mit der Sinfonietta Dresden.
Das Capitol Symphonie Orchester ist das Hausorchester des Capitol Theaters Offenbach und der Stadt und ihrer Kulturszene eng verbunden. Der musikalische Radius geht jedoch weit über die Stadt hinaus bis hin zum Royal Opera House in Muscat im Oman, in dem das Orchester ein Galakonzert musizierte. Das Capitol Symphonie Orchester schlägt in seiner Arbeit Brücken zwischen Klassik, Pop, Rock, Filmmusik und Elektronik. 2024 erschienen eine Stummfilm-DVD mit Ludger Vollmers „Lost World“ in Kooperation mit ARTE und die CD „Brücken aus dem Gestern – Orchesterwerke jüdischer Komponisten 1927-1929“.
Karten ab 22 Euro sind bei www.frankfurtticket.de (Öffnet in einem neuen Tab), im OF InfoCenter sowie an allen bekannten VVK-Stellen erhältlich.
Das Konzert findet statt im Capitol Theater Offenbach, Goethestraße 1–5, 63065 Offenbach am Main. Das Capitol Theater ist barrierefrei zugänglich. Die Offenbacher S-Bahnstationen Marktplatz und Ledermuseum befinden sich in der Nähe, der Bus (Theater/Messe) hält vor dem Eingang. Parkplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen stehen auf dem Hof des Capitols zur Verfügung.