Als einzige deutsche Region präsentierte sich der Wirtschaftsstandort und Finanzplatz Frankfurt/Rhein-Main auch in diesem Jahr beim 56. Weltwirtschaftsgipfel in Davos, zu dem erneut Offenbachs Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke gereist ist. „Die Welt blickt in Davos vor allem auf die großen Staatschefs und die akuten globalen Krisen. Die Reichen und Mächtigen, allen voran US-Präsident Trump, verändern die Welt. Das war auf dem Weltwirtschaftsgipfel überall zu spüren. Doch auch die Künstliche Intelligenz verändert unsere Welt völlig – ein weiteres Thema, das in diesem Jahr allgegenwärtig war“, berichtet OB Schwenke. „Für die Nutzung der KI muss sich die ganze Welt neu aufstellen. Aber auch für den Umgang mit einem Amerika unter Trump: Vor allem Europa und Deutschland müssen auf ihn eine mutige und selbstbewusste Antwort geben. Egal, mit wem ich in Davos gesprochen habe: Alle befürworten die bewährte transatlantische Partnerschaft – aber Europa muss endlich zusammenhalten.“
Mehr Selbstbewusstsein und mehr Optimismus – das täte ganz Deutschland und Europa gut, findet OB Schwenke: „In Indien wird gesagt, Inder seien mittlerweile größere Fans von Deutschland als Deutschland selbst. Da ist was dran: Deutschland und Europa sind eigentlich viel stärker, als wir es uns selbst manchmal zutrauen: Bei Green Tech sind die Deutschen weltweit die Nummer Zwei nach China – kein Wunder, dass Trump versucht uns das auszureden. Die europäische Wetterbeobachtung mit Kopernikus ist die beste der Welt und das europäische Galileo-Navigationssystem ist genauer als das amerikanische GPS, wie der ESA-Chef Josef Aschbacher noch einmal betont hat. Das sind nur Beispiele, die zeigen: Wir dürfen uns nicht kleinreden lassen.“
Gleichwohl darf nicht übersehen werden, so Schwenke, dass die politischen und wirtschaftlichen Verwerfungen die ungleichen Lebensverhältnisse auf der Welt weiter verstärken: „Mich stört vor allem, dass der Reichtum auf der Welt immer ungleicher verteilt ist. Die Hilfsorganisation Oxfam hat das in ihrem Bericht vor dem Weltwirtschaftsforum noch einmal sehr deutlich gemacht. Wenige reiche Menschen dominieren die globale Wirtschaft und zunehmend auch die Politik. Das bereitet mir große Sorgen. Meine Aufgabe in Davos ist allerdings etwas kleiner als solch große Themen: Es geht hier um unsere Stadt. Um Kontakte, die zum richtigen Zeitpunkt für die Bürgerinnen und Bürger Offenbachs oder für das eine oder andere Unternehmen in Offenbach wichtig werden können. Denn um für Offenbach etwas verändern zu können, brauchte es immer auch Partner. Starke Unternehmen und die richtigen Kontakte zur richtigen Zeit. Diese Arbeit hat in diesem Jahr ein weiteres Mal sehr gut funktioniert, was auch daran liegt, dass das Netzwerk stetig größer wird“, verdeutlicht Schwenke.
Wie immer nutzte Schwenke den Besuch in Davos, um bei zahlreichen Empfängen von Unternehmen Kontakte zu knüpfen und in bilateralen Gesprächen über die Möglichkeiten am Wirtschaftsstandort Offenbach zu berichten. Dazu zählte etwa der stets hochkarätig besuchte Empfang der amerikanischen Citi-Group. Schwenke führte außerdem Gespräche etwa bei Deloitte, EY (beides international tätige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften), DIE ZEIT (renommierter deutscher Verlag) oder etwa der DFV-Mediengruppe (Fachmedienverlag). Solche Gespräche sind vergleichbar mit klassischem Vertrieb und führen meistens nicht sofort zu Ergebnissen. Sie sind dennoch ein Kernelement der Werbung für den Standort Offenbach.
Begleitet wurde Schwenke wieder von Frank Haug, CEO und Inhaber der Bodo Möller Chemie Group. Das in Offenbach ansässige Unternehmen ist weltweit tätig und vernetzt und spielt damit auch für die lokale Wirtschaft eine große Rolle. „Davos ist wieder einmal unglaublich spannend. Zukunft wird hier greifbar – egal ob Künstliche Intelligenz, Robotik, Drohnen, Defense oder Longevity. Für all diese Themen bieten wir innovative Lösungen. Dank der Unterstützung unseres Oberbürgermeisters Dr. Felix Schwenke können wir das in dieser besonderen Atmosphäre präsentieren.“
Für den Offenbacher Oberbürgermeister ist die Teilnahme außerdem ein bewusstes Bekenntnis zur Zusammenarbeit innerhalb der Metropolregion: „Es ist ungemein wichtig, dass sich der Wirtschafts- und Finanzplatz Frankfurt/Rhein-Main in diesen herausfordernden Zeiten international behaupten kann. Das geht nur, wenn wir uns auch als gemeinsame Region begreifen und den Anschluss an die Welt nicht verlieren“, sagt Schwenke und betont:
Oberbürgermeister Dr. Felix SchwenkeOffenbach ist Teil dieser Region und zunehmend bedeutsamer für die Region: Die Offenbacher Wirtschaft ist aktuell dynamischer als die deutsche Wirtschaft und die Zahl der Arbeitsplätze in Offenbach ist mittlerweile so hoch wie seit einem halben Jahrhundert nicht mehr.
Das hat sich teilweise sogar schon rumgesprochen, so gab es auch Anerkennung etwa für die Ansiedlung von BYD, berichtet Schwenke. BYD ist der weltweit größte Hersteller von Elektroautos, der seine Deutschlandzentrale am Offenbacher Kaiserlei einrichtet. Dort ist seit vielen Jahren auch bereits Hyundai, einer der größten Automobilhersteller der Welt, mit seiner Deutschland- und Europazentrale ansässig.
Die besondere Stellung der Rhein-Main-Region in Deutschland als Wirtschafts- und Finanzzentrum wurde auch dahingehend gewürdigt, dass erstmals mit Lars Klingbeil ein deutscher Vizekanzler am Empfang der FRM (FrankfurtRheinMain GmbH International Marketing of the Region) am Mittwochabend teilnahm. Letztes Jahr war mit Jörg Kukies erstmals ein Bundesfinanzminister bei der Veranstaltung. Auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde nahm erneut an dem Empfang teil. Die Begrüßung sprach Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef als Aufsichtsratsvorsitzender der FRM. Die FRM organisiert den Auftritt der Region in Davos. Im Mittelpunkt des Empfangs stand eine prominent besetzte Paneldiskussion mit Carsten Schneider (deutscher Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit), Dr. Joachim Nagel (Präsident der Deutschen Bundesbank), Souad Benkredda (Mitglied des Vorstands der DZ Bank) und Dr. Josef Aschbacher (Generaldirektor der European Space Agency).
Standortmarketing soll sich für die Bürgerinnen und Bürger auszahlen
OB Schwenke betont, dass diese Arbeit ein klares Ziel hat: „Eine starke Wirtschaft ist kein Selbstzweck. Es geht für Offenbach vielmehr darum, dass sich langfristig die finanziellen Möglichkeiten der Stadt für die Bürgerinnen und Bürger Offenbachs verbessern.“ Dabei hat Schwenke beispielsweise die hohen Mieten und die bestehende Wohnungsnot im Blick: „Wir haben nun, auch dank der Sondermittel des Bundes, den Startschuss für das größte Wohnbauprogramm der GBO seit 30 Jahren geben können. Wir müssen aber in die Lage kommen, viele für die Menschen wichtige Dinge mit eigenem Geld aus dem städtischen Haushalt vorantreiben zu können. Das gilt auch für noch mehr bezahlbares Wohnen. Nur: So etwas kostet richtig viel Geld. Deshalb muss Offenbach weiterhin daran arbeiten, finanziell besser aufgestellt zu sein. Das dauert, das sage ich vom ersten Tag an immer ganz offen, ganz sicher mehr als ein Jahrzehnt. Wir sind, das zeigen alle Zahlen, mittlerweile auf einem richtig guten Weg. Aber wir sind nicht am Ziel und müssen konsequent daran arbeiten.“
Den Weltwirtschaftsgipfel nutzt OB Schwenke wie auch die führenden Immobilienmessen in München und Cannes regelmäßig, um dem Standort Offenbach mehr Aufmerksamkeit zu verleihen und mit wichtigen Entscheidungsträgern und Vorständen ins Gespräch zu kommen. „Eine Erfolgsgarantie ist mit diesen Teilnahmen nicht verbunden, aber große Entscheidungen treffen Unternehmen auch nicht an einem Tag und nicht nach einem einzigen Gespräch. Dafür braucht es einen langen Atem und persönlichen Einsatz. Und am Ende läuft es in der Wirtschaft nicht anders als im restlichen Leben: Nichts kann persönliche Beziehungen ersetzen, um neue Firmen für Offenbach zu gewinnen.“