Der Umbau der Station Mitte kann beginnen
02.12.2025 – Nachdem in den letzten Wochen die Rückbauarbeiten im Inneren des Gebäudes weit fortgeschritten sind, kann die Montageplanung bzw. der Umbau des ehemaligen Galeria Kaufhof Gebäudes zur neuen Station Mitte beginnen. Das mehrstufige europaweite Ausschreibungsverfahren für einen Generalübernehmer, der den Umbau des ehemaligen Kaufhof Gebäudes realisieren soll, hat einen Bestbieter ergeben. Der Magistrat der Stadt Offenbach hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, der Empfehlung des Aufsichtsrats der SMO Station Mitte GmbH für den Bieter Fokus Development AG, der das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hat, zu folgen. Nach Ablauf der Einspruchsfristen und Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung kann eine Beauftragung erfolgen.
Der Beginn des Umbaus ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen, die Baugenehmigung ist aktuell in Bearbeitung und wird in Kürze erwartet. Der Abschluss der Umbauarbeiten soll im Laufe des Jahres 2027 erfolgen. Danach beziehen die Stadtbibliothek, ein Café und Einzelhandel das Gebäude. Damit ist ein weiterer Meilenstein für das Zukunftskonzept Innenstadt erreicht.
„Wir freuen uns sehr, dass es jetzt endlich losgehen kann. Aber der Weg dahin war anspruchsvoll. Der gute Zustand der historischen Fassade hat uns positiv überrascht. Besonders freut mich, dass wir diese erhalten und in die neue Fassadengestaltung integrieren können. Damit wird ein lange verborgenes Stück Offenbacher Stadtgeschichte sichtbar gemacht und zugleich ein starkes Zeichen für die Weiterentwicklung unserer Innenstadt gesetzt“, so Martin Wilhelm, Stadtkämmerer und Aufsichtsratsvorsitzender der Station Mitte Offenbach GmbH.
Der Gebäudekomplex besteht aus vier Bauteilen aus den Jahren 1907, 1930, 1958 und 1968. Das ist eine besondere Konstellation, die den Planungsprozess anspruchsvoll macht. Gleichzeitig eröffnet sie die Chance, historische Substanz zu bewahren und sichtbar in die Zukunft zu führen. Der Entwurf zeigt, wie sich die bewegte Vergangenheit des Standorts harmonisch mit der neuen Nutzung verbinden lässt.
In 2027 wird in der Station Mitte als Herzstück eine moderne Stadtbibliothek mit ihren bisherigen und vielen zusätzlichen neuen Angeboten in das Untergeschoss bis zum vierten Obergeschoss einziehen können. Diese Flächen sollen über eine zentrale Treppe verbunden werden. Im vierten Obergeschoss wird die Bibliotheksverwaltung arbeiten. Auch ein kleines Café mit direkter Anbindung an die Bibliothek und weitere Gewerbeflächen im Erdgeschoss sind vorgesehen. Das fünfte Obergeschoss mit Dachterrasse ist als Ort der Begegnung geplant. Die Immobilie hat eine Grundstücksgröße von rund 2.200 Quadratmetern und eine Bruttogeschossfläche von rund 13.300 Quadratmetern.
„Öffentlich zugängliche, ruhige und zeitgemäß ausgestattete Lern- und Arbeitsplätze sind ein zentraler Baustein für mehr Chancen- und Bildungsgleichheit in Offenbach“, betont Stadtrat Paul-Gerhard Weiß, Bildungs- und Planungsdezernent. Für Kinder, Jugendliche und auch Studierende, die zuhause weder einen ungestörten Ort zum Lernen noch einen eigenen Computer nutzen können, entstehen in der neuen Bibliothek in der Station Mitte, die so dringend benötigten Möglichkeiten, um konzentriert und selbstbestimmt zu arbeiten. Dafür wird die künftige Bibliothek viermal so viel Fläche haben, wie es am bisherigen Standort der Fall ist.
Mit Stadtbibliothek, Einzelhandel, Gastronomie und Begegnungsflächen wird die Station Mitte ein neuer Ort der Begegnung, der Menschen verschiedener Altersgruppen zusammenbringt. Sie schließt damit eine bislang spürbare Angebotslücke im urbanen Umfeld – ein echter „dritter Ort“ mitten in der Offenbacher Innenstadt. „Ich bin froh, dass wir diesem Ziel mit dem bald beginnenden Umbau nun ein entscheidendes und großes Stück näherkommen“, sagt Stadtrat Paul-Gerhard Weiß, Bildungs- und Planungsdezernent.
Für Erwerb und Umbau der Immobilie waren bei Projektstart im Jahr 2024 Gesamtinvestitionen in Höhe von 35 Millionen Euro geplant.
Im Zuge der weiteren Entwicklung und Optimierung des Projektes, insbesondere durch die Integration von Teilen der historischen Fassade (voraussichtlich 1,3 Millionen Euro), neue Erkenntnisse in Bezug auf den Brandschutz (rund 1,0 Millionen Euro), die unvorhergesehene aber erforderliche Erneuerung der zentralen Stromversorgung im Gebäude (rund 0,5 Millionen Euro) sowie Baukostensteigerungen und erhöhter Puffer im Zeitverlauf (rund 1,83 Millionen Euro), zusätzlichen Planungskosten im Rahmen der Projektoptimierung und des längeren Vergabeverfahrens (rund 0,5 Millionen Euro) und Zinsen erhöht sich das Gesamtvolumen auf insgesamt 41,04 Millionen Euro. Eingespart werden konnten 300.000 Euro für den ursprünglich angedachten Veranstaltungssaal auf dem Dach des ehemaligen Kaufhaus Gebäudes. Die genauen Untersuchungen und Analysen der Deckenkonstruktionen des ehemaligen Kaufhauses haben zwar zu Verzögerungen geführt, sich aber dennoch gelohnt, da so frühzeitig eine inhaltlich und wirtschaftlich belastbare Lösung zur Sicherstellung des Brandschutzes erarbeitet werden konnte. Für die energetische Sanierung der Immobilie werden Fördermittel in Höhe von rund 2 Millionen Euro von der KFW-Kreditanstalt für Wiederaufbau erwartet.
Die Finanzierung der Gesamtinvestition erfolgt über eine Kreditaufnahme der Station Mitte GmbH und wird über jährliche Mieteinahmen (ohne Nebenkosten) in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro pro Jahr refinanziert.