Offenbach offensiv e.V. und OB Schwenke wollen Programm „Testraum-Allee“ bis Ende 2027 verlängern
03.12.2025
Das Offenbacher Zukunftsprojekt „Testraum-Allee“ soll um zwei Jahre bis zum 31. Dezember 2027 verlängert werden. Dem hat der Magistrat in jüngster Sitzung zugestimmt. Am 4. Dezember entscheiden die Stadtverordneten. „Mit dem Projekt ‚Testraum-Allee‘ unterstützen wir mutige Menschen, die versuchen wollen, einen Laden erfolgreich zu führen. Denn genau solche entschlossenen Personen brauchen wir. Der Handel steckt in einem harten Umbruch, Qualität ist nur noch möglich, wenn Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer sich mit niedrigeren Mieten als früher zufriedengeben. Der Kampf um ansprechende Innenstädte ist überall hart und jeder weiß: Die Stadt kann weder einen Laden eröffnen, noch kann sie alle Häuser kaufen. Deshalb ist es mir wichtig, dass wir weiterhin diejenigen unterstützen, die das versuchen“, so Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke.
Die „Testraum-Allee“ soll in den Jahren 2026 und 2027 von der Agentur Mitte in Zusammenarbeit mit dem Verein Offenbach offensiv e.V. als Projektverantwortliche weitergeführt werden. Als Erfolge der bisherigen Arbeit gilt einerseits der „Testraum“ (Große Marktstraße 39), weil sich eine große Nachfrage nach der Möglichkeit ein Ladenkonzept zu testen gezeigt hat. Der Testraum ist bis Ende dieses Jahres belegt und es gibt bereits weitere Anfragen. Bisher wurden vier verschiedene Konzepte getestet, insgesamt wurden 26 Bewerbungen von Gründerinnen und Gründern für die Belegung eingereicht. Sowohl Mieter als auch Vermieter ziehen eine positive Bilanz für die Neubelebung in der Großen Marktstraße.
„Eine Evaluation hat gezeigt: Die in den Jahren 2024 und 2025 entwickelten Bausteine ‚Testraum‘ und ‚Testraum-Fonds‘ sind gut angenommen worden“, macht Offenbachs Oberbürgermeister Schwenke deutlich. Der „Testraum“ öffnete im Februar dieses Jahr. Auf der rund 46 Quadratmeter großen, bereits eingerichteten Ladenflächen können Unternehmerinnen und Unternehmer mietfrei ihre Geschäftsideen in zentraler Lage testen und zur Belebung der Innenstadt beitragen. „Der ‚Testraum‘ macht unser Zukunftsprojekt ‚Testraum-Allee‘ greifbar und sichtbar. Hier können Gründer, Unternehmen, Start-ups und Eigentümer neue Geschäftsideen und -konzepte real testen und weiterentwickeln. In den Monaten seines Bestehens hat er gezeigt, dass er ohne Zweifel einen Image-Gewinn für die Offenbacher Innenstadt darstellt, nicht zuletzt, da auch zahlreiche Fachmedien über das Projekt berichtet haben, ist das Konzept auch für andere Städte interessant. Ich bin sicher, dass er das Zeug dazu hat, als Blaupause für andere Städte und Projekte zu dienen“, erklärt Franziska Hoefer, Vorstandsvorsitzende des Vereins Offenbach offensiv. Um den Testraum in den kommenden zwei Jahren noch attraktiver zu gestalten, will das Projektteam bestimmte Auswahlkriterien für Mietinteressenten anpassen, zum Beispiel eine Verlängerungsoption der Kernmietzeiten. Bei unvorhergesehenen Leerläufen sollen zudem Formate wie Workshops möglich sein.
Das Förderprogramm „Testraum-Fonds“ war bereits im September 2024 in Kraft getreten. Er ermöglicht für junge Kreative und Existenzgründende eine Anschubfinanzierung und macht damit das Ansiedeln neuer, individueller Konzepte in der Offenbacher Innenstadt umsetzbar. Da der Fokus des Projektteams zunächst auf dem Aufbau und der Einrichtung des „Testraums“ lag, begann die aktive Bewerbung des „Testraum-Fonds“ erst im Mai 2025. Bis Ende September dieses Jahres hatten sich vier Unternehmer und Unternehmerinnen um die Förderung beworben, zwei Konzepte erwiesen sich als förderfähig. „Die Förderrichtlinien bieten für unsere Arbeit einen klaren Rahmen, damit wir schneller und leichter feststellen können, welche Projekte förderfähig sind“, sagt Isabel Glavašević von der Agentur Mitte der Wirtschaftsförderung und Projektleiterin der Testraum-Allee. „Durch die verlängerte Förderung bis Ende 2027 bleibt nun die Chance, dass in der Innenstadt neue Ideen und Geschäfte entstehen könnten.“ Insgesamt sollen in den kommenden zwei Jahren bis zu sechs Ladenkonzepte gefördert werden. Der finanzielle Zuschuss beläuft sich auf 11.000 Euro je Förderung zuzüglich weiterer Leistungen wie Beratungen durch ein Expertenteam, Architekten und Kommunikation.
Der spürbarste Erfolg für die Bevölkerung ist die Zusammenarbeit mit der jungen Modeunternehmerin Tanja Ronaghi. Sie hatte zunächst den „Testraum“ genutzt und sich jetzt entschlossen, unterstützt durch den „Testraum-Fonds“, im Ladengeschäft ihrer Mutter die Nachfolge anzutreten. „Natürlich ist es für die Bürgerinnen und Bürger auf den ersten Blick nicht spektakulär, wenn ein Laden bleibt. Aber tatsächlich ging es dabei um die Nachfolge eines Familienunternehmens. Wir konnten damit wenigstens einen weiteren Leerstand verhindern. Und genau diese beständige Alltagsarbeit über viele Jahre hält unsere Innenstadt attraktiv“, so OB Schwenke und weist darauf hin: „Weiterhin gilt: Es heißt ‚Testraum-Allee‘, weil auch Dinge scheitern werden. Unser Ziel ist, mit kontinuierlicher Arbeit auf der Strecke auf die Dauer weitere sichtbare Erfolge hinzuzubekommen.“
Im Offenbacher Haushalt stehen, vorbehaltlich der Haushaltsgenehmigung 2026, für die zweijährige Verlängerung des Zukunftsprojektes „Testraum-Allee“ insgesamt 383.000 Euro EUR zur Verfügung.
Über die „Testraum-Allee“
Die „Testraum-Allee“ ist ein Projekt des Zukunftskonzeptes Innenstadt in Kooperation mit der Agentur Mitte und dem IHK-nahen Verein Offenbach offensiv und zielt auf eine nachhaltige Aufwertung und Erweiterung des Einzelhandels ab. Das Projekt konzentriert sich auf die Umwandlung und Verhinderung von Leerständen mit dem Ziel der langfristigen Ansiedlung von qualitätsvollen Angeboten aus den Bereichen Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen in der Offenbacher Innenstadt, die auf Dauer wirtschaftlich tragfähig sind. Dadurch soll die Attraktivität der Offenbacher Innenstadt erhöht und Impulse für eine lebendige und belebte Innenstadt gesetzt werden, von der Unternehmen, Eigentümer und Eigentümerinnen sowie Bürger und Bürgerinnen gleichermaßen profitieren. Umgesetzt und unterstützt wurden bislang vier Projekte: das temporäre Kaufhaus OFTEN, der Concept-Store „Doki Doki“, der Mini-Market im M. Schneider und der Testraum. Im Februar 2026 wird das erste durch den „Testraum-Fonds“ geförderte Ladengeschäft eröffnen.