Bäckerei Ferdinand
Von A wie Apfelstreusel über R wie Rahmkuchen mit Mandeln bis hin zu Z wie Zwiebelbrot - Elke Schwab hat ihr Sortiment immer in Griffweite in ihrem rollenden Laden. Der wird für Markttage über Nacht von Mühlheimer Heinzelmännchen mit ofenfrischer Ware befüllt.
Beschreibung
Von der Schillerstraße in Mühlheim zum Wochenmarkt auf dem Offenbacher Wilhelmsplatz ist es nur ein Katzensprung. Kaum eine Lieferkette ist kürzer und knuspriger. Wenn Elke Schwab an Markttagen morgens um sechs Uhr, samstags schon um fünf, ihren Verkaufswagen aufschließt, weht ihr ein würziger Duft von frisch gebackenem Brot um die Nase. „Meine Heinzelmännchen waren dann schon da, haben mir quasi über Nacht meinen rollenden Laden mit dem Tagessortiment hierher gebracht“, erzählt Elke Schwab.
Als erstes hebt sie die ofenfrischen Backwaren aus den Transportkörben, befüllt die Brotregale und Brötchenkörbe, schichtet die süßen Backwaren in die Auslage der Glastheke. Dann kann es losgehen. Die ersten Kunden warten schon. „Am schnellsten ausverkauft sind unsere Klassiker, das Dinkelbrot und unser ‚Hausbrot‘, sagt Schwab und ergänzt fachmännisch: Das ist ganz traditionell aus selbst gemachtem Natursauerteig mit 80 Prozent Roggen- und 20 Prozent Weizenanteil.“
Schwab mag am liebsten Kümmelbrot – „schön dick mit Marmelade bestrichen“. Süß und würzig, das gehört für die gelernte Konditorin durchaus zusammen. Dass sie nicht selbst in der Backstube steht, verhinderte eine Mehlstauballergie. So wechselte sie ins Verkaufsfach. Die gebürtige Rumpenheimerin ist schon seit elf Jahren auf dem Offenbacher Wochenmarkt. Bei Wind und Wetter – immer mit Lust und Leidenschaft.
„Hier auf dem Wochenmarkt ist eine ganz andere Atmosphäre, als wenn ich in einem Ladengeschäft stehen würde. Gerade bei so einem Wetter wie heute, mit strahlender Sonne und blauem Himmel, ist das ein bisschen wie Sommerurlaub“, schwärmt sie. Der Umgang mit der Kundschaft sei anders auf dem Wochenmarkt. „Locker, aber trotzdem respektvoll. Ich sage immer, die Putzfrau ist genauso viel wert wie der Finanzminister – und jeden bediene ich freundlich. Jeder Beruf hat seine Daseinsberechtigung“.
„Ich hab eben hier drüben Handkäs’ gekauft ...“, ruft eine Kundin in den Verkaufswagen hinein. „… da oben steht die Antwort“, fällt Elke Schwab ihr fröhlich ins Wort. „Das ist so ein Running Gag zwischen der Kundschaft und mir: Wenn jemand nach dem besten Brot zum Handkäs’ fragt, zeige ich immer auf das Regal, wo unser Hausbrot einsortiert ist. Das ‚HA und HA‘ passt einfach wie’s Deckelche aufs Dibbsche zusammen.“
Nun ist das „HA“-Fach leer. Ab jetzt muss Kümmelbrot als Ersatz dienen – allerdings ohne Marmelade. Obwohl, einen Versuch wäre es ja vielleicht wert. „Da muss man sich halt mal trauen und mutig sein. Man isst ja auch Camembert mit Preiselbeeren mit Brot dazu“, merkt die Fachfrau für Backwaren lachend an.