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Innenraum
© Stadt Offenbach

Beschreibung

Ob Filet, Ribeye, Flanc, T-Bone oder Porterhouse – Fleisch, das in Offenbachs einzigem Steakhouse einen Platz auf der Speisekarte ergattert, ist Weltspitze. Da landet australisches „Grain Fed“ Black Angus, Natural Prime Beef aus Nebraska oder feinstes irisches Rinderfilet vom Hofmetzger der Queen auf dem Teller. Wir ordern den Favoriten der Steakliebhaber, ein „Grain Fed“, zu dem etwas Fettrand gehört. Man kann es abschneiden oder vertilgen – ganz nach Geschmack.

Dazu Knoblauchbrot, Speckböhnchen, Maiskolben, gratinierte Ofenkartoffel mit Sourcream, Trüffelbutter oder Tomaten-Dattel Chutney? Für welche der vielen Beilagen, Soßen, Dips und Chutneys zum australischen „Grain Fed“ sollen wir uns entscheiden? Die nette Bedienung assistiert: „Wie wär's mit unseren hausgemachten Fritten oder Potatoe Wedges?“ Wir nehmen die Fritten und hausgemachten Tomatenketchup dazu. Für den Fall, dass sich ein Cowboy mit Fleischesfrust auf den Wilhelmsplatz verirren sollte, testen wir auch den Veggie-Burger.

Das Fleischeslust hat zwei Gesichter: Wer draußen an einem der langen dunkelbraunen Holztische reserviert, der schnuppert fast provenzalische Atmosphäre. Drinnen erinnert das in gedimmtem Licht stilsicher ausgeleuchtete Ambiente aus Holz, Leder und Glas und der gut sortierten Bar an downtown Chicago. „In der Küche kommt nichts aus dem Glas oder der Dose“, heißt es auf der Speisekarte. Das Essen dauert also manchmal auch länger. „Bei größerem Gästeansturm kann es zu Wartezeiten kommen, dafür vorab schon ein kleines 'Sorry'“, ist denn auch als Warnung auf der Speisekarte zu lesen. Aber so schnell fällt ein Cowboy nicht vom Pferd. Wir stillen den ersten Hunger mit „Tartar-Duett vom Yellow Fin und Black Angus zum Selbstwürzen, dazu Avocadocreme & Wachtelei“ und einem „Grilled Chicken Salad mit fruchtigem Chutney und frischer Ananas vom Lavasteingrill“. Wir sind gespannt, ob die Speisekarten-Lyrik hält, was sie wortreich verspricht.

Für Bonsai-Portionen à la „Nouvelle Cuisine“ ist das Fleischeslust jedenfalls nicht bekannt. Deshalb fragt die nette Bedienung umsichtig, ob der Chicken Salad lieber als halbe Portion serviert werden soll. Wir sind dankbar für den Tipp, als der marktfrische Salat auf dem Tisch steht und staunen über die liebevoll zubereiteten Vorspeisen. Das aromatisch-nussige Tartar ist nicht durch den Wolf gejagt, sondern fein gewürfelt und mit roten Zwiebeln, Meersalz, geschrotetem Pfeffer und Edel-Paprika dekoriert – das hat Niveau. Die Hähnchenbrust ist außen knusprig und innen wunderbar zart, perfekt dazu der Mango-Chutney und gutes Baguette.

Am Nebentisch moniert ein Gast sein zu stark durchgebratenes Steak. Die Bedienung erläutert fachkundig, dass Burger und Steaks, wenn nicht anders gewünscht, „medium“ gebraten werden. Wer es saftig-medium wolle, müsse „medium rare“ bestellen. Die Küche grille aber gerne ein neues Steak. Der Gast winkt ab. Das Personal reagiert souverän und auch in kritischen Situationen stets freundlich: Bei uns wurden etwa die falschen Beilagen zum „Grain Fed“ geliefert - anstelle einer Diskussion gibt es ein „sorry“, flotte Lieferung des richtigen Tellers und später ein Getränk nach Wahl.

Unser Rumpsteak ist perfekt, im Kern leichte Blutröte, butterzart und von erstklassiger Qualität, die hausgemachten Fritten haben Suchtfaktor. Der herzhafte Veggie-Burger aus Gemüserösti und knusprigem Parmesantaler ist kaum zu schaffen und eine gute Anregung für die heimische Grillparty. Obwohl pappsatt und rundum zufrieden, bestellen wir Dessert. Statt der Spezialität des Hauses, warme Schokoküchlein, entscheiden wir uns für eine „Trilogie der Kaffeebohnen“ - aber mit zwei Löffeln bitte! Die cremig-leichte Espresso Créme Brulée, das luftige, weiße Kaffeemousse und das halbgefrorene Mocca-Parfait sind die Sünde wert. Gut, dass wir die Pferde im Stall gelassen haben und uns zu Fuß auf den Heimweg machen.

Preis-Check:
Vorspeisen und Suppen von 6,50 bis 15,50 €, Salate und Vegetarisches von 10,50 bis 15,90 €, Burger von 11,90 bis 19,90 €, Fleischeslust (Steaks und Filets) von 16,50 bis 59 € (800 gr. Porterhouse Steak), Desserts von 6,50 bis 12,50 €.

Online-Formular für Reservierungen + Bestätigung per Email

Tipp: Das Fleischeslust verkauft alle Fleischsorten auf der Karte auch roh zum Selbstgrillen, nach Wunsch zugeschnitten und Vakuum verpackt. Am besten telefonisch bestellen. Verkauf ab 500 Gramm, Restaurantverkaufspreis abzüglich 30 Prozent.

Sonntags ist Familientag mit Rabatt für Kinder

Öffnungszeiten

Mo-Mi: 17-24 Uhr; Do-So: 12-15 Uhr und 17-24 Uhr