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Margarete Zahn
Margarete Zahn
© Jessica Schäfer

Beschreibung

IN EINER EHEMALIGEN BÄCKEREI IM NORDEND ÖFFNET FREUNDLICH STRAHLEND MARGARETE ZAHN DIE TÜREN ZU IHREM BRANDNEUEN ATELIER UND AUSSTELLUNGSRAUM.

„Bildstein“ steht dort geschwungen über dem Eingang und erinnert an die Konditorei früherer Tage. Der einstige Verkaufsraum ist frisch renoviert und die darin leuchtenden Neonkonturen ziehen die Blicke an der belebten Kreuzung schon von weitem auf sich. Margarete Zahn fühlt sich wohl in ihren neuen 4 Kunstwänden und ist deshalb auch jeden Tag dort anzutreffen. Was hier leuchtet sind Ihre Andreaskreuze, das große Thema Ihrer Arbeiten, die „Superform“ der Kunst. Über viele Jahre arbeitete sie sich an diesem Zeichen als Ausgangs- oder Schlüsselsymbol in Ihrer Kunst ab, sie sei „regelrecht infiziert“ von Kreuzen. Mit Techniken des Durchixen, Markieren, Versperren, und Ankreuzen lotet die Künstlerin jede Möglichkeit der Kreuzform aus. Sie verwandelt sie in „Setzkästen“, löst die Bildtafeln also nicht nur in der zweiten Dimension auf und verwandelt sie, neu zusammengesetzt, in die dritte Dimension. Dabei geht nichts an Farbe verloren, nichts an Formgehalt ist verschwunden, alles ist nur verwandelt und präsentiert sich für uns neu. Nicht verwunderlich, dass Ihre Arbeiten im Karmeliterkloster und Ikonenmuseum Frankfurt gezeigt wurden, und auch das Kreuz in der Offenbacher Stadtkirche ein „echter Zahn“ ist. Im Atelierraum hängen genau 100 kleine Vogelhäuschen in ebenso vielen Farbnuancen an der Decke - „Das Haus steht in der Psychoanalyse für das eigene Selbst“, so die Städelabsolventin. „Ich jage es eben einmal durch die Kreissäge“. Der konsequente Umgang mit Formen und Farben bestimmt die Arbeiten der in Offenbach aufgewachsenen Künstlerin. Auf der Suche nach Maluntergründen für andere Arbeiten, entdeckte Zahn Sportgeräte wie Skateboards und Snowboards auf dem Flohmarkt am Mainuferparkplatz und setze auf diesen Objekten als Bildfläche ihre geschredderten Kreuzformen um. Ein gutes Beispiel solcher Zerschlagungen sind auch ihre Collagen. Grundlagen sind alte Papierarbeiten auf Basis des Andreaskreuzes, die sie zerschneidet, also zerstört, und wieder neu, anders zusammengeklebt hat. Genauso so wie sie Ihre wunderbaren neuen Räumlichkeiten nutzt und das Nordend belebt, so beschrieb Sie August Heuser in einer Eröffnungsrede: „Alles ist verändert und alles ist erhalten, alles ist neu und doch alt. Mit all ihren Entscheidungen hat die Künstlerin großartig neue Aspekte und neue Welten in ihre Arbeiten eingebracht und viele Sichtweisen auf ihre Arbeiten verändert. Sie hat die Welt der Andreaskreuze modernisiert.“

(Auszüge aus dem Vorwort von Prof. August Heuser aus dem Katalog "Boards and Boxes" von 2020.)


ATELIER MARGARETE ZAHN
Bettinastraße 61
63067 Offenbach am Main