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Fassade
© Stadt Offenbach

Beschreibung

Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte das Grundstück der Speditions- und Fernhandelsfirma Böhm und Marchand. Deren große Lagerhalle wurde 1845 kurzzeitig zu einem provisorischen Sakralraum umgestaltet, in dem sich in einem feierlichen Gottesdienst Offenbachs Deutschkatholische Gemeinde gründete. In der zweiten Jahrhunderthälfte waren die Kleiderfabrik Kopp und später der Portefeuillehersteller Strauß dort ansässig. .

1905 wurde die Halle abgerissen. Die Metallwarenfirma Ludwig Haege ließ dort neue Produktionsanlagen errichten. Das klassizistische Wohnhaus blieb seinerzeit stehen. Die Pläne für den Fabrikbau mit großen Werkshallen und das freistehende Kesselhaus mit Maschinenhalle in der Mitte entwarf Architekt Philipp Forster zusammen mit der Frankfurter Betonbau-Gesellschaft.

Hinter der zweifarbigen Klinkerfassade verbirgt sich eine Eisenbetonkonstruktion. Die Firma Haege war seit 1876 als Metalldrückerei tätig und belieferte Offenbachs Lederwarenfirmen mit Zubehör wie Trinkbechern, Dosen und Kleinteilen. 1908 kamen Thermoskannen dazu und während des Ersten Weltkriegs wurde Munition hergestellt. Nach der Weltwirtschaftskrise wurde das Unternehmen stillgelegt. 1939 übernahm die Firma Mako-Apparatebau das Anwesen, in dem auch einige Lederwarenhersteller Quartier gefunden hatten. Mako stellte als Automaten- und Maschinenbaufirma nach dem Krieg vor allem Fahrkartenkontrollapparate für die Bahn her. Heute sind Büros und ein Kindergarten in dem Gebäude untergebracht.


Frankfurter Straße 74
63067 Offenbach