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Beschreibung

Eisenreich wird Vorsitzender der gerade gegründeten KPD in Offenbach. Kurzzeitig ist er der Gegenspieler von Georg Kaul, Vorsitzender des Offenbacher Volksrates, der in seinen Augen die Revolution verraten hat. Mit etwa 1.000 Anhängern zieht er am 18. April 1919 zum Sitz des Volksrates in der Kaserne Bieberer Straße (heute Finanzamt). Es kommt zu einem Blutbad: Mindestens 17 Menschen werden von Soldaten der Reichswehr getötet.

Eisenreich wird wegen Rädelsführerschaft zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Er wird in der Haft psychisch krank und verbringt viele Jahre in Heilanstalten. Schließlich wird er in das Landeskrankenhaus nach Hadamar verlegt.
Willy Eisenreich starb am 24. April 1941 in der Gaskammer der Euthanasieanstalt Hadamar im Rahmen der T-4-Aktion. Ein „unwertes“ Leben war ausgelöscht.

Sein Urnengrab ist auf dem Alten Friedhof in Offenbach zu finden – kaum 50 Meter entfernt von dem Georg Kauls.


Schlossstraße 24
63065 Offenbach