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Frau in einem Cafe
Innovative Konzepte sollen gefördert werden - zum Beispiel die Nutzung einer Fläche als Laden, Werkstatt und Cafe. © pixabay
„Ground-Floor“ nennt die Stadt Offenbach ein neues Programm, das mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), kleinen und mittleren Unternehmen im Nordend, in der südlichen Innenstadt und im Senefelder-Quartier dabei helfen soll, neue Wege der Nutzung und Entwicklung von Gewerbeflächen zu gehen. Angesprochen sind Unternehmen fast aller Branchen, insbesondere Handel, Dienstleistungen und Handwerk.
Es gibt Zuschüsse für Investitionen, aber auch für Beratung und Expertise, die sich Unternehmen im Rahmen der Umsetzung förderungswürdiger Projekte einkaufen. Der Name des Programms sagt, wo die Stadt den Schwerpunkt der Förderung sieht: bei innovativen Konzepten zur Nutzung von Erdgeschossflächen, die auch in den öffentlichen Raum und in das Quartier ausstrahlen. Die Fördergebiete innerhalb der Stadt sind zugleich aktuelle Planungsgebiete für das Programm „Soziale Stadt“, mit dem das Wohnumfeld und die soziale Situation in diesen Quartieren verbessert werden soll. Die Förderung von im Quartier ansässigen Handel und Gewerbe soll diese Anstrengungen ergänzen und verstärken.

Vitalisierung von Einzelhandelsflächen ist Schwerpunkt

Über 600.000 EUR Fördermittel stehen bis zum Jahr 2023 zu Verfügung. Unternehmen können bis zu 50 Prozent der Mittel für Investitionen als Zuschuss erhalten, wenn das Unternehmen und das Investitionsvorhaben die Förderkriterien erfüllen. Die Fördersumme beträgt mindestens 6.000 und maximal 25 Tausend Euro. Ein besonderer Schwerpunkt bei der Umsetzung des Programms soll die Vitalisierung von Einzelhandelsflächen sein, wobei die Stadt nicht nur auf den Einzelhandel im traditionellen Sinne zielt.

„Auch clevere Konzepte für die Umnutzung von Einzelhandelsflächen sind förderfähig, zum Beispiel, wenn eine ehemalige Bäckerei zu einem Atelier oder in ein Designbüro umgebaut wird“, erläutert die für soziale Stadtentwicklung zuständige Dezernentin Sabine Groß. „Wichtig ist, dass durch die Erhaltung und die neue Nutzung der Fläche auch das Quartier gewinnt und der Begegnungsraum Straße belebt wird.“

Innovative Nutzungskonzepte sollen gefördert werden

„Wir wollen mit dem neuen Programm auch über traditionelle Branchengrenzen hinausdenken und innovative Nutzungskonzepte fördern, in denen sich zum Beispiel Handel mit Produktion verbinden oder ein kommerzielles Geschäft zugleich als sozialer Ort für Begegnung und Bildung gestaltet wird“, ergänzt Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Felix Schwenke. „Es gibt bereits einige durch private Initiative entstandene private Angebote in der Stadt, die uns bei diesem Programm inspiriert haben. Zum Beispiel sind die Verbindung einer Fahrradwerkstatt mit einem Café oder einer Kunstwerkstatt mit einem kleinen Bewirtungsbetrieb spannende Formen, wie Einzelhandelsflächen das Quartier attraktiv machen und zugleich als Rahmen für ein erfolgreiches Geschäftsmodell dienen können.“

Das Programm sei aber auch offen für andere Ideen wie beispielsweise Projekte im Obergeschoss oder im Hinterhof. Wichtig sei ein innovatives Konzept, ein überzeugendes Geschäftsmodell und ein Mehrwert für das Quartier, erläutert der für die Einwerbung der Fördermittel und das Konzept des Programms verantwortliche Leiter des Amtes für Arbeitsförderung, Statistik und Integration der Stadt, Matthias Schulze-Böing.

"Urban Media Projects" unterstützt bei Antragstellung

Ein Förderausschuss, dem Vertreter der Wirtschaftsförderung, der IHK, der Kreishandwerkerschaft und Experten aus der Immobilienwirtschaft angehören, prüft die eingereichten Anträge und entscheidet über die Bewilligung von Zuschüssen.

Damit die Unternehmen aus dem Nordend, der südlichen Innenstadt und dem Senefelder-Quartier bei der Antragstellung und der Durchführung ihres Vorhabens optimal unterstützt werden, hat die Stadt das Büro „Urban Media Project“ mit der Vermarktung des Programms und der Projektbegleitung beauftragt. Ansprechpartner dort sind Oliver Kremershof und sein Team, die für die Stadt bereits vor einigen Jahren ein ähnliches, sehr erfolgreiches, Projekt zur Förderung der Kreativwirtschaft begleitet haben.

18. Juni 2020