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Baustellendokumentation Umbau Kaiserleikreisel, Luftbilder vom 010718.****
Es tut sich was am Kaiserlei - der Umbau liefert wichtige Impulse für das gesamte Gebiet © Stadt Offenbach
Das Interesse von Investoren und Projektentwicklern an Gewerbeflächen in Offenbach hat zuletzt deutlich zugenommen. Dies teilten Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke und der Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung, Jürgen Amberger, nach der jüngsten Sitzung des Magistrats der Stadt Offenbach mit. Oberbürgermeister Schwenke hatte dem Gremium auf einen Beschluss der Stadtverordneten geantwortet, wonach die Wirtschaftsförderung ein Vermarktungskonzept für Flächen und das Vorgehen bei Investorenanfragen vorlegen soll.

Amberger berichtet, dass das Interesse von Investoren seit der Erstellung und Vermarktung des Masterplans Offenbach 2030 zunächst im Bereich Wohnen stieg. Nach Beschluss des Masterplans und der zehn Schlüsselprojekte hat die Wirtschaftsförderung den Masterplan selbst und danach eine eigens entwickelte Gewerbebroschüre zum Masterplan an etwa 1.300 Unternehmen, Investoren, Projektentwickler, Architekten und Beratungsbüros verschickt.

Oberbürgermeister Schwenke hat seit seinem Amtsantritt eine Vermarktungsoffensive für das Dienstleistungsgebiet Kaiserlei gestartet und gezielt sehr potente und erfolgreiche Investoren und Projektentwickler angesprochen. Sein Ziel ist es, Unternehmen, die einen Standort in unmittelbarer Nähe zum Finanzplatz Frankfurt suchen, kurzfristige Lösungen anzubieten. „Das wäre eine Win-Win-Situation für die Unternehmen wie auch für den Haushalt der Stadt Offenbach. Klar ist aber auch: Das ist ein harter, möglicherweise jahrelanger Weg, auf dem es keine schnellen Erfolge gibt“, so Schwenke.

Der Kaiserlei ist eines von vier großen Gewerbegebieten in Offenbach, das gemäß Masterplan für die Ansiedlung von Dienstleitungsfirmen prädestiniert ist. Es zeichnet sich durch seine hervorragende Verkehrsanbindung an Autobahn, S-Bahn, Flughafen und Frankfurter Hauptbahnhof aus. In unmittelbarer Nähe zur Europäischen Zentralbank und zum schnellsten Internetknoten der Welt ist es insbesondere für Dienstleister im Finanz- und Bankensektor interessant und könnte sich unabhängig davon, ob der Brexit kommt oder nicht, zu einem „Canary Wharf“ am Finanzplatz Rhein-Main entwickeln, erläuterte Schwenke mit Blick auf den hochwertigen Bürokomplex nahe des Londoner Finanzzentrums.

Zur Investorenansprache hat die Wirtschaftsförderung auf Wunsch von Oberbürgermeister Schwenke einen auf das Kaiserleigebiet ausgerichteten Investorenplan erarbeitet, den der OB erstmals auf der Internationalen Immobilienmesse MIPIM vorstellen konnte. „Mit diesem aus dem Masterplan Offenbach abgeleiteten Plan, konnten ausgewählte Investoren mit einem Blick erkennen, was sich am Kaiserlei tut und welche Chancen sich dort für sie ergäben“, so Schwenke. „Damit hat sich der Investorenplan deutlich von den üblichen Broschüren, die jede Stadt verteilt, unterschieden, was auch unsere Zielgruppe positiv erkannt hat“, stimmt Amberger zu. Allein nach dieser Messe nahm eine zweistellige Zahl von Projektentwicklern Kontakt auf, so Schwenke weiter, um sich näher über den Gewerbestandort zu informieren.

Der nächste Schritt zur Vermarktung war danach das von der Wirtschaftsförderung entwickelte Immobilienfrühstück, das in diesem Jahr mit 145 Teilnehmern einen Besucherrekord verzeichnete. „Auch bei diesem Immobilienfrühstück habe ich den interessierten Investoren einen sehr detaillierten Blick auf die Entwicklung des Kaiserlei geben können und erstmals vor allem für die dort möglichen Hochhausstandorte geworben“, so Schwenke. Nach Auskunft der Wirtschaftsförderung haben anschließend fast 40 Investoren die auf einer Austauschplattform bereitgestellten aktuellen und detaillierten Informationsmaterialien heruntergeladen. „Dies zeigt: Der erste Schritt ist geschafft, es gibt Interesse und wir sind im Gespräch. Jetzt werden wir weiter am Ball bleiben, denn der Wettbewerb um Unternehmensansiedlungen ist knallhart, hier ist langer Atem und Ausdauer gefordert.

In seiner Antwort auf den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 15. März 2018 zur Onlinevermarktung von Flächen in Offenbach verwies Schwenke auf die jahrelangen Erfahrungen des Teams der Wirtschaftsförderung um Jürgen Amberger und Werner Hinkelbein. Der eindeutige Rat der Fachleute: „Flächen im Internet sichtbar zu machen, reicht als Konzept bei Weitem nicht. Im Gegenteil ist die Erfahrung, dass dieses Mittel sogar kontraproduktiv sein kann, da Investoren häufig davon ausgehen, dass solche Flächen nicht hochwertig, sondern ein Ladenhüter sind, die man nun versucht mit allen Mitteln über alle möglichen Kanäle an den Mann zu bringen.“ Anspruchsvolle Investoren suchten nur sehr selten auf solchen Plattformen nach Flächen.

Schwenke schließt sich dem an und sagt: „Wichtiger ist vielmehr die Kombination aus aufeinander abgestimmter Standortwerbung, direktem Mailing, persönliche Ansprache und die Bereitstellung gezielter und weiterführender Informationen im Internet. Insbesondere die persönliche Ansprache ist und bleibt das Mittel, um auf Interesse von Investoren zu stoßen, die wirklich an einer Projektentwicklung an dieser Fläche interessiert sind.“

Gemäß dem Wunsch der Stadtverordneten werde die Stadt dennoch weiterhin ausgesuchte Flächen auf öffentlichen Plattformen darstellen. „Dies werden wir aber flankieren mit noch intensiveren direkten Vermarktungsmethoden und neuen Formaten, die wir ausprobieren werden.“

Offenbach am Main, 24. Juli 2018