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Luftbild des Geländes
© Alex Habermehl Fotografie
Der jährlich erscheinende Flächenreport der städtischen Wirtschaftsförderung gibt einen Überblick über das Geschehen auf dem Markt für gewerbliche Flächen in Offenbach und damit einen Statusbericht über die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts. Im Fokus des Berichts stehen der verfügbare Bestand sowie die Mietpreise in den verschiedenen Flächensegmenten.

Das Angebot an verfügbaren Büroflächen ist im Vergleich zum Vorjahr (2019: 91.922 m²) auf 112.693 m² angestiegen. Der Grund für den Anstieg liegt vor allem am Wegzug von Siemens aus dem Kaiserlei. Die Leerstandsquote auf dem Büroflächenmarkt in Offenbach steigt in der Folge um 1,61 Prozentpunkte auf 8,76 Prozent (2019: 7,15 Prozent).

„Ein coronabedingter Einfluss auf die Flächenentwicklung ist bislang noch nicht mit eindeutiger Richtung erfolgt. Die Flächenanfragen sind aber auch in der Corona-Zeit hoch“, so Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke. „Es gibt weiterhin Interesse an Büroflächen, das durch zwei gegensätzliche Trends gelenkt wird, bei denen noch nicht klar ist, welcher sich durchsetzen wird: Wir können beispielsweise feststellen, dass es eine leicht steigende Nachfrage von Unternehmen gibt, die auf den Trend zum Homeoffice reagieren und sich verkleinern wollen. Diese suchen Flächen, die ein flexibles Reagieren auch dann ermöglichen, wenn wieder mehr Mitarbeiter zurück ins Büro kommen. Genau da bieten die projektierten, aber noch nicht umgesetzten Planungen im Kaiserlei eine große Chance. Andere Unternehmen wollen zwar möglicherweise Mitarbeiter abbauen, prognostizieren allerdings einen stabilen Flächenbedarf, weil sie davon ausgehen, dass dauerhaft in Büros wieder mehr Abstand und ggf. auch Einzelflächen nötig sein werden.“

Auch die weiterhin steigenden Mietpreise zeigen, dass Offenbacher Büroflächen nach wie vor gefragt sind. Spitzenmietpreise von bis zu 22,50 €/m² werden vor allem in den Zonen Hafen-Kaiserlei (plus 6,00 €/m² gegenüber dem Vorjahr) und Innenstadt (plus 3,00 €/m²) erzielt. Aber auch in Rumpenheim-Bürgel stieg der Spitzenmietpreis im Jahresverlauf um 3,00 €/m² an. Als Treiber für die höheren Mietpreise macht die Stadt dabei nicht nur Neubauten aus. „Auch Modernisierungen von Bestandsflächen stärken Offenbach als Unternehmensstandort und tragen zur Attraktivität und einem höheren Preisniveau bei“, ergänzt OB Schwenke.

Einen erneut deutlichen Rückgang des Leerstands weist der Flächenreport für das Marktsegment Lager- und Produktionsflächen aus. Gegenüber dem Vorjahr gibt es mit insgesamt 27.557 m² nun 10.130 m² weniger verfügbare Flächen im Stadtgebiet. Erfreuliche Nachrichten kommen dabei unter anderem aus dem Gewerbegebiet Bieber-Waldhof, wo ein lange leerstehendes Objekt wieder vermietet werden konnte und in Zukunft sogar ausgebaut werden soll. Auch die Lager- und Logistik-Immobilie, die ehemals von der Kappus-Seifenfabrik genutzt wurde, hat einen neuen Nutzer gefunden. Trotz der hohen Nachfrage bleiben die Mietpreise in diesem Flächensegment stabil.

Als Beispiel für die wirtschaftsfreundliche Strategie der Stadt führt Wirtschaftsdezernent Schwenke die Ansiedlung der Morphisto GmbH im Gewerbegebiet an der Sprendlinger Landstraße an: „Das Flächenangebot kam erst Anfang dieses Jahres auf den Markt. Durch eine umfassende Unterstützung des Vorhabens konnte der Umzug an den neuen Standort bereits im September verkündet werden und soll zum Jahresende abgeschlossen sein. Hier zeigt sich, dass unser Wirtschaftsstandortkonzept ,Fünf Garantien und 20 Maßnahmen‘ bereits sehr gut funktioniert und Früchte trägt.“

Der Bestand verfügbarer Ladenflächen ist im Vergleich zum Vorjahr (2019: 5.507 m²) auf 8.934 m² angestiegen. Neben dem ehemaligen Standort des Handwerker-Marktes Screwfix in der Mühlheimer Straße sind es vor allem Neubauflächen im Offenbacher Hafen und dem Nordend, die zu dem größeren Angebot beitragen. Die ebenso neu entstandenen Ladenflächen im Rathaus Plaza, mitten in der Frankfurter Straße, konnten hingegen bereits zu einem größeren Teil vermietet werden.

Große Schritte vorwärts hat die Stadt in diesem Jahr bei der Entwicklung des ehemaligen Clariant-Geländes gemacht. „Mit der Übernahme des Geländes durch die stadteigene INNO Innovationscampus Offenbach GmbH & Co. KG haben wir die Entwicklung nun in eigener Hand“, so Dr. Schwenke. Die Tochtergesellschaft der Stadtwerke Holding sei bereits an der Prüfung der Altlasten-Situation und wird darauf aufbauend einen Zeitplan für die Erschließung und Vermarktung des Geländes aufstellen.

Eine weitere Weichenstellung steht bereits Anfang November an, wenn in der Stadtverordnetenversammlung die Verabschiedung des Bebauungsplans des ehemaligen Güterbahnhofs auf der Tagesordnung steht. Der Projektentwickler Aurelis Real Estate hat dort ein Urbanes Gebiet vorgesehen. Es soll eine Verbindung von Wohnen und kleinteiligem und datenbasierten Gewerbe geschaffen werden, die sich vor allem durch kurze Wege und die gute Anbindung an den ÖPNV auszeichnet.

3. November 2020