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Offenbach am Main, 1. Februar 2019 – Was bedeutet Innenstadt und wo beginnt sie? Was macht sie attraktiv, woran mangelt es? Diese und andere Fragen wurden am vergangenen Donnerstag im höchsten Gebäude der Stadt diskutiert und bearbeitet. Etwa 250 Interessierte waren der Einladung in den City Tower gefolgt, genossen den Ausblick und werkelten mit allerlei Gerätschaften an der Zukunft der Offenbacher Innenstadt. Ohne Nadel, aber mit verschiedenfarbigen Fäden wurden Verkehrsbeziehungen demonstriert, mit Legoklötzchen Konkurrenzen und mit Kaffeebohnen Präferenzen dargestellt. Es gab einen Fragebogen, viele bunte Kärtchen und zwei Loungebereiche zum Verweilen. Insgesamt fünf Stationen hatte das Team vom Hamburger Stadtplanungsbüro Urbanista aufgebaut, an denen es nur auf den ersten Blick spielerisch zuging. Denn überall wurde debattiert, ausgelotet und um Positionen gerungen, wie die Innenstadt wieder einen kräftigen Herzschlag bekommen könnte.

Moderne City machen

Denn dass ihr in den letzten Jahren die Puste ausgegangen ist, tritt inzwischen offenkundig zutage: so manches Ladengeschäft steht leer und einige wenige Schlachtrösser trotzen der Konkurrenz aus Internet und attraktiven Einkaufszentren in der Umgebung. Die Rechnung Innenstadt gleich Einzelhandel funktioniert nicht mehr, gemeinsam mit der Stadt Offenbach hat der Verein Offenbach offensiv um IHK-Geschäftsführer Frank Achenbach nach dem erfolgreich angestoßenen Masterplan nun die Innenstadt ins Visier genommen. Das Zukunftskonzept Innenstadt, dessen Erstellung Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke wichtig ist, weil es einer von mehreren Bausteinen zur Aufwertung der Innenstadt sein soll.
Nicht weniger als eine neue Erzählung der City sei hier gefragt, erklärt Dr. Julian Petrin vom Büro Urbanista. Er und sein Team haben bereits Erfahrung mit Kommunen im Strukturwandel. Mit Antworten auf die Frage, warum die Wirtschaft brummt und die Innenstädte trotzdem leer stehen, ist Offenbach nicht allein. Allerdings kommt hier noch die Lage in einer hochdynamischen Region hinzu, der Aktions- und Einkaufsradius der Menschen ist heute ein anderer als in den 60er,70 oder 80er Jahren. Deshalb geht es nun darum ergänzt sein Kollege Sven Lohmeyer „gemeinsam moderne Stadt zu machen.“

Alle mitnehmen  

Dazu braucht es, fragt man die Utopisten von der Initiative Stadtbiotop, mindestens mehr Grün in der Stadt. „Eben mehr Plätze zum Verweilen, Babbeln und Spielen, Orte zum Wohlfühlen“, umschreibt Janina Albrecht grob das, was sie und ihre Mitstreiter sich wünschen und zumindest temporär und mit kleinen Aktionen im Stadtgebiet auch herstellen. Jetzt ist sie mitten drin in der Diskussion, sollte der Hainbach wieder durch die Stadt fließen, auf verlassenen Flächen ein Felsenmeer-Kletterpark entstehen oder vielleicht ein paar Apfelbäume? Der dreizehnjährige Jakob hätte lieber einen Skatepark, „sowie den an der EZB“ und ein paar „coole Läden“ auf seinem persönlichen „Qualitätskilometer“ zwischen Marktplatz und Kaiserstraße. So unterschiedlich die Wünsche und Ideen, ohne die Eigentümer ändert sich langfristig ohnehin nichts. Das wissen auch die Initiatoren des Zukunftskonzepts: „Die Innenstadt ist ein Thema für alle, aber wichtig ist, dass auch die Hauseigentümer sich an dem Prozess beteiligen“, erklärt Birgitt Möbus, bei der Wirtschaftsförderung für das City-Management zuständig. Alle Mitnehmen und einen langen Atem haben, das ist auch das Credo des Abends. Schließlich lässt sich die DNA einer Stadt nicht in ein paar Monaten umprogrammieren, aber „auf der kurzen Strecke lassen sich gute Impulse setzen“, meint Petrin. Wo diese Impulse gesetzt werden sollten und welche Ansätze als besonders vielversprechend eingeschätzt werden – das wird die Auswertung der Diskussionsbeiträge zeigen, diese ist in Kürze online.

Infos unter www.offenbach.de/zukunft-innenstadt .

Bildinformationen:

Impressionen der Veranstaltung und Stationen, Fotos: Stadt Offenbach

  

Impressionen der Veranstaltung
© Stadt Offenbach