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Eine Idee des Uli-Panels: Wassertaxis über den Main
Eine Idee des Expertenteams: Wassertaxis über den Main © Stadt Offenbach

Offenbach am Main, 24.02.2016 – Im Mai 2015 haben die Städte Frankfurt und Offenbach am Main auf Initiative des Urban Land Instituts (ULI) ein Expertenpanel organisiert, welches Ideen für eine grenzübergreifende Kooperation der Städte erarbeitet hat. Es wurden Ideen und Strategien für eine gemeinsame zukunftsorientierte Entwicklung über geografische und administrative Grenzen hinweg ausgearbeitet. „Frankfurt und Offenbach sind wie ein Puzzle, dessen Teile zusammengefügt das Bild einer größeren Gemeinschaft und Wirtschaft ergeben“, heißt es in dem von den zehn internationalen Fachleuten aus der Regionalplanung, Stadtplanung und Immobilienwirtschaft vorgelegten Bericht mit dem Titel „Ein Stadtraum ohne Grenzen“.

Erst jüngst haben der Magistrat der Stadt Offenbach und der Magistrat der Stadt Frankfurt einen identisch lautenden Grundsatzbeschluss gefasst, wonach ein Umsetzungskonzept zum ULI-Bericht erarbeitet werden soll. Darin sollen Maßnahmen erarbeitet werden mit dem Ziel einer besseren Zusammenarbeit und gemeinsamen Entwicklung von Projekten zwischen Frankfurt und Offenbach. Dem gemeinsamen Grundsatzbeschluss zum Umsetzungskonzept sollen die Stadtverordneten in Frankfurt und Offenbach am Donnerstag, 25. Februar, in ihren parallel verlaufenden Sitzungen in einer symbolischen Aktion gleichzeitig beschließen.

„Diese zeitgleiche Abstimmung ist ein klares Signal an unsere Einwohnerinnen und Einwohner, aber auch nach außen, dass wir die Notwendigkeiten einer gemeinsamen Regionalpolitik erkannt haben“, kommentiert Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider das Vorhaben. „Wir wollen und müssen in Zukunft stärker zusammenarbeiten, da wir nur so unsere Region Rhein-Main voranbringen und im internationalen Wettbewerb der Metropolregionen bestehen können. Sicher ist aber auch, dass es bei der bisherigen institutionellen Eigenständigkeit beider Städte bleiben wird.“

Frankfurts Bürgermeister Olaf Cunitz ergänzt: „Während in den Fußball-Stadien teilweise noch eine Art Hassliebe gepflegt wird, stehen die Städte Offenbach und Frankfurt bereits jetzt auf vielen Ebenen im engen Austausch. Mein Ziel ist, dass wir diese bestehende Zusammenarbeit intensivieren, so dass wir künftig tatsächlich von einem gemeinsamen Stadtraum sprechen. Denn ich bin davon überzeugt, dass beide Städte von einer noch engeren Kooperation deutlich profitieren werden.“

Im ULI-Bericht werden konkrete Flächennutzungs- und Maßnahmenvorschläge benannt. So empfiehlt das Panel beispielsweise, dem Gewerbegebiet am Kaiserlei ein neues Image zu verleihen, um dort ein neues Gemeinschafts- und Identitätsgefühl zu kultivieren. Hürden bei der Entwicklung des Areals ließen sich nur überwinden, wenn sie im Kontext beider Städte betrachtet würden. In der Vorstellung der Experten könnte das Kaiserleigebiet zum Kern des neuen „globalen Frankfurts“ werden und die Nachbarstädte zu einer Gemeinschaft verbinden.

Zu den Ideen des Expertenpanels, die in den Bericht eingeflossen sind, zählt die Aufwertung des öffentlichen Raums am Mainufer und dessen Einbindung in den Grüngürtel (zum Beispiel durch einen „Sieben-Kräuter-Park“ an der gemeinsamen Stadtgrenze. Dieser Zwei-Städte-Park wäre ein neuer Ort für Freizeit-, Erholungs-, Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten mit Angeboten für beispielsweise Gemeinschaftsgärten, Schulgärten, Schulungen und Berufsausbildungen sowie lokale passive und aktive Freizeitaktivitäten. Zur Realisierung schlägt das Panel die Gründung einer Zweckgesellschaft für die Planung und Umsetzung dieser Vision vor, die das Gebiet planen und erschließen solle.

Weitere Empfehlungen des Panels betreffen eine gemeinsame strategische Flächennutzungsplanung, die finanzielle Tragfähigkeit, Mitwirkung und Zusammenarbeit der Städte sowie Verbesserungen im Nahverkehr. Im Mittelpunkt steht die Forderung Offenbachs nach einer S-Bahnlinie auf der Südseite des Mains, die von Aschaffenburg über den Offenbacher Hauptbahnhof und Frankfurter Südbahnhof direkt zum Flughafen führt – also eine „S-Bahn-Süd-Tangente“. Weiterhin soll das Straßenbahnnetz über beide Städte verknüpft werden und eine einheitliche Tarifzone im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zu erheblich mehr Fahrten zwischen den Städten führen. Auch zusätzliche Verbindungen über den Main wie ein Wassertaxi hält das Panel für wünschenswert.

Viele der identifizierten Maßnahmen wurden auch im Beteiligungsprozess zum Masterplan der Stadtentwicklung Offenbachs als erstrebenswert angeführt. Ein abgestimmtes Vorgehen beider Städte zur gemeinsamen Realisierung einzelner Schlüsselprojekte aus dem ULI-Bericht kann aus Sicht von Schneider und Cunitz sowohl zur Stärkung beider Städte führen als auch positive Impulse für die Entwicklung der Region setzen.

In Offenbach liegt der Bericht „Frankfurt am Main und Offenbach am Main | EIN Stadtraum ohne Grenzen“ des Urban Land Institutes (ULI) im Büro der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder und anschließend im Büro der Stadtverordnetenversammlung zur Einsichtnahme aus. In Frankfurt kann er ebenfalls beim Büro der Stadtverordnetenversammlung eingesehen werden oder online unter www.stvv.frankfurt.de/parlis2/parlis.html.