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Die Grafik zeigt das Bearbeitungsgebiet für das Innenstadtkonzept
Die Grafik entstammt dem Masterplan 2030 und zeigt (gelb markiert) das Bearbeitungsgebiet für das Innenstadtkonzept. © Stadt Offenbach

Ihrem Ziel, neue Ideen und Entwicklungsansätze für die Offenbacher Innenstadt zu gewinnen, ist die Stadt Offenbach am Main seit gestern einen großen Schritt näher gekommen. Nachdem bereits die Entscheidung zur Erstellung eines Zukunftskonzepts für die Innenstadt deutschlandweit auf großes Interesse gestoßen war, hatten sich zahlreiche Büros an einem strukturierten Vergabeverfahren beteiligt, das nun abgeschlossen wurde. In seiner gestrigen Sitzung hat der Magistrat dem Büro urbanista OHG offiziell den Auftrag erteilt. Dieses soll nun konkrete Vorschläge erarbeiten, wie der seit Jahren schwächelnde Einzelhandel gestärkt und die Innenstadt insgesamt mit innovativen Ideen wieder attraktiver werden kann.

Das Hamburger Büro war auf Grundlage der geprüften Angebote und Unterlagen sowie nach Verhandlungsgesprächen als Erstplatzierter mit der höchsten Punktzahl aus dem Vergabeverfahren hervorgegangen. Positiv wurde von allen Mitgliedern der Lenkungsgruppe gewertet, dass urbanista die Arbeit am Zukunftskonzept Offenbach als kreativen Prozess versteht, in dem ein zukunftsbejahendes Produkt entsteht, das sich deutlich von klassischen Innenstadt-Gutachten abhebt.

Frank Achenbach, Geschäftsführer des Vereins Offenbach offensiv e. V.: „Wenn Innenstädte angesichts des Onlinehandels ihre Funktion zur Versorgung der Bevölkerung verlieren, müssen wir wissen, welche Bedarfe der Mensch dort erfüllt sehen möchte. Welche Anreize braucht es, damit man auch in Zukunft in die Innenstadt, in eine Fußgängerzone kommt?“

Als ein sehr positives Zeichen wertet Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke die große Aufmerksamkeit, den die Stadt Offenbach mit ihrem Ansatz verfolgt, um Antworten auf den Online-Handel und neue Impulse für die Innenstadtentwicklung zu finden:

„Dass wir als Wohnstandort attraktiv geworden sind und sich zunehmend auch das Gewerbe für unsere Flächen, beispielsweise am Kaiserlei, interessiert, macht mir Hoffnung, dass die derzeitige sehr dynamische Entwicklung der Stadt dauerhaft gute Früchte trägt und wir auf dem richtigen Weg sind.“

Gemäß dem Zeitplan ist nun vorgesehen, dass die Firma urbanista im Oktober 2018 mit ihrer Arbeit startet und ihre Empfehlungen im Sommer 2019 in einem Zukunftskonzept inklusive eines Maßnahmenkatalogs bereitstellt. Der Erarbeitungsprozess sieht ein Wechselspiel aus fachlicher Impulsgebung und gezielter Mitwirkung eines breiten Akteurskreises vor.

„Es wird somit mehrere Beteiligungsformate geben“, kündigte Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke nach der Magistratssitzung an und lud zur Teilnahme ein: „Ich möchte bereits jetzt alle Interessierte zur Mitarbeit am Zukunftskonzept aufrufen, wenn ihnen die Zukunft unserer Innenstadt genauso am Herzen liegt wie mir.“

Wann dies konkret möglich ist, wird die Stadt frühzeitig kommunizieren.

Für die Finanzierung des Konzepts und erste kleinere Maßnahmen steht ein Betrag von zunächst 200.000 Euro zur Verfügung, der jeweils zur Hälfte von der Stadt und vom Verein Offenbach offensiv e.V. bereitgestellt wird. Dies regelt ein Kooperationsvertrag, den beide Beteiligte im Juni 2018 vereinbart haben. OB Schwenke betonte allerdings auch, dass das dann vorliegende Konzept nur der Anfang eines langen Prozesses darstellt. „Das Konzept soll natürlich nicht in einer Schublade verschwinden, sondern wir möchten direkt anhand des Maßnahmenkataloges in die Umsetzung starten“, so Schwenke. „Klar ist, dass hierfür weitere Gelder zur Verfügung gestellt werden müssen.“

Bestandteil des nun beendeten strukturierten Vergabeverfahrens war ein vorgeschaltetes Interessensbekundungsverfahren und eine Ausschreibung inklusive Angebotsabgabe. Die Bietergespräche fanden am 16. August statt. Hierbei hatten die bis dato besten fünf Büros beziehungsweise Bietergemeinschaften die Gelegenheit, sich nochmals vor der Lenkungsgruppe sowie der Beratungsfirma FIRU GmbH zu präsentieren, ihr Angebot näher zu erläutern und auf Fragen einzugehen. Um die einzelnen Angebote nicht nur nach dem Preis bewerten zu können, wurden folgende Zuschlagskriterien in einer Bewertungsmatrix zusammengefasst:

  • Preis (Grundleistungen, besondere Leistungen)
  • Projektplanung (Termin- und Zeitmanagement, personelle Organisation)
  • Projektdurchführung (Konzept zur Akteursbeteiligung, Herangehensweise an die Aufgabenstellung)

Auch die Präsentationen der Firmen und die Beantwortung von Fragen flossen bei den Bietergesprächen in die Bewertungsmatrix mit ein.

Zur Lenkungsgruppe gehören: Frank Achenbach (Geschäftsführer des Vereins Offenbach offensiv e.V. und Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Offenbach), Laura Becker (Referentin Standortpolitik IHK), Daniela Matha (Vorstandsmitglied Verein Offenbach offensiv e.V.), Jürgen Amberger (Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung), Birgitt Möbus (City Managerin), Simon Valerius (Leiter Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement) sowie Marion Rüber-Steins (im selben Amt für die Stadtentwicklung zuständig).

31. August 2018