Sprungmarken
Suche
Suche

Offenbach, Frankfurt und der Main aus der Luft
© Stadt Offenbach
Der Wandel in Offenbach ist an vielen Stellen in der Stadt sichtbar. Neben den zahlreichen Wohnungsneubauten gibt es auch im Bereich der Büro- und Gewerbeflächen Veränderungen.
Auffälligstes Beispiel dürften in den nächsten Monaten die Pläne der Leipziger Publity AG sein, die Büroflächen im City Tower in Kombination mit dem Parkhaus in der Ziegelstraße zu vermarkten. Die Gruppe hat das derzeit noch von der Spielwarenkette Toys ´R us genutzte Gebäude unlängst erworben und plant nun ein echtes Make-Over der Immobilie:
Für die Fassadengestaltung wurde der Leipziger Künstler Michael Fischer beauftragt. Aber auch im Inneren des eher dunklen Parkhauses wird „Geld in die Hand genommen“, so Jürgen Amberger, Leiter der Wirtschaftsförderung. Auch an anderen Stellen seien Eigentümer erfreulicherweise inzwischen zu Investitionen bereit, um Objekte gut am Büro- und Gewerbemarkt der Region platzieren zu können. „Unsere Aktivitäten tragen Früchte und die Sichtbarkeit des Standorts in der Region ist belegbar“, bilanziert Oberbürgermeister Horst Schneider, unlängst zurückgekehrt von der Immobilienmesse Expo Real 2015 in München. 



Das zeigen auch die Zahlen des aktuellen Flächenreports, den die Wirtschaftsförderung jährlich veröffentlicht: um 1,5 Punkte ist die Leerstandsquote zum Stichtag 30.9.2015 gesunken, das Büroflächenangebot reduzierte sich um 16.215 m² auf 121.958 m². Im Vorjahreszeitraum waren es noch 138.173 m². 
Die Nachfrage nach hochwertigen, aber auch kleinteiligen Flächen in attraktiver Lage hält weiter an und neben verstärkten Sanierungsaktivitäten tragen auch neue Vermarktungswege zu einer positiven Einschätzung der Gesamtentwicklung bei: So vermarktet die Waterfront Grundbesitz GmbH einen Teilabschnitt des von ihr erworbenen Honeywell-Gebäudes in der Kaiserleistraße 39 beinahe nur über die Sozialen Medien. Rund 100 Interessenten, vornehmlich aus der Kreativwirtschaft, hatten sich für den Besichtigungstermin im „BOND“ angemeldet. Mit 45 dieser Interessenten werden bereits konkrete Mietverhandlungen geführt. Einen ähnlichen Weg plane auch der neue Eigentümer des UBS-Gebäudes in der Kaiserstraße, berichtet Jürgen Amberger: „Auch hier soll nicht einfach ein Vermarktungsschild aufgehängt werden. Die Eigentümer wollen das Gebäude modernisieren und in Verbindung mit einer neuen Vermarktungsstrategie neu beleben.“ Das wachsende Angebot an hochwertigen Büroflächen ist nicht ohne Effekt, so ist am wichtigsten Bürostandort, dem Kaiserleigebiet, der durchschnittliche Mietpreis um 0,50 Euro auf 8,50 gesunken, während die Innenstadtlagen leicht angezogen haben und nun bei durchschnittlich 9,50 Euro liegen. Im Vorjahr waren es noch 9,00 Euro.



Bewegung gibt es auch am Markt für Lager- und Produktionsflächen: Nach einem leichten Anstieg der Leerstandsquote im Frühjahr sank diese im Betrachtungszeitraum um 22.930 m² von 39.648 m² auf 16.718 m². Vor allem auf der Sprendlinger Landstraße hat sich viel getan: so wurde das ehemalige Honda-Gelände an einen ansässigen Autohändler verkauft und das Fredenhagen-Areal wird seit kurzem von satis&fy als Eventlocation vermarktet. „Kleinere Einheiten an Produktions- und Lagerflächen konnten in den meisten Fällen schnell weitervermietet werden, die Nachfrage nach großen, gepflegten Flächen ist aber weiterhin groß“, weiß auch Verena Sänger von der Wirtschaftsförderung zu berichten. Sie ist seit Anfang des Jahres Ansprechpartnerin für Unternehmen und kennt die meisten Flächen aus dem „Effeff“. Denn sie war im Sommer mit dem E-Bike unterwegs, um sich jeweils vor Ort einen persönlichen Eindruck zu verschaffen, hat sich mit den Eigentümern getroffen und weiß eine Lösung für jeden Bedarf.



Flexibilität und individuellere Lösungen: das gilt für Lager- und Büroflächen, besonders aber für Ladenflächen. Auf die geänderten Bedürfnisse der Kunden hat unter anderem das Centermanagement des KOMM reagiert und aufwändig umgebaut. Dies bleibt nicht ohne Effekt auf die Ladenstruktur des nahegelegenen Innenstadtbereiches, aber die vorhandene Nachfrage der Händler nach 1A-Innenstadtlagen dürfte Lücken wieder schließen. Zumal auch der Eigentümer des jetzt noch vom Elektrogroßhändler Saturn genutzten Gebäudes in der Frankfurter Straße bereits mit Architekten an neuen attraktiven Nutzungskonzepten feilt und sich sogar inzwischen für die City-Passage eine Veränderung abzeichnet: „Wir warten alle auf eine Lösung“, so Schneider und er weiß, „dass der Kaufvertrag gerade mit Hochdruck verhandelt wird.“ Wenn alles glatt läuft, könnte es bereits 2017 sichtbare Veränderungen an der Stelle geben.

Vor allem von dem im Frühjahr angestoßene Masterplan-Prozess erhofft sich Schneider weitere wichtige Impulse für die weitere Entwicklung der Stadt. Aber: „Der Flächenreport 2015 zeigt, dass Offenbach für die Zukunft bereits gut aufgestellt ist.“ Daher soll im kommenden Jahr weiter an der Sichtbarkeit der Stadt in der Region und darüber hinaus gearbeitet werden.

Offenbach, Frankfurt und der Main aus der Luft Stadt Offenbach
1 / 1