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Im Jahr 2007 wurde im Auftrag der Stadt Offenbach durch die Universität Trier ein wissenschaftliches Gutachten über die Kreativwirtschaft in Offenbach erstellt.

Die Gutachter vom Lehrstuhl für Kultur- und Regionalgeografie untersuchten in der Studie die Potenziale und Anforderungen kreativ tätiger Unternehmer und Freiberufler in Offenbach. Sie lieferten der Stadt sehr konkrete Anregungen, wie sie diesen jungen, dynamischen und vielversprechenden Wirtschaftszweig fördern und die Unternehmen an den Standort binden könnten. Damit wurde der Grundstein für die Förderung der Kreativwirtschaft in Offenbach gelegt.

Neben der Bestandsaufnahme und Befragung der Kultur- und Kreativschaffenden Offenbachs wurde eine Definition herausgearbeitet, welche Branchen in Offenbach zur Kreativwirtschaft hinzuzählen. Ein weiterer sehr wichtiger Bestandteil des Gutachtens war die Ableitung von Handlungsempfehlungen für die städtische Wirtschaftsförderung, wie die Unternehmen der Kreativwirtschaft in Offenbach gefördert und damit der Unternehmensbestand gesichert und das Wachstum der Teilmärkte sowie die Ansiedlung neuer Unternehmen forciert werden können.

Die wesentlichen Ergebnisse der Studie waren:

  • Im Jahr 2007 konnten rund 900 Unternehmen mit etwa 4.100 Beschäftigten dieser Branche zugerechnet werden.
  • Schwerpunktmäßig waren die erfassten Unternehmen in den Bereichen Unternehmensberatung, Werbung und Marketing sowie in der IT-Wirtschaft und im Design tätig.
  • Es wurde eine relativ hohe Dichte an Unternehmen und Beschäftigten festgestellt. Rund sieben Prozent der Arbeitsplätze in Offenbach waren 2007 der Kreativ-Wirtschaft zuzurechnen.
  • Gründe für die relativ hohe Dichte wurden zum einen durch die günstige Lage innerhalb des Ballungsraums Rhein-Main und zum anderen durch die ortsansässige Hochschule für Gestaltung (HfG) gesehen, die man als Brutstätte bezeichnen könne.
  • Als weiteren Standortvorteil, wurden die vergleichsweisen geringen Gewerbemieten erkannt.
  • Es wurde festgestellt, dass ca. 55 Prozent der identifizierten Unternehmen Ein-Personen-Unternehmen waren und nur fünf Prozent beschäftigten mehr als zehn Mitarbeiter.
  • Die Mehrheit der Kultur- und Kreativschaffenden verfügte über einen Hochschulabschluss.

Die zentralen Handlungsempfehlungen aus dem Gutachten waren:

  • Vernetzung der Kreativ-Unternehmen untereinander und mit Unternehmen anderer Branchen.
  • Erhöhung der Sichtbarkeit der Kreativwirtschaft und damit des Standortes.
  • Institutionalisierung von Maßnahmen und Austauschplattformen.

So fanden seit der Veröffentlichung der Studie viele Aktivitäten zur Förderung der Kreativwirtschaft durch die städtische Wirtschaftsförderung in Kooperation mit diversen Partnern statt. Neben festen Formaten wie einem Sommerfest und einer Auftaktveranstaltung im Frühjahr gab es in den vergangenen zehn Jahren viele wechselnde Formate, die sich an die gesamte Kreativwirtschaft oder auch gezielt an Teilmärkte gerichtet haben. Auch gibt es einen intensiven Austausch mit der Hochschule für Gestaltung und darüber hinaus Aktivitäten mit anderen Hochschulen und Universitäten im Rhein-Main-Gebiet, mit dem Ziel die Offenbacher Kreativwirtschaft in der Wissenslandschaft bekannt zu machen und zu verankern und Foren zum Austausch zu schaffen. Auch eine Internetplattform zum Austausch der Kreativschaffenden untereinander, der Vorstellung des eigenen Geschäftsmodells und damit zur Erhöhung der Sichtbarkeit der Unternehmen und des Standortes wird seit Jahren geboten, stetig ausgebaut und angepasst.