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Stadt Offenbach

Affenpocken: Informationen zu Erkrankung und Impfung

Weltweit, vor allem aber in Europa, nehmen die Infektionen mit den sogenannten Affenpocken zu. In Offenbach werden derzeit Vorbereitungen für mögliche Impfungen getroffen.

Übertragungswege, Symptome und Risiken

Was sind Affenpocken?

Affenpocken sind eine seltene Virusinfektion. Bei den Affenpocken handelt es sich um eine weniger gefährliche Verwandte der seit über 40 Jahren ausgerotteten Menschenpocken. 

Anteckung und Übertragung mit Affenpocken

Die Affenpocken kommen üblicherweise in West- und Zentralafrika vor. In den Gebieten, in denen das Affenpockenvirus verbreitet (endemisch) ist, können sich Menschen durch Kontakt zu Tieren anstecken, die das Virus in sich tragen (Tierbisse, Körperflüssigkeiten der Tiere, tote Tiere, Essen von Fleisch, das nicht ausreichend erhitzt wurde). 

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist vor allem bei engem und intimem Kontakt möglich und wird jetzt weltweit zunehmend beobachtet. Die Übertragung kann stattfinden durch:

  • Kontakt zum Bläscheninhalt oder Schorf der typischen Hautveränderungen (Pocken). In den Pocken ist die Anzahl der Viren besonders hoch
  • Kontakt mit Körperflüssigkeiten (zum Beispiel Speichel)
  • Kontakt zu Geschwüren oder Wunden im Mund
  • Kontakt zu Tröpfchen, die beim Atmen und Sprechen ausgeschieden werden
  • Kontakt zu Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder Geschirr einer Person, die sich mit den Affenpocken angesteckt hat

Allgemeine Anzeichen einer Ansteckung

Folgende allgemeine Anzeichen einer Ansteckung können auftreten:

  • Fieber-, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen
  • geschwollene Lymphknoten
  • Hautveränderungen in Form von Flecken und Pusteln (teilweise sehr schmerzhaft), vor allem an Gesicht, Handflächen und Fußsohlen
  • Haut- und Schleimhautveränderungen an Mund, Genitalien, aber auch am Rumpf, Gesicht und Gliedern

Die meisten Menschen erholen sich nach einigen Wochen wieder. Es mehren sich aber Berichte aus den Kliniken über schwere Verläufe mit schmerzhaften Geschwüren, die stationär behandelt werden müssen. Die Inkubationszeit – also die Zeit von der Ansteckung bis zur Ausbildung von Symptomen – beträgt in der Regel fünf bis 21 Tage

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Affenpocken-Viren.

Wie gefährlich sind Affenpocken?

Eine Infektion mit Affenpocken verläuft normalerweise milder als die mit den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den ungewöhnlichen Affenpocken-Ausbruch in mehr als 70 Ländern aber zur „Notlage von internationaler Tragweite“ erklärt. 
Insbesondere Neugeborene, Kinder, Schwangere, alte Menschen und Menschen mit einer Immunschwächen können schwer an den Affenpocken erkranken.
In den meisten Fällen verschwinden die Krankheitszeichen von Affenpocken innerhalb weniger Wochen von selbst. Aber bei einigen Personen können sie zu medizinischen Komplikationen und sogar zum Tod führen.

Impfungen gegen Affenpocken

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung aktuell nur bestimmten Personengruppen. Da der Impfstoff noch nicht in großer Menge vorrätig ist, erhalten besonders gefährdete Personen derzeit laut STIKO-Empfehlung nur eine Impfdosis. Studien haben gezeigt, dass diese erste Impfdosis eine Grundimmunisierung erzeugt, die erst nach zwei Jahren nachlässt. 
Es wird der Impfstoff Imvanex verwendet, der zum Schutz vor Pocken seit 2013 in Deutschland zugelassen ist. In den USA ist der Impfstoff bereits seit mehreren Jahren auch gegen Affenpocken zugelassen, eine kurzfristige Erweiterung der Zulassung auch für Affenpocken ist in Europa in Vorbereitung. 

Wer in der Vergangenheit bereits gegen die Menschenpocken geimpft wurde, kann mit einem 85-prozentigen Schutz vor den Affenpocken rechnen. Auch in diesen Fällen reicht laut STIKO eine einmalige Impfung mit Imvanex als Auffrischung.

Aufgrund der noch nicht ausreichend vorhandenen Impfdosen erhalten in Offenbach zunächst nur zwei Gruppen die Möglichkeit zur Impfung: 

  • Menschen, die Kontakt mit einer anderen nachweislich mit Affenpocken infizierten Person hatten (Indikationsgruppe 1) 
  • Menschen mit unterdrücktem Immunsystem. Zum Beispiel durch Infektion mit dem HI-Virus, bei Behandlung mit Chemo- oder Strahlentherapie oder nach einer Organtransplantation und sexuell sehr aktiv sind. (Indikationsgruppe 2) 

Sobald mehr Impfstoff eingetroffen ist (derzeit noch nicht), können auch folgende Gruppe auf Wunsch eine Impfung erhalten:

  • Menschen, die häufiger wechselnde Sexualkontakte haben (Indikationsgruppe 3) 
  • Menschen, die eine HIV-Prophylaxe (Prä-Expositions-Prophylaxe, kurz: PrEP) einnehmen (Indikationsgruppe 4) 

Offenbach bereitet sich auf Impfungen gegen Affenpocken vor

Alle Menschen, die zu den oben genannten Indikationsgruppen zählen und den Wohnsitz in Offenbach haben, können sich auf Wunsch bereits jetzt unter impfenoffenbachde mit ihren Kontaktdaten und Angaben zur Indikationsgruppe registrieren lassen. Bürgerinnen und Bürger, die nicht in Offenbach wohnen, müssen sich an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Eine Impfung in Offenbach ist dann nicht möglich.

Sie werden allerdings um Geduld gebeten, da es noch nicht ausreichend Impfstoff in Deutschland gibt. Sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung gestellt wird, wird das Gesundheitsamt diese Personen kontaktieren und auf Wunsch Impftermine vereinbaren. 

In Offenbach lebende Menschen, die Kontakt mit einer infizierten Person hatten, werden gebeten, sich umgehend per E-Mail an das Stadtgesundheitsamt zu wenden: hit.gesundheitsamtoffenbachde.

Zur Eindämmung der Virusausbreitung setzen die Ärzte des Gesundheitsamtes beim Auftreten von Infektionen auf eine bis zu dreiwöchige Absonderung der Betroffenen. 

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zu den Affenpocken finden sich auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und dem Robert-Koch-Institut (RKI).

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