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Stadt Offenbach

Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern der Stadtteile Lauterborn und Rosenhöhe

12.03.2024

Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke begrüßt die Bürgerinnen und Bürger der Stadtteile Lauterborn und Rosenhöhe in der Cafeteria der Ludwig-Dern-Schule und Lauterbornschule.

Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner der Stadtteile Lauterborn und Rosenhöhe folgten der Einladung der Stadt, mit Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke ins Gespräch zu kommen. Besonders wichtig waren den Anwesenden die Themen Schulsanierung, Mobilität, Sauberkeit und der Anschluss der S­­tadtteile an das Fernwärmenetz. Der OB beantwortete mit seinem Team aus Stadtverwaltung und Stadtwerken die Fragen der Anwesenden. Zum Thema Fernwärme stand Harald Hofmann, Pressesprecher und Leiter der Unternehmenskommunikation der Energieversorgung Offenbach AG (EVO), als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Offenbach stand für Fragen zu den Fördermöglichkeiten der verschiedenen Sparkassen-Stiftungen zur Verfügung.

Schwenke erläuterte zunächst die großen strategischen Linien der Stadtpolitik, von Wirtschaftspolitik über Digitalisierung bis zur Innenstadt-Entwicklung. Offenbach leide noch immer an den Folgen des Strukturwandels, der die Stadt wirtschaftlich lange lähmte – hohe soziale Kosten, wenig Einkommen- und Gewerbesteuersteuereinnahmen auf der anderen Seite. Der Weg zu einer finanziell normalen Stadt, einem seiner wichtigsten Ziele für Offenbach, sei, daran erinnerte OB Schwenke, noch sehr weit und werde noch mehrere Jahre dauern.

Neue Unternehmen siedeln sich an / Bestehende Unternehmen bleiben dem Standort Offenbach erhalten

Die Ansiedelung unterschiedlicher Branchen sei wichtig, um den Wirtschaftsstandort Offenbach langfristig zu stärken, betonte der Oberbürgermeister. So seien neben der Technologie und der Kreativwirtschaft auch Dienstleistungen mit Büros von zentraler Bedeutung. Die Innenstadt, der Hafen und der Kaiserlei bieten dafür ideale Bedingungen. Inzwischen ist Offenbach als Standort gefragt – Unternehmen schätzen die gute Anbindung und die kurzen Wege auch in Genehmigungsfragen. Die wirtschaftliche Entwicklung geschehe nicht aus Zufall, dahinter stecke Arbeit, ein Plan und viele Gespräche, betonte Schwenke. Es gelte bereits ansässige Unternehmen in der Stadt zu halten und die Voraussetzungen zu schaffen, damit neue Unternehmen sich ansiedeln können. Die Stadt habe hierbei zuletzt einige Erfolge erzielt: Der Ventilhersteller Samson mit 2.000 Arbeitsplätzen und das Biotech-Unternehmen BioSpring werden sich im neuen Innovationscampus Offenbach im Osten der Stadt ansiedeln. Auch die Kreativwirtschaft sei für Offenbach bedeutend, verschiedene Kreativagenturen haben ihren Sitz im Nordend und die Hochschule für Gestaltung erhält mit dem Neubau am Hafen einen neuen Standort. Auch dort, im Hafen, gelang zuletzt die Ansiedlung gleich mehrere Firmen. „Für die Stadt ist es wichtig, Unternehmen aus verschiedenen Bereichen nach Offenbach zu holen. Denn wir brauchen sowohl Arbeitsplätze für hoch als auch für gering Qualifizierte“, betonte der Oberbürgermeister.

Auch im Offenbacher Osten, im Quartier 4.0, wird es neben dem neuen Gymnasium und zusätzlichem Wohnraum auch Flächen für Gewerbe geben.

Zu den weiteren zentralen Themen der Stadtpolitik zählen für den Oberbürgermeister die Entwicklung der Innenstadt, bezahlbarer Wohnraum, Klima- und Umweltschutz, eine gute Infrastruktur bei Bildung und Verkehr sowie die Wertschätzung ehrenamtlicher Arbeit.

Sanierung Anne-Frank-Schule

Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke konnte einer Bürgerin, die sich nach dem Stand der Sanierung der Anne-Frank-Schule erkundigte, die erfreuliche Mitteilung machen, dass die erforderlichen Gelder bewilligt seien und nach aktuellem Stand in den diesjährigen Sommerferien begonnen werde. Der erste Bauteil solle in den Herbstferien beendet sein. Der zweite Bauteil folge in den Sommerferien im nächsten Jahr. Die Sanierung des letzten Bauteils starte in den Osterferien 2026 und solle bis zu den Herbstferien abgeschlossen sein. Der OB betonte, wie außerordentlich wichtig es für ihn sei, das Schulbausanierungsprogramm fortzuführen. „Wir haben 2006 als grundlegende städtische Strategie beschlossen, alle Schulen nach und nach zu sanieren. Dies gilt mittlerweile auch für die Kitas. Es ist mir sehr wichtig, dass wir dies konsequent durchziehen, bis alle Bildungsgebäude in einem ordentlichen Zustand sind.“

Fernwärme: Ausbau und Kosten

Insbesondere die Eigentümerinnen und Eigentümer von Bestandsimmobilien, deren Heizungen mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, interessierten sich für das Thema kommunale Wärmeplanung. Sie wollten wissen, ob und wann sie mit einem Anschluss ihrer Straßen an das Fernwärmenetz rechnen können, um Investitionsentscheidungen in neue Heizungsanlagen zu treffen.

Harald Hofmann, Pressesprecher EVO, bezeichnete die Stadt Offenbach als Vorreiter in Sachen Fernwärme. Über 40 Prozent des Wärmevolumens sei bereits jetzt über Fernwärme abgedeckt, wobei sich die EVO eine Fernwärmeversorgung von 70 Prozent zum Ziel gesetzt habe. „Fernwärme hat für uns überall dort Vorrang, wo es sich rentiert. Dabei stehen nicht nur wirtschaftliche Gründe im Vordergrund. Fernwärme wird auch deswegen bevorzugt in Innenstädten verlegt, weil es dort keinen Platz für Wärmepumpen gibt“, führte Hofmann aus. Er ergänzte, dass die EVO für die Erzeugung von Fernwärme auch auf die Abwärme der Rechenzentren setzt, was zudem kurze Lieferketten und damit eine hohe Sicherheit der Versorgung zum Vorteil hat. Für Fernwärme werden zudem keine zusätzlichen Energieträger eingesetzt und somit kein zusätzliches Kohlendioxid emittiert. 

Abschließend verwies Hofmann auf die Internetseite der EVO. Unter https://www.evo-ag.de/angebote-tarife/waerme/fernwaerme (Öffnet in einem neuen Tab) können Interessierte unter Angabe des Straßennamens schauen, ob ihr Wohnort bereits am Fernwärmenetz hängt. Wenn dies der Fall ist, kann in einem überschaubaren Zeitraum auf Fernwärme umgestellt werden. Ist es das nicht, bleibt der kommunale Wärmeplan abzuwarten. Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke erläuterte, dass Offenbach den gesetzlichen Zeitplan für die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung einhalten wird.

Mobilität: Öffentlicher Nahverkehr und Elektro-Ladesäulen

Ein Mann bemängelte das fehlende Dach der Bushaltestelle direkt vor der Lauterbornschule. Die Schülerinnen und Schüler hätten keinen Schutz vor Regen. Er bot sogar an, einen Investor zu finden. Anja Georgi, Geschäftsführerin von NiO und OVB, erinnerte daran, dass das Häuschen abgebaut wurde, als es mehrfach immer wieder zerstört wurde. Georgi bot an zu klären, ob ein neuer Versuch für ein Wartehäuschen möglich sei. Zwei Bürgerinnen bemängelten die zeitgleiche Taktung der Buslinien 104 und 105 und forderten eine Entzerrung des Takts von etwa 15 Minuten. Anja Georgi betonte, dass die Busse auf den S-Bahn-Takt angepasst seien. Gleichwohl versprach sie zu versuchen, die Taktung entsprechend zu entzerren. Ferner schlug sie vor, die Fahrpläne des Spätverkehrs und der Sonntage anzuschauen: „Zu diesen Uhrzeiten ist eine geänderte Taktung leichter möglich.“ Einer Bürgerin ist der Ausbau der öffentlichen E-Ladesäulen sehr wichtig. Oberbürgermeister Dr. Schwenke wies auf die frühe Vorreiterrolle der Stadt Offenbach in Bezug auf Car-Sharing-Modelle hin. Dafür habe man sogar Fördergelder erhalten. Auf die Veränderung der Entwicklung in die individuelle Elektromobilität habe man dagegen verspätet reagiert, räumte der OB ein: „Aus diesem Grund schneidet Offenbach in diesbezüglichen Städte-Rankings der öffentlichen E-Ladesäulen derzeit noch schlecht ab.“ Aber, fügte der OB hinzu: „Wir packen das an. Bürgermeisterin Sabine Groß hat im vergangenen Jahr ein Vergabeverfahren durchgeführt. Schritt für Schritt wird es den Ausbau geben. Wir werden bald wieder besser dastehen.“

Sauberkeit und Verkehr

An der sogenannten „Straße ohne Namen“ an der Schubertstraße beziehungsweise an der Verlängerung Weidigweg, die nur für Busse und Radfahrende freigegeben ist, beobachteten etliche Bürgerinnen und Bürger Verstöße gegen das Durchfahrverbot. Lothar Haack, Leiter der Stadtpolizei, kann das bestätigen und berichtet von verstärkten Kontrollen zusammen mit der Landespolizei im vergangenen Jahr, die weitergeführt werden sollen. Festinstallierte Geschwindigkeitsmessungen konnte Haack nicht blanko zusagen, da der mobile „Enforcement Trailer“ nur nach Genehmigung durch die Hessische Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit aufgestellt werden darf. Die jüngsten Genehmigungen liegen für die Neusalzer Straße und für die Schuhmannstraße in Höhe der Kita vor. Aber auch der Gehweg an der „Straße ohne Namen“ sorgt wegen zugewachsener Büsche und matschigem Untergrund für Ärger. Christian Loose, stellvertretender Betriebsleiter ESO, schaut sich die Situation vor Ort an. Eine Bürgerin hat vermehrt Unfälle auf der Bieberer Straße / Ecke Landgrafenring beobachtet. Ivonne Gerdts, Leiterin des Amts für Mobilität, erläutert, dass beide Fahrspuren getrennt signalisiert werden. Sie prüft, ob es möglich ist, größere Signalgeber zu verwenden und die Fahrspuren besser zu verdeutlichen.

Eine Anwohnerin der Rosenhöhe sorgt sich um den Zustand der Bäume auf dem Parkplatz am Waldschwimmbad wegen wildgeparkten Autos. Sie wünscht sich den Einsatz von Pollern, eine Neupflanzung der beschädigten Bäume und bemängelt die Leerung der Mülleimer und Glascontainer. Christian Loose schaut sich die Situation auf der Rosenhöhe an. Dass die „Verwilderung“ des Waldes keine Unordnung darstellt, sondern das Liegenlassen von Ästen von hohem ökologischem Nutzen ist, bestätigt hingegen Oberbürgermeister Schwenke.   

Der nächste OB vor Ort findet statt am Mittwoch, 26. Juni 2024, in der Sportfabrik Offenbach, Mainzer Ring 150. Es geht um die Stadtteile Rumpenheim, Bürgel, Offenbach Ost und Waldheim.

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