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Oberbürgermeister Horst Schneider, OPG-Geschäftsführerin Daniela Matha und
Oberbürgermeister Horst Schneider, OPG-Geschäftsführerin Daniela Matha und Architekt Kai Otto legen die Zeitkapsel in den Grundstein der Straßenbrücke über das Hafenbecken. © SOH, Foto: Ulrike Hölzinger-Deuscher
Hafeninsel und Innenstadt rücken enger zusammen: Am Freitag, 19. September, ist der Grundstein für zwei neue Überführungen über das Offenbacher Hafenbecken gelegt worden. Ein Fußgängersteg und eine Straßenbrücke werden das Nordend und die Hafenmole miteinander verbinden. Bis Herbst 2015 sollen die beiden Bauwerke fertig sein.

Es ist eine der größten Investitionen der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe (SOH) in die Erschließung und Infrastruktur des neuen Stadtviertels am Main. Für rund 5,5 Millionen Euro errichtet die SOH-Tochter OPG – Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH parallel zwei Brückenbauwerke über das Hafenbecken.

Oberbürgermeister Horst Schneider spricht von einem „Meilenstein“ für die Entwicklung des neuen Stadtviertels. „Mit dem wachsenden Quartier und seinen drei Wasserkanten holen wir den Fluss zurück in die Stadt.“ Nicht nur für die Neubürger des Viertels, auch für alle anderen Offenbacher entstehe im Hafenquartier ein attraktives Angebot an Einzelhandel und an Freiflächen, die zum Verweilen am Fluss einladen. In dem urbanen und doch grünen Stadtquartier werde Wasser direkt erlebbar.

„Dieser doppelte Brückenschlag bringt das Nordend näher an den Main“, sagt OPG-Geschäftsführerin Daniela Matha. „Einerseits öffnen wir das Gebiet für alle Offenbacher Bürgerinnen und Bürger und führen die Hafenmole näher an die Stadt heran. Andererseits ermöglichen wir den neuen Bewohnern einen kürzeren Zugang zur Innenstadt.“

Ein 75 Meter langer und 2,5 Meter schmaler Steg wird die Promenade entlang des geplanten Gutsche-Parks auf der Südseite des Beckens mit der bereits fertiggestellten Bootspromenade am nördlichen Beckenrand unweit des Oberen Molenparks verbinden und die Inselmitte für Fußgänger besser zugänglich machen.

Weiter flussabwärts in Höhe des Boxclubs Nordend entsteht eine 12,5 Meter breite Straßenbrücke, die die landseitige Hafenallee mit der Hafenstraße auf der Insel verbindet und damit weitere attraktive Gewerbegrundstücke erschließt. Ihre etwa sechs Meter breite Fahrbahn wird beidseitig von einem jeweils rund drei Meter breiten Fuß- und Radweg flankiert. Die Brücke wird das Hafenbecken in einer Länge von 78 Metern überspannen und den westlichen Teil sowie die Mitte der Hafeninsel erschließen.

Über die neue Inselbrücke soll zunächst der Baustellenverkehr für den zweiten, westlichen Bauabschnitt rollen. Weil dieser Verkehr dann nicht mehr über die ganze Insel geführt werden muss, werden sowohl die neuen Inselbewohner als auch die neuen Unternehmen und ihre Mitarbeiter im ersten Abschnitt entlastet. Dieser östliche Teil des Neubaugebietes mit seinem Mix aus Wohnungen, Büros, Gastronomie und Einzelhandel kann somit bereits funktionieren und sich ohne Beeinträchtigung durch die weitere Erschließung des Quartiers entwickeln.

Mit der Vorbereitung des Brückenbaus in Form von Sondierungsarbeiten und Kampfmittelräumung wurde bereits 2013 begonnen. Die beiden Querungen entstehen nach den Plänen der renommierten Frankfurter Architekten schneider+schumacher, zusammen mit Schüßler-Plan. Das Büro wurde in einem Wettbewerbsverfahren unter fünf Teilnehmern ausgewählt. Aus Kostengründen werden die beiden Brücken zeitgleich errichtet. Bis zum dritten Quartal 2015 sollen sie fertig sein. Die Bauherrin OPG wird die öffentlichen Flächen dann in das Eigentum der Stadt Offenbach übergeben.

Bei den Brücken handelt es sich um grazile Bauwerke, die sich mit ihrer bewusst zurückhaltenden Architektursprache harmonisch in das neue Viertel am Main einfügen. Sie kommen mit nur wenigen Stützen aus. Deren Tiefengründung erfolgte mit Bohrpfählen, die mit Hilfe eines Arbeitspontons in den Beckenuntergrund gerammt wurden.

Die Stützen sind analog zu den bereits bestehenden Anlege- und Führungspfählen, so genannten Dalben, im Wasser angeordnet. Der Freizeitbootsverkehr im Hafenbecken wird somit nicht gestört. Die Anordnung der Stützen ermöglicht aber auch eine große Spannweite bei gleichzeitig geringer Konstruktionshöhe. Dank dieses schlanken Profils bleibt die freie Sicht zur Frankfurter Skyline gewahrt.

Beide Bauwerke werden aus Stahlbeton gefertigt, der vor Ort gegossen wird. Beleuchtet werden die Brücken jeweils mit LED-Lichtleisten, die in die stählernen Handläufe integriert werden. Das sorgt nicht nur für die notwendige Bodenbeleuchtung, sondern setzt auch die Brücken nachts als präzise Linien in Szene.

„Der Brückenschlag übers Hafenbecken zeigt erneut den hohen Qualitätsstandard der Erschließung und Infrastruktur, mit dem wir das Stadtviertel nachhaltig entwickeln“, sagt Daniela Matha. Dazu zählt auch der hohe Anteil hochwertiger Freiflächen wie die bereits viel frequentierte Freitreppe mit ihren Sitzstufen und der sich bald anschließende Hafenplatz oder die vielen Grünanlagen wie der bereits fertiggestellte Obere Molenpark sowie der geplante Untere Molenpark, die Inselspitze und der Gutsche-Park.

Mit dem Fußgängersteg und der Straßenbrücke wächst das öffentliche Wegenetz aus Mainkai, Bootspromenade oder Mainuferweg, mit dem die OPG diese Flächen frei zugänglich macht. Zu den Erschließungsstraßen wie Hafenallee oder Inselstraße wird nächstes Jahr die Jean-Weipert-Straße hinzukommen, über die das Hafenquartier aus Richtung Innenstadt in Verlängerung der Kaiserstraße erreichbar sein wird.

Hafen Offenbach
Der Hafen Offenbach ist im Oktober 2011 von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit dem (Vor)Zertifikat in Gold der Kategorie Stadtquartier Neubau ausgezeichnet worden. Mit der höchstmöglichen Zertifikatsstufe würdigt die DGNB die an nachhaltigen Kriterien ausgerichtete Gesamtkonzeption des neuen Stadtviertels, das die Ansprüche moderner Menschen an Wohnen, Arbeiten und Freizeit in Einklang bringt. Dazu gehört neben der Planung der sorgsame Umgang mit Flächen, die Nutzungsvielfalt und die Anbindung an schon bestehende Viertel wie das Nordend und die Innenstadt. Bundesweit ist der Hafen Offenbach eines der ersten Stadtquartiere überhaupt, dass das begehrte Vorzertifikat in Gold erhält. Die DGNB betrachtet sowohl ökologische wie wirtschaftliche, soziale und technische Qualität als auch Prozessabläufe, die Einbindung des Quartiers in die Umgebung und legt Wert auf ansprechende Architektur. Der Hafen Offenbach überzeugte unter anderem mit seinem Konzept zum Einsatz regenativer Energie, mit den angestrebten niedrigen CO2-Werten und den vielen Grünflächen.

Stadtwerke Offenbach Immobilien
Zum Geschäftsfeld Immobilien gehören die Unternehmen GBM Gebäudemanagement GmbH Offenbach, GBO Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach sowie die OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH. Die OPG unterstützt als Partnerin der Stadt Offenbach die Stadt- und Standortentwicklung. Seit 1. Januar 2014 ist die Expertise der ehemaligen SOH-Gesellschaft EEG Entwicklung, Erschließung, Gebäudemanagement GmbH in die OPG GmbH eingegliedert. Mit ihren Dienstleistungen aus den Bereichen Projektsteuerung, Projektentwicklung, Erschließung und Projektvermarktung begleitet die OPG den Wandel Offenbachs von einer Industriestadt zu einem modernen Kreativ- und Wirtschaftsstandort.

Die OPG trägt dazu bei, das Stadtbild Offenbachs positiv und zukunftsweisend zu verändern. Im Auftrag der Stadt setzt sie strategisch bedeutsame Projekte kompetent und zuverlässig um. Die Aufgabenbereiche der OPG sind vielfältig. Zu den aktuellen Projekten zählen die Entwicklung des Hafenareals, die Vermarktung des Neubaugebietes "An den Eichen" sowie die Entwicklung des Areals Buchhügel als Standort des neuen Polizeipräsidiums für den Bereich Südosthessen. Zudem war die OPG mit der Projektleitung für den Neubau des Sparda-Bank-Hessen-Stadions am Bieberer Berg beauftragt und hatte die Projektleitung für den Bau des Sportzentrums "Am Wiener Ring".


Daten und Fakten zum Brückenbau

Straßenbrücke
Baubeginn: 2013 (Sondierungsarbeiten und Kampfmittelräumung)
Grundsteinlegung: 19.09.2014
Fertigstellung: Drittes Quartal 2015
Bauherrin/Projektsteuerung: OPG – Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH
Nutzbare Breite: 12,5 Meter
Länge: ca. 78 Meter
Bauweise: Stahlbeton
Beleuchtung: LED-Lichtband
Architekt: schneider+schumacher, Frankfurt/Wien/Tianjin www.schneider-schumacher.de
Tragwerk: Schüßler-Plan

Fußgängerbrücke
Baubeginn: 2013 (Sondierungsarbeiten und Kampfmittelräumung) Grundsteinlegung: 19.09.2014
Fertigstellung: Drittes Quartal 2015
Bauherrin/Projektsteuerung: OPG – Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH
Nutzbare Breite: 2,5 Meter
Länge: ca. 75 Meter
Bauweise: Stahlbeton
Beleuchtung: LED-Lichtband
Architekt: schneider+schumacher, Frankfurt/Wien/Tianjin www.schneider-schumacher.de
Tragwerk: Schüßler-Plan

Architekten
schneider+schumacher: Das Büro wurde 1988 von Till Schneider und Michael Schumacher in Frankfurt a. M. gegründet. Die legendäre Info-Box auf Europas damals größter Baustelle in Berlin kurz nach der Wiedervereinigung machte das Büro weltweit bekannt.Das Planungsspektrum reicht vom Wohnungsbau bis zum Industriebau, von der Autobahnkirche bis zum Hochhaus, vom Museum bis zum Teilchenbeschleuniger. schneider+schumacher hat seinen Hauptsitz in Frankfurt und unterhält Büros in Wien, Österreich und in Tianjin, China.